Kultur

Song Contest: Sinplus – leider nein

Von Olivia Müller, Denise Jeitziner. Aktualisiert am 23.05.2012 87 Kommentare

Das Finale des Eurovision Song Contest findet ohne die Schweiz statt. Bilder, Analyse und Protokoll des Scheiterns – sowie der kurzen Röcke und der russischen Partyomas.

1/10 Schön gelächelt, schön auf der Bühne Brot gebacken, einigermassen schön gesungen: Finale für die russischen Partymäuse.
Bild: Keystone

   

(DerBund.ch/Newsnet)

  • Zusammenfassung  

    Für Freunde der durchgeknallten Darbietungen und der schrägen Töne gab es leider nicht allzu viel zu sehen und hören am ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest – abgesehen von den Brot backenden Partygrosis aus Russland und dem Adriano Celentano aus Montenegro. Die etwas enttäuschende Bilanz: Freakshow light.

    Dafür kamen die Freunde der kurzen Röcke einmal mehr auf ihre Kosten – und am Samstag gleich noch einmal: Mit Zypern, Griechenland und Rumänien schafften es drei knappe Kleidchen ins Finale und konnten damit von den nicht ganz so überzeugenden Stimmen ablenken.

    Ganz anders bei Rona Nishliu aus Albanien, deren gewaltige Stimme einen panischen Griff zur Fernbedienung auslöste. Leiser, leiser! Obacht für das Finale, denn die Sirene Rona Nishliu und ihr herzzerreissender Song haben es ebenfalls eine Runde weiter geschafft.

    Wie erwartet haben sich auch die russischen Partymäuse Buranowskije Babuschki und die hyperaktiven irischen Jedward-Zwillinge für den Final qualifiziert. Für das Tessiner Brüderduo Sinplus dagegen ist der Eurovision Song Contest (ESC) 2012 vorbei. Die beiden scheiterten mit ihrem Rocksong «Unbreakable». Damit nehmen Gabriel und Ivan Broggini aus Losone eine unschöne Schweizer Tradition wieder auf: 2007-2010 war nacheinander für DJ Bobo, Paolo Meneguzzi, die Lovebugs und Michael von der Heide schon im Semifinal Schluss gewesen. Die Baslerin Anna Rossinelli schaffte es 2011 in ihrem Halbfinal zwar knapp weiter, wurde aber im Endspiel letzte.

    Für alle Patrioten heisst es jetzt umschwenken auf die Kandidatin aus Dänemark, denn auch sie ist ein bisschen schweizerisch: Soluna Samays Mama stammt aus Luzern, wie uns Kommentator Sven Epiney erzählte. Er machte seine Sache wie immer gut und dieses Jahr ohne Tonprobleme.

    Für den Final vom Samstag fest gesetzt sind bereits die grossen Eurovisions-Länder Deutschland, Frankreich, Italien, Grossbritannien und Spanien sowie Gastgeber Aserbaidschan. Die restlichen zehn Teilnehmer für das 26er-Finalfeld werden im zweiten Halbfinale am Donnerstag ermittelt. Die Hoffnung auf eine etwas spassigere Unterhaltung muss also noch nicht begraben werden.


    Lesen Sie hier unten den gesamten Live-Ticker des ersten Halbfinales.

  • 20.57 Uhr  

    Der Countdown läuft, nur noch drei Minuten bis zum Start des ersten Halbfinales des 57. Eurovision Song Contest. Für die einen zum Fremdschämen, für die anderen Kult, für wieder andere eine einzige Freakshow. Wir versprechen: Es ist für alle etwas dabei.

  • 21.01 Uhr  

    Die ESC-Fanfare ertönt!

  • 21.02 Uhr  

    Bombastische Stimmung in der Halle, die Moderatoren brillieren mit Fremdsprachen (diejenige im roten Kleid ist auch Anwältin und nicht bloss TV-Tusse).

  • 21.07 Uhr  

    Jetzt kommt Rambo aus Montenegro mit «Euro Neuro». Haare heute gewaschen? Ein cooler Typ, keine Frage, aber was tut der da? Singen jedenfalls nicht. Auch Sven Epiney findet Rambo «abgefahren». Jetzt gehts weiter mit Island.

  • 21.14 Uhr  

    Greta Salóme & Jónsi spielen sonst im Musical «Phantom der Oper». Düster und dramatisch.

