«Als Frau wird man schärfer beobachtet»
Von Fabian Sommer. Aktualisiert am 11.03.2010 29 Kommentare
Sagt Adieu: Sportfrau Regula Späni verlässt das SF. (Bild: Miriam Künzli )
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Regula Späni
Regula Späni (45) ist seit 1989 und noch bis Ende Mai 2010 beim Schweizer Fernsehen, unter anderem als Moderatorin und Redaktorin von «Sportpanorama», «time out», «sportaktuell» und «sportlounge». Ihre Nachfolge ist noch nicht geregelt. Späni ist mit SF-Sportredaktor Stefan Bürer verheiratet und hat drei Kinder. Die Familie lebt in Jona SG.
Frau Späni, Sie hören nach 21 Jahren in der Sportredaktion des Schweizer Fernsehens auf. Weshalb?
Regula Späni: In erster Linie tue ich es für meine Kinder. Sie sind jetzt 3, 8 und 10 Jahre alt. Ich will sie künftig enger begleiten, als es mir mit der Arbeitsbelastung bisher möglich war.
Es gibt keinen konkreten Auslöser für Ihre Kündigung?
Nein. Den Entscheid hatte ich für mich schon länger gefällt. Die Olympischen Spiele in Vancouver waren ein schöner Höhepunkt zum Abschluss. Spitzensportler hören ja auch nach einen Höhepunkt auf. Es ist ein guter Moment, mal durchzuschnaufen und dann etwas Neues zu wagen.
Was denn?
Ich habe noch keine Pläne. Vielleicht kehre ich als Sportlehrerin an eine Schule zurück, vielleicht mache ich etwas im Journalismus, vielleicht tue ich auch etwas ganz anderes. Erst einmal möchte ich einfach den Sommer mit meinen Kindern geniessen.
Ihre Kritiker sagen jetzt: Die Frau mit den meisten Versprechern beim SF ist endlich weg.
Dann sollen die das sagen. Ich habe andere Rückmeldungen von den Zuschauern. Ihnen sind die Inhalte wichtig. Sie schätzen es, dass ich in den letzten Jahren immer wieder den Blick hinter die Goaliemaske gewagt habe, dass ich andere Zugänge zum Sport gefunden habe. Ich wollte immer, dass es sich lohnt, sich eine Sendung anzuschauen.
Sie bewegen sich als Sportjournalistin in einer Männerdomäne. Wie haben Sie das in Ihrer Karriere gespürt?
Als Frau wird man im Sportjournalismus sicher schärfer beobachtet. Ich musste oft beweisen, dass ich Dinge selber weiss und nicht einfach sage, was mir ein Mann eingetrichtert hat. Das hat sich aber in den letzten Jahren geändert. Heute werden Frauen akzeptiert und respektiert.
Welches sportliche Grossereignis war für Sie das beste?
Die Olympischen Winterspiele in Lillehammer 1994. Dort fand das letzte echte Sportfest statt, bevor der Kommerz gesiegt hat. Bevölkerung, Wettkämpfe, Stimmung, alles grossartig. Atlanta 1996 war wie eine Faust ins Gesicht, diese Werbung, diese allgegenwärtige Kommerzialisierung. Ich bin mir bewusst, dass es ohne diese Dinge nicht geht. Schade ist es trotzdem.
Und welches waren Ihre persönlichen Highlights als Journalistin?
Unvergesslich sind die Interviews mit Roger Federer nach seinen Siegen in Wimbledon – und jenes nach einer Finalniederlage in Paris. Das hat mich emotional berührt.
Gibt es auch Momente, an die Sie sich mit Grauen erinnern?
Da kommt mir nichts in den Sinn. Klar, gab es Pannen, mal ging ein Scheinwerfer kaputt im Studio, oder man hörte mich, wenn man mich nicht hören sollte. Aber etwas wirklich Schlimmes ist nie passiert.
Und worauf freuen Sie sich nach Ihrer Abschiedssendung am meisten?
Darauf, dass ich mir nicht mehr ständig überlegen muss, was wir in der nächsten Sendung machen könnten.
