Kultur

TV-Kritik: Der finale Sturz

Von Claudia Müller. Aktualisiert am 11.06.2010 9 Kommentare

Das Grande Finale von «Germany's Next Topmodel» war nur schwer durchzuhalten. Heidi Klum präsentierte sich im Leopardenlook, der Modeltrainer stürzte bei seinem Auftritt.

1/6 Model-Mama Heidi Klum kam im wilden Leopardenlook mit Steckdosenfrisur. Was in den nächsten drei Stunden folgte, war alles andere als energiegeladen. Mit Ausnahme vom...
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«Babe, babe, babe» tönt es aus den Lautsprechern, Modelmama Heidi Klum tritt als Erste auf. Im Leoparden-Look und mit neuer Frisur – einem Bob – wippt sie über den Laufsteg in der Lanxess-Arena in Köln. Die beiden «Helferlein», Marketingexperte Qualid «Q» Ladraa und der Fotograf Kristian Schuller, folgen wenige Minuten später.

Den grössten Unterhaltungswert hat aber der Auftritt des kubanischen Catwalk-Trainers Jorge. Im silberglitzernden Overall und mit schwindelerregenden High Heels tanzt «Horhe», wie Heidi ihn nennt, zu Sambarhythmen über den endlosen Laufsteg. «Weitel, weitel, weitel» feuerte er in seinem charmanten Deutsch die Mädels in den Sendungen jeweils an - im Grande Finale fällt er selbst auf dem Laufsteg hin. Doch wie er den Kandidatinnen stets eingebleut hatte: «Die Show geht weitel!» Und das geht sie. Nur leider im Schneckentempo.

«Husch, Husch, Husch»

Nachdem die Jury sich gegenseitig mit Komplimenten überhäuft und Heidi Klum uns immer wieder daran erinnert: Es kann nur eine Germany's Next Topmodel werden, gibt es endlich die erste «Challenge»: den Livewalk. Und eines haben die Heidi-Mädels gelernt: den schnellen Outfit-Wechsel, wie die Modelmama betont. «Husch, Husch, Husch», weist sie ihre Finalistinnen in den Backstage-Bereich. Dort wartet die flotte Charlotte, die wie eine Sportreporterin die Finalistinnen interviewt und den Zuschauern verrät, dass die scheue Österreicherin Alisar die Favoritin ist.

Nach zwei Stunden heile Heidiwelt ist es endlich soweit: Die erste Entscheidung steht an. Wie überraschend, Hanna kämpft nun gegen die Favoritin um den Titel. «Sie ist ein grosses Vorbild für andere Mädchen, weil sie ihre Scheu besiegen konnte,» schwärmt Heidi, die mit ihrer Frisur und ihrer Tonlage nicht weit von einem kläffenden Terrier entfernt ist. Die selbstbewusste Laura muss gehen. Harte Kost für die Verbissene. Und dann? Schon wieder Werbung.

«Habt Spass, habt Spass, habt Spass»

Die Live-Acts mit Kylie Minogue und Katie Perry reihen sich wunderbar in die Dauerparty ein. Irgendwie gehen die Auftritte an einem vorüber, genau wie der Rest der Sendung. Ach ja. Da war doch noch was – eine kurze Challenge, ein Fotoshooting auf dem Laufsteg mit Hebefigur. «Habt Spass, habt Spass, habt Spass,» schreit Heidi immer wieder ins Mikrofon. Doch nach 90 Minuten Werbung und etwa gleich langer Sendezeit, fällt es schwer, die gute Laune zu behalten. Nicht nur. Spektakuläre Fotoshootings gibt es keine. Langfädige Entscheidungsvorträge und langweilige Interviews dafür haufenweise. Oder wollen Sie etwa wissen, wie die Finalistin Laura geschlafen hat?

Drei Minuten vor Sendeschluss wird der Zuschauer erlöst: Das «Cosmopolitan»-Cover mit der Silhouette erscheint. Ein Hauch von Spannung in der Luft. Und schon tritt wieder Ernüchterung ein: Die Siegerin ist die Favoritin. Höhepunkt? Gibt es keinen. Ausser natürlich, dass die scheue Alisar, die sich anfänglich nichts zutraute, durch Germanys Next Topmodel zu einem «Juwel mit Persönlichkeit» gereift ist.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.06.2010, 09:50 Uhr

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9 Kommentare

Hans Frei

11.06.2010, 11:04 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Da ich selber diese Show nicht gesehen habe, kann ich kein Urteil abgeben. Aber wer sich sowas anschaut ist selber Schuld oder eben masochistisch veranlagt. Es gibt immer noch einen Knopf zum Ausschalten (OFF in Neudeutsch). Antworten


daniel keller

11.06.2010, 11:31 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Schade ist das vorbei. Meine Frau schaute nämlich die Sendung gerne. Ich machte mir dann immer einen gemütlichen Abend auswärts. Antworten



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