Kultur
«Hier wird keiner einfach aus der Sendung, wie in der Ukraine, rausgehauen»
Aktualisiert am 07.05.2012 15 Kommentare
Eklat bei Günther Jauch: Zuschauer wird von Security rausgetragen. (6. Mai 2012)
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Mit den Gästen des Abends schien auch die Richtung von Günther Jauchs Talkshow, die sonntagabends auf dem deutschen Sender ARD ausgestrahlt wird, klar: Politprofis wie Berlins Bürgermeister Klaus «Wowi» Wowereit, der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen, FDP-Hoffnung Christian Lindner, Grünen-Chefin Renate Künast und Linke-Vorsitzender Gregor Gysi reden über alles und nichts und den Zuschauer dabei sanft in den Schlaf.
Einzig der Geschäftsführer der Piratenpartei, Johannes Ponader, versprach als unbeschriebenes Blatt im Politbetrieb der Sendung noch einen unvorhergesehenen Dreh geben zu können. Dies geschah an dem Abend, an dem es um die deutschen Landtagswahlen, den Zustand der FDP und das Erfolgsgeheimnis der Piraten ging, zwar nicht, doch gegen Ende der Sendung wurde der Zuschauer doch noch einmal kurz aus seinem Schlummer herausgerissen.
«Irgendwie bisschen sehr hart»
Gerade wollte Klaus Wowereit dem Piraten klarmachen, wie schnell der Charme des Unbekannten sich abnutzen kann, als aus dem Saal Tumult laut wurde: Ein Mann rief Unverständliches, Kameraschwenk auf ein Handgemenge, dann wurde sichtbar, dass der Zuschauer von vier kräftigen Security-Männern herausgetragen wurde. «Dieser Einsatz ist irgendwie bisschen sehr hart», sagte Renate Künast aus der konsternierten Runde heraus. «Holen Sie den Mann bitte zurück, hier wird keiner wie in der Ukraine einfach aus der Sendung rausgehauen!», sagte auch Jauch zu den Sicherheitskräften.
Der junge Mann wollte anscheinend auf den Neubau der Berliner Schauspielschule Ernst Busch aufmerksam machen. Mit Künast, Wowereit und Gysi hatte Jauch auch gleich drei Berlin-Kenner bei sich, die wussten, um was es geht, und das Regionalthema sofort gekonnt aufnahmen für ihr eigenes Politgeplänkel.
Jauch liess den Protestierenden wieder hereinbringen: «Es kann nicht der Sinn der Sache sein, dass irgendjemand sich hier reinsetzt und dann versucht, das, was er gern verhandelt haben möchte, mit Gewalt hier reinzudrücken», versuchte es der Vater von vier Töchtern mit der pädagogischen Standpauke. Der Gescholtene nickte artig – die Aufmerksamkeit hatte er trotzdem auf sein Anliegen lenken können: Renate Künast und Klaus Wowereit versprachen, sich nach der Sendung des Themas annehmen zu wollen. (kle)
Erstellt: 07.05.2012, 11:01 Uhr
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15 Kommentare
Sehr glaubwürdig! Während die Security gerade den Mann aus dem Saal prügelt findet der Moderator "Halt!, hier wird niemand aus dem Saal geprügelt". Worauf die Security ihr Handeln gemäss Auftrag abbrechen und sicher einigermassen erstaunt sind. Wie lustig ist das denn? Antworten

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