Seit 20 Jahren wippt das «Baywatch»-Silikon
Von Céline Raval. Aktualisiert am 01.09.2010
Wo läuft Baywatch noch?
- Seit April 2008 wird die Serie bei ORF wiederholt.
- Sämtliche Staffeln der Kultserie sind auf DVD erschienen.
- Auch auf Youtube.com gibt es fast jede Folge zu sehen.
Sexy Kurven und knackige Sixpacks, in rote Stofffetzen gehüllt und das Ganze in Zeitlupe: Die Kultserie Baywatch liess sowohl Männer- als auch Frauenherzen höher schlagen. Mitch, C.J., Donna, Cody und wie sie alle hiessen, mutierten seit der deutschen Erstausstrahlung vor genau zwanzig Jahren im europäischen Raum zu den Strandhelden von Malibu. Vor allem in Deutschland wurden die Gutmenschen in Rot von Beginn an verehrt. Erst später etablierte sich die Sendung auch in den USA, obwohl sie dort bereits seit 1989 über die Bildschirme flimmerte.
Ein einfaches Rezept zum Erfolg
Nicht nur die schönen Anblicke verleiteten zu Glanzzeiten weltweit über eine Milliarde Menschen dazu, sich Baywatch anzusehen. Baywatch entpuppte sich als erfolgreichste US-Fernsehserie des 20. Jahrhunderts. Das Rezept, das der Sendung zu solch einem Siegeszug verhalf, war einfach – aber effektiv.
Am geistigen Gehalt oder der realitätsgetreuen Darstellung konnte es nicht gelegen haben, dass Baywatch zum Kult wurde. An beidem mangelte es doch beträchtlich. Auch der Spannungsbogen der Geschichten war nicht unbedingt bemerkenswert. Meistens lief alles in gewohnten Bahnen ab: Pro Folge werden zwei bis drei Menschen von den Malibu-Helden aus dem Wasser gezogen, weil sie aufgrund eines Tiers, des hohen Wellengangs oder irgendeiner Verletzung in Not geraten sind. Nach einer kurzen Mund-zu-Mund-Beatmung sowie einer eher unprofessionellen Herzmassage ist dann der Spuk auch meist schon wieder vorbei und die Rettungsschwimmer philosophieren bei rotgoldenem Sonnenuntergang über die guten und schlechten Seiten des Lebens.
Mutig und engagiert
Was die Faszination von Baywatch ausmachte, merkt man am ehesten, wenn man die Sendung direkt mit einer der heutigen Kultserien vergleicht. Die Grundmuster weisen nämlich eine beträchtliche Ähnlichkeit auf, auch wenn die Geschichten von heute sowohl an Wahrheitsgehalt als auch an Nervenkitzel zugenommen haben. Während man in den neunziger Jahren das Leben eines Rettungsschwimmers mitverfolgt hat, ist es heute der Alltag eines Chirurgen in Grey’s Anatomy.
Die Eigenschaften der Hauptpersonen sind gleich geblieben: Mut, Engagement und die Bereitschaft, Leben zu retten, begeisterten die Baywatch-Zuschauer genauso sehr wie heute die Chirurgen-Fangemeinschaft. Nicht zu vergessen, ist natürlich auch die geballte Ladung Herzschmerz, die in jeder Folge mitgeliefert wird. Die Suche nach der grossen Liebe, gespickt mit Abenteuern und emotionalen Momenten, scheint eine hohe Zuschauerquote zu garantieren.
Feriengefühl mit Astralkörpern
Was Baywatch jedoch klar von den Serien wie Grey’s Anatomy unterschied, wird auf den ersten Blick klar, um wieder zum Anfang zurückzukehren: Das unvergleichliche Feriengefühl durch Sonne, Strand und Meer – garniert mit den leicht bekleideten Astralkörpern vieler junger Menschen. Das war und bleibt das offensichtliche Erfolgsgeheimnis der Rettungsschwimmer von Malibu. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.09.2010, 08:06 Uhr
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