Tag 12: Durch den Monsoon
Von Christoph Lenz. Aktualisiert am 25.01.2012 1 Kommentar
Artikel zum Thema
- Tag 11: Der magische Gesinnungswandel des Vincent Raven
- Tag 8: Raven bleibt im Rennen
- Tag 7: «Riech! Riech mich!»
- Tag 6: Der handlesende «Toblerone-Taliban»
- Tag 5: Vincent und die starken Frauen
- Tag 4: Vincents Seele spricht Klartext
- Tag 3: Vincent Raven, die Lösung aller Energieprobleme?
- Tag 2: Vincent, sag mal wat!
- Tag 1: Raven war lässig wie «Crocodile»
- Tag 10: Vater Raven
- Tag 9: Trauriger Dschungel
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Jetzt kommen sie also, die Sendungen, die vor Langeweile nur so strotzen. Man kennt es aus den letzten Jahren und auch von anderen Formaten, etwa Big Brother: Gegen Schluss sind da so wenig Leute übrig, dass rein gar nichts mehr passiert. Alle kennen sich, die Grüppchen haben sich gebildet (Kim und Rocco flirten seit nunmehr über einer Woche auf demselben unverbindlichen Niveau), die grossen Kämpfe sind ausgetragen und die kleinen Gifteleien haben sich erschöpft, weil die Campeinwohnerzahl unter die kritische Grösse gefallen ist. Diese Windstille wird uns von den RTL-Machern gerne als Spannung verkauft. Und dann erst noch auf über 100 Minuten ausgedehnt. Ehrlich gesagt, Benissimo am letzten Samstag war irgendwie prickelnder.
Der Tag 12 fing damit an, dass Jazzy das Camp verlassen musste und dabei für sich feststellte: «Ich war immer ich.» Aber Achtung: Wer jetzt schon losbrüllen möchte – Buuuahaahaa, was für eine Erkenntnis – der sollte sich vorsehen. Die ganz grossen Auftritte unseres Vincent im Dschungelboogie lassen nämlich in seinem Fall genau daran zweifeln. Einerseits liegt uns da immer noch Vincents schöne Wendung im Ohr: «Ich war Scheisse.» Andererseits benimmt sich Vincent gerade sehr häufig auf eine Art und Weise, wie wir es nicht gewohnt sind von ihm. Während er zu Beginn des Camps noch in erlesenem Latein mit den Geistern des Dschungels konferierte und sie sich gefügig machte durch die Schärfe seiner Argumente, die Stärke seines Willens und die magischen Zauberkräfte, über die er zweifelsfrei verfügt, erleben wir derzeit einen etwas ungehobelten Geisterbeschwörer: Als Raven gegen Ende der gestrigen Sendung auf vielseitigen Wunsch wieder eine seiner Rauchsessions startete, pampte er die Geister nur noch dumm an: «Schlechte Geister – abfahren!» Und als er den durch die Regenfälle angeschwollenen Bach zu besänftigen suchte, verwarf er schon nach wenigen Sekunden die beschwörerisch ausgebreiteten Hände. Ja, es wird langsam Zeit, dass Schluss ist im Dschungel.
Ganz kurz noch einige Betrachtungen zur Fernsehdemokratie. Das Volk hat also gesprochen, Radost Bokel muss das Camp verlassen. Und anhand der sechs verbliebenen Kandidaten lässt sich nun auch zweifelsfrei klären, welchen Menschenschlag sich Populus wünscht in diesen Krisenzeiten: Nacktmodels, Immigranten, der Deutschen Sprache unmächtige Südamerikaner, jugendliche Wonneproppen – und nicht zuletzt Berner Magier und Künstler. Wenn wir hier noch eine kleine Prognose wagen dürfen: Es sieht schlecht aus für Tschäppät im nächsten Herbst. Der neue Gemeinderat setzt sich eher folgendermassen zusammen: Alexander Farnerud (Finanzen), Julia Saner (Soziales), Büne Huber (Bau), Schwäbi (Sicherheit) und Vincent Raven (Stapi). (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.01.2012, 08:56 Uhr
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