  • 21.15 Uhr  

    Perfekt synchronisiert, die Bewegunsabläufe. Bravo! Andrew Lloyd Webber hätte seine helle Freude an dem Paar.

  • 21.16 Uhr  

    Sven Epiney kündigt den ersten Minirock an.

  • 21.17 Uhr  

    Da ist er: Ganz klar, das kurze Kleidchen ist die einzige Chance für die Griechin Eleftheria Eleftheriou. Stimmlich ziemlich daneben, die junge Frau. Ab he, die Ehre der gebeutelten Nation hängt an ihr!

  • 21.21 Uhr  

    Diese fünf Lettinnen sehen aus wie Edel-Sekretärinnen. Aber wir wollen ja nicht nur aufs Äussere schauen heute. Die Stimme von Anmary ist ganz okay, der Song aber etwas einschläfernd für die Tageszeit. Wir erinnern, es ist 0 Uhr 21 Ortszeit.

  • 21.21 Uhr  

    Kein Geld für Kostüme?

  • 21.23 Uhr  

    Kosovo mit Dreadlocks?

  • 21.24 Uhr  

    Rona Nishliu schreit sich die Seele aus dem Leibe. Herzzerreissend. Hinreissend?

  • 21.25 Uhr  

    Stooopppt die Sirene! Es tut in den Ohren weh!

  • 21.27 Uhr  

    Männer aufgepasst, gleich ist Mandinga aus Rumänien dran. Sie sieht ziemlich feurig aus. Ob sie auch singen kann, wird sich gleich zeigen.

  • 21.29 Uhr  

    Diese Beine sind überdurchschnittlich gerade, oder?

  • 21.30 Uhr  

    Aber was macht die Band da mit den Dudelsäcken und dem Schweizerörgeli?

  • 21.32 Uhr  

    Naja. Nicht viel mehr als Bein war das. Bein und Band. Die Erfahrung zeigt: Ein sich rhythmisch bewegender, wohlgeformter Körper – und du bist am Eurovision fast am Ziel.

  • 21.33 Uhr  

    Hopp Schwiiz! Anmerkung der Redaktion: Die zwei Ticinesi waren/sind/werden (wieder sein) Studenten der Rechtswissenschaften. Kommt Ihnen bekannt vor? In keiner anderen Fakultät birgt soviel Show-Appeal, man denke an die vielen Ex-Missen...

  • 21.35 Uhr  

    Dodoch, das klingt doch gut, oder? Und auch die Haare sind schön bei Sinplus. Diese reizende Rasur ums Ohr, ist das in Mode? Und die Lichtshow! Beeindruckend.

  • 21.37 Uhr  

    Das Küken ist dran: Erst süsse 16 ist Iris aus Belgien. Und singt von der Liebe wie eine Grosse.

  • 21.40 Uhr  

    Bühne frei für die finnische Kindergärnterin.

  • 21.40 Uhr  

    Das Kontrastprogramm zu Lordi. Ginge auch als Gute-Nacht-Liedlein durch. Ziemlich einschläfernd, diese Ballade.

  • 21.41 Uhr  

    Glaubt Pernilla, es sässen bloss Kinderlein im Publikum? Gähn.

  • 21.42 Uhr  

    Gute Nacht dann. Sven Epiney findet sie herzerwärmend. Naja.

  • 21.43 Uhr  

    Israel? Europa? Ok. Politisch korrekt.

  • 21.43 Uhr  

    Der Ohrring ist chic. Der Anzug sitzt.

  • 21.48 Uhr  

    Ralf Siegel zum Siebenundfünzigsten. Oder so. Der ESC-Dinosaurier hat dieses Lied für Valentina Monetta aus San Marino geschrieben. Ihr glitzerndes Laptop hat sie auch dabei. Süss. Übrigens hatte ihr Song ursprünglich das Wort Facebook drin. Aber pfui, das darf sie nun nicht mehr singen. Das hört Mark Zuckerberg nämlich gar nicht gerne.

  • 21.53 Uhr  

    Schneewittchen goes Techno – und sieht dabei immerhin gut aus.

  • 21.54 Uhr  

    Die Buchmacher sehen sie als Favoritin. Aber wenn Ivi Adamou die Favoritin sein soll, was erwartet uns noch?

  • 21.55 Uhr  

    «I feel the empty», singt sie (uns aus dem Herzen).