(Berner Zeitung)
Erstellt: 11.03.2010, 10:37 Uhr
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29 Kommentare
Schade Frau Späni, wir haben Sie immer gerne gesehen und die wenigen Versprecher, über die sich jetzt viele auslassen, haben Sie doch nur noch etwas menschlicher gemacht. Wir wünschen Ihnen von Herzen eine gute Zukunft und senden Ihnen Grüsse aus dem Wallis Gudrun und Heinz Dürr Antworten
Frau Späni hat nicht nur als Spitzensportlerin sondern auch als Moderatorin überzeugt. Es spricht für sie, dass sie jetzt den Mut hat einen Weg zu gehen der nicht Trendi ist. Viel Glück und Befriedigung dabei! Die Nachfolgerin muss nicht ein schönes Gesicht haben sondern Freude und Interesse am Sport! Antworten
Die Information (Nachrichten, Sport, Dokumentarfilme) sind beim Schweizer Fernsehen auf einem konstant hohen Niveau. Regula Späni hat als Sportjournalistin gute Arbeit geleistet. Ihre beste Zeit hatte sie im leider eingestellten "Time-out". Ihr Abschied vom Fernsehen könnte mit der etwas verunglückten Sendung "Sport- lounge" zusammenhängen. Alles Gute Frau Späni! Antworten
fehlt nur noch, dass sie sagt, sie polarisiere halt. sämtliche interviews von frau späni waren eine zumutung. nicht ein einziges mal wurde nach einer antwort nachgehakt. nie entwickelte sich ein natürliches, geschweige denn ein spannendes gespräch sondern man leierte die vorbereiteten fragen runter. dieses phänomen des nichtgesprächführens können aber auch alle andern ausser rufer und salzgeber. Antworten
Als würde beim SF-Sport scharf beobachtet. Dass ich nicht lache. SF Sport ist eine einzige Katastrophe mit ganz wenigen Ausnahmen (F1, Tennis, Ski teilweise). Aber vielleicht gibt's ja tatsächlich auch mal für die anderen Sportarten einen kompetenten Moderator/Kommentator. Antworten
regula späni machte den braten nicht viel feisser. es geht doch viel mehr darum, dass wir in der deutschschweiz auch ein professionelles sportfernsehen erwarten dürfen, wie es beispielsweise unsere kollegen von tsi und tsr auch zu stande bringen. leider reicht der platz hier nicht aus, so dass ich frau späni alles gute wünsche und ihr herzlich danke, dass wir sie nicht mehr anschauen müssen. Antworten
Zwei Dinge, die Regula Späni definitiv fehlten: 1) Sachverstand 2) Moderationstalent Und trotzdem durfte sie 20 Jahre lang auf SF moderieren. Eigentlich eine Frechheit. Dass sie sich nun selbst vom Schirm ist eine echte Erleichterung. Danke Frau Späni. Antworten
Als regelmässiger Zuschauer der Sportsendungen auf SF finde ich das Niveau der Moderation generell gut! Über Geschmack, Humor & passende Kravatten lässt sich streiten. Bei Frau Späni muss ich allerdings sagen, die Frau hat wirklich kein Talent für's moderieren... unzählige Versprecher, ein schlechtes Timing & völlig steif! Süss war die zugespitzen Lippen nach jeder Modearation, wie ein Fisch im W. Antworten
Reden ist Silber - Schweigen ist Gold. Als Gelegenheitsgucker fällt mir das immer länger werdende Gequassel der Kommentatoren vor den eigentlichen Sportübertragungen auf. Hoffentlich haben jetzt wegen Spänis Abgang Hüppi & Co nicht das Gefühl sie müssten deren Part auch noch übernehmen... Antworten
sicher ist es gut wenn es immer mal wieder platz für neue gesichter und stimmen gibt, aber aufgedrängt hat sich dieser abgang von regula späni sicher nicht - da hat das schweizer fernsehen andere kaliber zum verschiessen; der bartli vom 10vor10, oder die berner-platte vom meteo wären z.bsp. meine persönlichen kandidaten Antworten
Ich gratuliere Frau Regula Späni zu ihren 21 Jahren vorbildlicher Sportnachrichtenpflege, dies umso mehr, da sie die Tochter eines meiner Studienkollegen an der Uni ZH ist, nämlich des leider früh verstorbenen Opern- haus - Tenors Paul Späni. Die Sache mit den "Versprechern": Welcher Deutschschweizer ist schon 100prozentig Herr des Schriftdeutschen, etwa die Politiker?! Antworten
Ich schliesse mich dem Grundtenor an, es ist GUT dass Sie sich Ihren Kindern widmet. Wieso aber dies Beni, Salzgeber, Wyler und Hüppi nicht gleich machen st mir unverständlich. Denn auch dieses Jahr werde ich wohl gezwungen sein Fussball WM auf ZDF und ARD zu schauen. Sachlichere und trockener Kommentare von Menschen die den Sport verstehen. Antworten
wir bedauern es auch alle sehr, herr leutert, dass es uns per juni vor peinlichkeit und fremdschämen auf dem eigenen sofa so plötzlich nicht mehr frieren sollte. ohnehin ist unsere sportreportabteilung mit dem biederen beni turnheer und seinen jüngern m. hüppi und j. billeter hochkarätig besetzt. komplettiert wird das tolle team noch durch steffi buchli und ihr erfrischendes lachen. weiter so. Antworten
Der Abgang von Regula Späni ist überfällig. Ihre Moderationsauftritte während der Olympischen Spiele als auch im Rahmen von Sportlounge beweisen zur Genüge, dass ihre Fähigkeiten heutigen Ansprüchen nicht gerecht werden (Verkrampftheit, fehlende Natürlichkeit: Trotz jahrelanger Erfahrung). Dass hingegen ein grosses Talent wie Janine Geigele vor Jahren "gegangen wurde", haben viele nie verstanden. Antworten
Moderatorinnen und Moderatoren zu kritisieren ist einfach! Leute, welche sich täglich ins Rampenlicht stellen, können es eben nicht jeder und jedem recht machen. Ich habe einen Tipp für diejenigen Fernsehzuschauer, welche dauernd etwas zu meckern haben. "Ton aus" drücken und nur noch gucken oder den Flimmerkasten mal ganz ruhen lass, aber das ist ja dann wahrscheinlich auch nicht recht genehm! Antworten
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Boris Horlacher
Ich finde, Regula Späni hat es super gemacht! Gerade die Vancouver Moderationen waren sehr sympathisch und echt. Schade dass sie aufhört. Antworten