Kultur

Versprecher ins Abseits

Regula Späni kam vor ihrem Abgang beim SF arg in die Kritik, einer deutschen Sportmoderatorin reichte ein Versprecher, um ein Leben lang gebrandmarkt zu sein. Haben es Frauen in dem Metier schwerer?

1/4 «Schalke 05» statt «Schalke 04»: Carmen Thomas' verhängnisvoller Versprecher von 1973 im ZDF-Sportstudio.
Quelle: Youtube

   

Mehr als 4500 Personen haben bei der Umfrage auf DerBund.ch/Newsnet teilgenommen, in der nach einer Nachfolgerin für Regula Späni gesucht wurde, die das Schweizer Fernsehen verlässt. Als klare Siegerin ging die Wirtschaftsredaktorin Patrizia Laeri hervor, der Shooting-Star des Schweizer Fernsehens.

Was sind die Eigenschaften, die eine Sportmoderatorin mitbringen muss? Kompetenz? Gutes Aussehen? Schlagfertigkeit? Gemäss dem Resultat der Umfrage scheint die Sportkompetenz für das Publikum nur zweitrangig zu sein, Patrizia Laeri war noch nie in dem Bereich journalistisch tätig.

«Schalke 05» statt «Schalke 04»

Was sicher ist: Frauen haben es in der Männerdomäne schwer. Kommentatorinnen von Live-Veranstaltungen sind so selten wie Fussball-Schiedsrichterinnen; als Moderatorinnen von Sportsendungen sind Frauen durchaus willkommen – aber wehe, sie machen einen Fehler. 1973 unterlief Carmen Thomas, der ersten Sportmoderatorin im ZDF, jener Versprecher, der in die deutsche TV-Geschichte einging: Sie sagte «Schalke 05» anstatt «Schalke 04». Die Moderatorin war gebrandmarkt, eineinhalb Jahre nach dem Vorfall verliess sie das «Sportstudio».

Der «Schalke 05»-Lapsus oder auch die vielen kleinen Versprecher Regula Spänis im Schweizer Fernsehen wären sicherlich auch bei Männern Anlass für Kritik und Spott. Ob im selben Ausmass wie bei Frauen, darf angezweifelt werden. Es gibt aber durchaus auch Beispiele von äusserst beliebten Sportmoderatorinnen: In Italien ist die ehemalige Miss-Universe-Teilnehmerin Simona Ventura höchst erfolgreich mit ihrer Fussballsendung «Quelli che il calcio...» auf dem Staatssender Rai Due.

Die Angst der Monica Lierhaus

In Deutschland gehört Monica Lierhaus in der ARD-«Sportschau» zu den beliebtesten Moderatorinnen. Als sie vor einem Jahr verunfallte und lange im Koma lag, litt ganz Deutschland mit. Lierhaus' und Venturas Erfolgsrezept lässt sich allerdings nicht auf einen Nenner bringen: Simona Ventura fällt hauptsächlich durch ihr Aussehen auf, Monica Lierhaus überzeugt auch durch ihre hohe Kompetenz und Seriosität.

In einem Interview von 2003, als sie von Sat1 zur ARD wechselte, bestätigte Lierhaus, dass sie Angst davor habe, so wie Carmen Thomas zu enden: «Bei der ersten ‹Ran›-Sendung hatte ich Riesenangst. (...) Ich hatte vor allem die Sorge, dass es mir ein Berufsleben lang anhängt, wenn es nicht gut geht. Wenn man sich beim Fussball einmal einen Riesenschnitzer leistet, dann interessiert es keinen mehr, dass man jahrelang als Reporterin für die Nachrichten unterwegs war, dass man Landtagswahlen moderiert oder aus Belfast und Brüssel berichtet hat. Das ist dann alles weg.» (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.03.2010, 13:47 Uhr

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12 Kommentare

Rudolf Kunz

12.03.2010, 17:01 Uhr
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für mich war Regula Späni TOP !! viele männliche Sportreporter sind eher FLOP. Antworten


Heidrun Schwarz

12.03.2010, 16:10 Uhr
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Hat die Schweiz keine anderen Probleme als Freizeit Sport Staatsfernsehen Diskussionen zu unterhalten? Wenn ich die Probleme der Schweiz sehe, Gute Nacht bei dieser Diskussion. Antworten


