Kultur
TV-Kritik: SF versuchts wieder mit Kochen
Von Denise Jeitziner. Aktualisiert am 02.05.2012 12 Kommentare
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Die erste Staffel dauert bis Freitag, 18. Mai 2012. «Schwiizer Chuchi mit Ivo Adam» wird jeweils wochentags um 18.15 Uhr auf SF 1 ausgestrahlt. Die zweite Staffel zeigt SF 1 vom 8. bis 26. Oktober 2012.
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Mangelnden Einsatz kann man dem Schweizer Fernsehen nicht vorwerfen. Nachdem die einstige Erfolgssendung «Al dente» immer verkochter und nach knapp 200 Sendungen schliesslich eingestellt wurde, hätte SF sagen können: Sollen doch die Privatsender kochen. Aber nein. Ein staatlicher Sender ohne Kochsendung, das ging offenbar nicht.
Also versuchte man es mit «Ab in die Küche» und engagierte zwei Profiköche, die Laien vor laufender Kamera das Kochen beibringen sollten. Wer zu schlecht kochte (oder zu wenig gut ankam), wurde von der Jury (unter anderem mit Ivo Adam) kurz vor dem Finale abgewählt. Das war jedoch zu verschmerzen, denn niemand schaffte es über das Finale hinaus, weder der Flight Attendant, der die 25'000 Franken Siegesprämie gewann, noch die beiden Profi-Köche, noch die Jury: Nach einer Staffel war bei «Ab in die Küche» Schluss.
Hobbyköche und Werbespots
Doch SF gibt nicht auf. Nun soll es «Schwiizer Chuchi mit Ivo Adam» richten. Der Koch: sympathisch, aber nicht zu geschliffen, der spitzbübische Junge von nebenan, einst Kochweltmeister mit Gault-Millau- und Michelin-Stern-Ehren. Das Konzept: Ivo Adam besucht täglich eine Hobbyköchin oder einen Hobbykoch irgendwo in der Schweiz und kocht mit ihnen deren «Geheim»-Menu (Folge 1 aus Stein bei Appenzell: Siedfleisch. Folge 2 vom Blausee im Berner Oberland: Forelle). Ivo Adam selber steuert eine Eigenkreation bei (Folge 1: Bierrettich-Apfelsalat mit Brezel. Folge 2: Brotsalat und Rucola-Apfel-Pesto).
Neben dem Kochen gibt es jeweils eine kurze Reportage mit viel Raum für Werbung. In der ersten Sendung durften die Appenzeller ihr Kabier-Fleisch präsentieren (eine Wortkreation aus «Kalb» und «Bier»; Name patentiert), sowie ihre Taschen, Gürtel und Zoccoli, die aus hofeigenem Leder gefertigt werden. In der zweiten Sendung kamen das Hotel-Restaurant Blausee, der dortige Naturpark und die dazugehörige Bio-Forellenzucht zum Zug. Dafür blieb Hauptsponsor Coop relativ dezent im Hintergrund. Alles in allem also eine flotte Mischung aus Kochen, «Fernweh» (einfach in der Schweiz) und «SF bi de Lüt».
Schudel vs. Adam
Das kommt den Passiv-Köchen, die gerne Privatsender schauen, doch ziemlich bekannt vor. Der ebenfalls Gault-Millau-dotierte, 35-jährige Berner Koch René Schudel tut in «Funky Kitchen Club» auf «ProSieben Schweiz» seit 2008 etwas ziemlich Ähnliches wie Ivo Adam. Bloss ist dieser eher der Typ «Traum der Schwiegermütter» (die Appenzeller Oma aus Folge 1 hatte jedenfalls sichtlich Freude am Bieler), während am tätowierten, kahlrasierten René Schudel mit den beeindruckenden Muskeln wohl vor allem die Schwiegertöchter Gefallen finden.
Bei «Funky Kitchen Club» jedenfalls scheint das Konzept aufzugehen. Warum also nicht auch bei SF? «Schwiizer Chuchi mit Ivo Adam» ist bloss etwas länger, braver und setzt voll auf Swissness. Ivo Adam selber zielt mit seiner freundlichen Art und seinen nicht ganz so frischen Sprüchen à la «Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht» (Sendung 1), oder «Man muss es nicht nur hier (Adam zeigt auf linken Oberarm), sondern auch hier (Adam zeigt auf rechten Oberarm) haben» (Sendung 2) bislang auch eher auf die traditionellen Herr und Frau Schweizer ab. Diese müssen sich künftig beeilen mit dem 6i-Znacht. Denn Ivo Adams 25-minütige Sendung beginnt schon um 18 Uhr 15.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.05.2012, 09:15 Uhr
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12 Kommentare
Ich kann es nicht oft genug wiederholen, weshalb und wieso muss man für solche Produktionen (hier Fernsehen) von Radio und/oder Fernsehen staatliche Zwangsgebühren sprich Billag bezahlen? Wieso kann man diese SF (Fernsehen und Radio) Firmen nicht verkaufen und die Firmen dürfen ihr Signal verschlüsseln und jeder der dann schauen will, kann individuell und direkt dafür bezahlen. Antworten
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