Kultur

«SF bi de Lüt – live» schummelt

Aktualisiert am 05.08.2011 7 Kommentare

Bluff beim Schweizer Fernsehen: «SF bi de Lüt – live» findet seine Gesangstalente auf der Strasse nicht ganz so zufällig, wie es scheint.

So zufällig, wie es scheint, ist «SF bi de Lüt – live» angeblich nicht: Moderator Nik Hartmann.

So zufällig, wie es scheint, ist «SF bi de Lüt – live» angeblich nicht: Moderator Nik Hartmann.
Bild: SRF/Paolo Foschini

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Das Schweizer Fernsehen ist für seine Sommershow «SF bi de Lüt – live» in verschiedenen Städten unterwegs. Ein TV-Mann schaut sich jeweils wahllos auf den Strassen nach talentierten Sängerinnen und Sängern um, welche dann in der Livesendung am Samstagabend für ihre Stadt auftreten. Dies zumindest ist der Eindruck, den der Zuschauer zu Hause vor dem Fernseher erhält, und manch einer mag sich gewundert haben, wie viele tolle Talente in Schweizer Städten herumspazieren.

Kandidat vorher angefragt

Doch: So zufällig, wie es scheint, geschieht der Kontakt nicht, wie verschiedene Medien berichtet haben. Der Winterthurer Kandidat etwa hat zugegeben, dass er vom SF angefragt worden war und es schon vor der gezeigten Aufnahme zu einem Treffen kam. In der Sendung wurde er dann als Zufallskandidat präsentiert. In Altdorf gab es zwar kein «Vorcasting», doch das Schweizer Fernsehen hatte vorab gezielt Hinweise an potenzielle Kandidaten über die Aktion geschickt.

Dieses Vorgehen will der Publikumsrat der SRG SSR Idée Suisse nicht tolerieren. «Höchst unschön», nennt die Publikumsrätin Susanne Hasler die Irreführung der Fernsehzuschauer gegenüber TeleZüri. Der Publikumsrat verlange vom Schweizer Radio und Fernsehen SRF eine Erklärung. Das SRF seinerseits sieht kein Problem; es sei «nicht relevant, ob die Talente «spontan oder aufgrund von Hinweisen» entdeckt würden, sagt der SRF-Verantwortliche für Volkskultur, Tom Schmidlin, in der «Neuen Luzerner Zeitung». Dennoch werde das Konzept für die restlichen Sendungen angepasst. Morgen Samstag findet in Brig die nächste Livesendung statt. (ph/Berner Zeitung)

Erstellt: 05.08.2011, 09:59 Uhr

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7 Kommentare

Peter Martinelli

05.08.2011, 11:55 Uhr
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Darüber regt man sich auf, aber über diese seltsamen, neuartigen Zwischenschnitte auf einige ausgewählte Studiozuschauer, welche, wie abgekartet, nicken oder blöd grinsen, um den polit. Sprecher ernsthaft oder lächerlich darzustellen, wie mittlerweile auch in der "Arena", schweigt man. Das Vorbild liegt hier allerdings bei ARD und ZDF. Antworten


Simone Stutz

05.08.2011, 12:47 Uhr
Melden 8 Empfehlung 0

Bei der ersten Ausgabe von "Die Millionenfalle" hatte ich auch das Gefühl, das Pärchen würde nur schauspielern. Dieses Gefühl wurde vom Artikel nochmals bestärkt. SF verarscht sein Publikum. Antworten



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