Kultur

Mad Women und Homer Draper

Von Lukas Meyer-Marsilius. Aktualisiert am 30.04.2012

Eine erfolgreiche und pointiert dargestellte TV-Serie wie «Mad Men» ist eine Goldgrube für Parodisten und Satiriker. Sogar die «Mad Men»-Darsteller selber witzeln gerne mit.

1/8 «Mad Men»-Parodien gibt es in ganz verschiedenen Ausprägungen: Ob «Sesamstrasse»,
Screenshot Youtube

   

«Happy Men»

Die Variante der Kindersendung «Sesame Street» macht aus dem auch als Puppe unverkennbaren Don Draper und seinen Mitarbeitern «happy men».

«Walking Dead Mad Men»

Im Verschnitt mit der Serie «Walking Dead» mutieren die Werber von der Madison Avenue zu Zombies auf der Suche nach frischen Gehirnen.

«MadWomen»

Hier gilt: Frauen an die Macht, die Geschlechterrollen sind komplett umgedreht, und Donna Draper schmeisst den Laden.

«Mad Men in 60 Seconds»

Auf den Punkt gebracht von Landline TV.

«Meshugene Men»

Die jüdische Variante mit Kreativdirektor Dan Draperberg, der mit seinem Team dem jüdischen Publikum Mayonnaise schmackhaft machen soll.

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Als «bis zur Selbstparodie durchgestylte Serie über die New Yorker Werbebranche der sechziger Jahre» bezeichnete die FAZ «Mad Men». Die Serie spielt in einer Welt, die noch halbwegs bekannt ist, der sich auch jüngere Generationen verbunden fühlen – aber es gibt so einiges, was den TV-Zuschauer im Jahre 2012 irritiert. Neben der glamourösen Oberfläche und der geschickten Platzierung von Kunst, Mode und Design der Ära sind vor allem die klare Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern, der exzessive Konsum von Alkohol und das ständige Rauchen auffällig. Die pointierte Darstellung und die Fülle an Szenen voller Pathos kommen hinzu.

Auch eine Form der Anerkennung

Damit bietet «Mad Men» viel Stoff für Parodien. Im Mittelpunkt steht Don Draper, Kreativdirektor der Werbeagentur Sterling Cooper und unangefochtene Hauptfigur der Serie. Sogar als «Sesamestrasse»-Puppe bleibt er unverkennbar. In der Form sind die Parodien eng am Original angelehnt. Es werden fast nur Originalzitate verwendet und wenige Wörter ausgetauscht und der jeweiligen Situation angepasst. Auch das Setting ist dasselbe: eine Werbeagentur, der Kreativdirektor und seine Mitarbeiter, die Sekretärinnen und Kunden. Dazu viel Alkohol, Zigaretten, Sex. Meist kommt die wohl berühmteste Szene von «Mad Men» in der letzten Episode der ersten Staffel vor, in der Don Draper den Kodak-Leuten die Kampagne für ihren neuen Dia-Projektor «Carousel» vorstellt. Das Privatleben hingegen wird kaum thematisiert.

Eine gute Parodie ist immer auch eine Form der Anerkennung. Darum beteiligen sich die Schauspieler und Macher der Serie gerne selber daran, wie bei den «Simpsons» oder bei der Comedy-Show «Saturday Night Live». Nachfolgend die besten Parodien in der Bildstrecke. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.04.2012, 16:07 Uhr

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