Albert Bär

12.03.2010, 15:50 Uhr
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Regula Späni war als Moderatorin nicht besonders schlecht, aber halt auch nicht besonders gut. Wenn man nicht besonders gut ist, hat man halt nich nur Fans. Ihre Genderausrede ist billig und unzeitgemäss. Fragen Sie mal Steffi Buchli, ob sie auch findet, als Frau habe man es schwerer in diesem Job. Ich habe da so meine Zweifel. Antworten


Franco Beffa

12.03.2010, 15:41 Uhr
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na ja..... ich habe lieber ModeratorInnen mit Versprecher, als solche, die gar keine Ahnung haben, von was sie sprechen.... Beispiel: Beni Thurnheer und Curling... Regula Spaeni hat es ganz gut gemacht. Und holt ja nicht Monika Fasnacht zurueck.... Antworten


Andreas Paul

12.03.2010, 15:41 Uhr
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Lieber einen charmant ausgewetzten Versprecher, als einen kreischenden Hüppi. Ja, Janka hat gewonnen, das ist zweifellos fantastisch und gehört gebührend gewürdigt, durchaus auch emotional ausgedrückt. Man sollte nicht an Regula Späni rummeckern und gleichzeitig Hüppi's mehr als überzogenenen verbalen Purzelbäume dulden. Kann ihn SF den Österreichern abtreten? Antworten


Urs P. Mueller

12.03.2010, 15:16 Uhr
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Herzlichen Dank fuer alles Frau Spaeni. Sie waren stets kompetent, freundlich und gut aussehend. Ich werde Sie vermissen, was man von den Herren J.Hiermeyer, M.Furgler, D.Wyder & Co. nie sagen kann. Viel Glueck im neuen Leben wuenscht Ihnen ein Auslandschweizer in Suedamerika. Antworten


Pierre Stoller

12.03.2010, 14:58 Uhr
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Nur schade, dass Frau Späni nicht auch gleich noch Stefan Bürer, ihren Mann mit der Schneidbrenner-Stimme, und Dani "die Kreissäge" Wyder zum Gehen animieren konnte... Antworten


Lukas O. Bendel

12.03.2010, 14:20 Uhr
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Natürlich hat es eine Frau in einer Männerdomäne schwerer? Aber das geht den Männern in den Frauendomänen ebenso! Fragen Sie einen Kindergärtner, einen Altenpfleger und - vor allem - einen in der Schweiz im Rahmen einer Scheidung die elterliche Sorge über die gemeinsamen Kinder beantragenden Vater! Es braucht halt immer etwas Zeit, bis die Gesellschaft sich dem ihr Noch-Nicht-Vertrauten öffnet. Antworten


schmid dani

12.03.2010, 14:09 Uhr
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schade dass späni geht, sie war bei weitem so kompetent wie salzgeber billeter kälin usw. die kommentatoren sowie die moderatoren bei sf lassen im sport grundsätzlich zu wünschen übrig, zumindest die Interviewfragen sollten mal überdacht werden (tiefpunkt vancouver...). die alpinen skirennen schaue ich schon lange nur noch auf orf, die sind kompetenter und bieten dazu noch beste unterhaltun Antworten


Roger Riger

12.03.2010, 13:59 Uhr
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....es kann doch nicht sein, dass wir ModeratorInnen haben, die es nicht fertig bringen jeweils eine Sendung ohne Versprecher abzuhalten. Ganz egal ob Frau oder Mann und wie sie oder er aussieht. Bei den Eishockey-Spielen in Vancouver habe ich praktisch immer die Sendungen auf Eurosport angeschaut. Genau so sollten Sport-ModeratorInnen sein. Fachkompetent, sprachlich gewandt und unterhaltsam. Antworten


Niklaus Christen

12.03.2010, 13:59 Uhr
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scheinbar haben es Frauen wirklich schwerer, sonst wäre Hüppi schon längst geschasst worden, denn überflüssigere Kommentare, sowie mehr Versprecher als dieser bringt sind kaum mehr ertragbar. Antworten


Mark Meier

12.03.2010, 13:58 Uhr
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also beim sf sind eigentlich alle moderatoren nicht das gelbe vom ei. teilweise zu euphorisch, oder zu sehr für eine partei (beispiel fcz vs basel, immer zu baselfreundlich!!!) allgemein sollte sich das sf mal gedanken über die sportübertragungen machen, mehr analyse und weniger belangloses gequatsche, ich bin teilweise froh, dass es einen mute schalter gibt!! Antworten



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