  • 21.57 Uhr  

    Ein blondes Mädchen und eine Gitarre – das hat auch schon zum Sieg gereicht. Aber sie soll ein ganz kleines bisschen Schweizerin sein, sagte der Epiney. Also ein leises «Hopp!» auch für Soluna Samay aus Dänemark.

  • 21.59 Uhr  

    Russland! Man stelle sich vor: Gross, blond...

  • 22.00 Uhr  

    Aber es kommt alles anders: Buranovskiye Babushki.

  • 22.01 Uhr  

    Wir vermuten: Putin feiert lieber Bunga Bunga...

  • 22.03 Uhr  

    «Party For Everybody», yeah! Der Herzschrittmacher macht alles mit. Die rüstigen Rentnerinnen haben es drauf!

  • 22.03 Uhr  

    Wir geben unsere Stimme den Babuschkas: Für den Generationen-Dialog.

  • 22.04 Uhr  

    Der ungarische Robbie Williams im Matrix-Outfit! Momoll, singen kann er auch. Würde sich auch ganz gut fürs Radio machen, der Song, nicht zu kompliziert.

  • 22.08 Uhr  

    Die Ösis werden es doch wohl nicht besser als wir machen?

  • 22.10 Uhr  

    Nudelsuppe, Ghetto, Strip – in Österreich? Bei Kommissar Rex?

  • 22.11 Uhr  

    Ma, schau! Die lässen Effekte hier.

  • 22.12 Uhr  

    Die «Partyindianer» Trackshittaz haben ihr Land mit wahrlich viel Einsatz vertreten – und wir Schweizer lachen uns leise ins Fäustchen. (Das wird doch wohl keine Konkurrenz für uns sein, oder?). Also wenn Sinplus statt Trackshittaz ins Finale kommen, buchen wir das nächste Mal Ferien im Voralberg. Deal?

  • 22.15 Uhr  

    Was ist denn das für ein hübsches Beinkleid da, Pasha Parfeny? Man beachte auch die Damen im Hintergrund. Bühnentanz für Fortgeschrittene.

  • 22.16 Uhr  

    Das Publikum tobt! Folkore is not dead!

  • 22.18 Uhr  

    Frisch von der Grünen Insel: Jedward. Zuviel des Guten.

  • 22.20 Uhr  

    Früher, als die Zwillinge noch klein waren, da wollten sie Michael Jackson werden. Es reichte nur bis zum Kostüm.

  • 22.21 Uhr  

    Gibts von denen auch noch einen Dritten?

  • 22.22 Uhr  

    Schon im vergangenen Jahr waren die Zwillinge am ESC dabei. Werden sie den Mut noch ein drittes Mal aufbringen, falls es 2012 erneut nicht klappt?

  • 22.23 Uhr  

    Fragen über Fragen – Die Spannung steigt: Das Voting! Ab sofort können wir während 15 Minuten anrufen, anrufen, anrufen! Sinplus braucht jede Stimme. Wir meinen es ernst. Jede!

  • 22.24 Uhr  

    Und nun wählen Sie sich die Finger wund! Wer hat Ihnen gefallen, wen wollen Sie im Finale sehen?

  • 22.25 Uhr  

    Nochmals alles im Schnelldurchlauf. Für die Freunde von Freaks und schräger Musik gab es heute leider nicht allzu viel zu sehen, abgesehen von den Brot backenden Grossmütter und dem Adriano Celentano aus Montenegro.

  • 22.26 Uhr  

    Dafür aber für Freunde der kurzen Kleider und der langen Haare. Aber das soll erlaubt sein, wenn die Stimme nicht ganz so gross ist.

  • 22.31 Uhr  

    Bilanz bisher: Freakshow light. Wir sind fast ein bisschen enttäuscht. Was beschäftigt: Tragen sie im Osten alle die Haare so schön?

  • 22.33 Uhr  

    Schon wieder ein Schnelldurchlauf? Jetzt sollte auch der Hinterletzte wissen, welche Nummer er wählen muss, oder nicht? Aber gibt mehr Knete für die Organisatoren, schon klar. Tun wir ihnen den Gefallen. Endziffer 07 für die Schweiz!

  • 22.34 Uhr  

    Bitte nicht wieder die Sirene mit den Dreadlocks. Die einschläfernde Kindergärtnerin ist aber auch kein Trost. Seit wann ist die Veranstaltung so lahm?

  • 22.37 Uhr  

    Hier unsere Prophezeihung: Russland (Die Mafia), Zypern (Die Schönste) und Ungarn (Die Gay-Community) schaffen es ins Finale.

  • 22.39 Uhr  

    Warum durfte dieser Trommler hier eigentlich nicht mitmachen?! Vermutlich konnte er sich nicht gegen einen seiner vielen Freunde entscheiden, die alle mit ihm auf der Bühne sind. Die übrigen Kandidaten hatten nämlich limitierte Plätze. Nur sechs Leute dürfen jeweils gemeinsam auftreten.

  • 22.43 Uhr  

    Sie verpassen nichts. Holen Sie sich noch ein Stück Schokolade oder putzen Sie sich schonmal die Zähne.

  • 22.46 Uhr  

    Ob die Juroren Probleme mit dem Stimmenzählen haben?

  • 22.47 Uhr  

    Sind Wahlbeobachter vor Ort?

  • 22.49 Uhr  

    Jetzt sehen wir die ersten fünf Finalisten im Schnelldurchlauf. Deutschland, Frankreich, Italien, Grossbritannien und Spanien müssen sich nämlich gar nicht qualifizieren, sondern sind automatisch am Samstag dabei. Wir finden das ein bisschen fies.

  • 22.51 Uhr  

    Der freundliche Juror gibt Entwarnung: Alle Stimmen sind gültig. Na hoffentlich. Jetzt aber, wer ist dabei?

  • 22.52 Uhr  

    Rumänien mit seiner feurigen Sängerin! Nanu, wo ist sie denn? Wohl irgendwo hinter dem Männerknäuel da. Man will ja schliesslich brav gratulieren.

  • 22.52 Uhr  

    Wer schafft es noch? Moldawien! Das Beinkleid wars, ganz bestimmt!

  • 22.53 Uhr  

    Drittes Ticket für das Musical-Duo aus Island!

  • 22.54 Uhr  

    Ungarn, wir haben es gesagt! Einzug ins Finale für den Robbie-Williams-Verschnitt.

  • 22.54 Uhr  

    Auch Dänemark ist dabei mit der Halb-Schweizerin! Ihr Mami ist aus Luzern. Immerhin.

  • 22.55 Uhr  

    Oh nein, auch die Sirene ist dabei am Samstag! Keine Gnade den Ohren.

  • 22.56 Uhr  

    Was haben wir gesagt? Zypern im Finale. Und Sinplus? Nur noch wenige Plätze übrig...

  • 22.57 Uhr  

    Sinplus! Sinplus! Ach nö, Griechenland schafft es mit dem kürzesten Röcklein des Abends.

  • 22.57 Uhr  

    Auch die russischen Grossmütter sind im Finale, logo. Jetzt aber husch ins Bett, es ist ja schon spät in Baku. Zwei Uhr in der Früh, um genau zu sein.

  • 22.59 Uhr  

    Letzte Chance! Letztes Finalticket! Schweiz! Schweiz! Schweiz!

  • 22.59 Uhr  

    Die machen es spannend, die Moderatoren...

  • 22.59 Uhr  

    Die Zwillinge aus Irland schaffen es, die Schweiz ist draussen...

  • 23.00 Uhr  

    Sven Epiney ist enttäuscht, wir auch. Zumindest wird uns die Schmach von «Zero Points» erspart bleiben. Gute Heimreise, Sinplus.

Erstellt: 22.05.2012, 20:28 Uhr

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87 Kommentare

Hans-Peter Pfister

22.05.2012, 23:14 Uhr
Melden 135 Empfehlung 0

Warum SF-DRS für diese absolute GAGA-Veranstaltung immer noch Geld investiert kann ich absolut nicht nachvollziehen. Wir haben es doch nicht nötig an einer solch mehr als flüssigen --> nämlich überflüssigen Veranstaltung teilzunehmen. £HAbt doch endlich den Mut dem ESC den Rücken zu kehren. Antworten


Robert Studer

22.05.2012, 23:44 Uhr
Melden 36 Empfehlung 0

Wer weiss, vielleicht hätte es gereicht, wenn der Sänger mehr Englischstunden genommen hätte. Der Akzent war unüberhörbar - in jur waudest drimm ;-) Antworten



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