So tönt Coolness
Von Denise Jeitziner. Aktualisiert am 23.11.2011 3 Kommentare
Selbst Dumpfbacken können Ukulele lernen, verspricht dieses Buch: Ukulele for Dummies. John Wiley & Sons; 1. Auflage (24. Juni 2011).
Info
Die Ukulele gilt als hawaiianisches Nationalinstrument. Dabei war es ein Portutiese, der 1879 die Braguinha, ein ähnliches Instrument, von Madeira nach Hawaii gebraucht hat. Weil sich die Finger beim Spielen so schnell bewegen, nannten die Einheimischen das Instrument Ukulele, was so viel heisst wie hüpfender Floh. Weitere Infos über die Ukulele gibt es auf www.ukulele.ch
Bohemian Rhapsody auf der Ukulele
The Beatles auf der Ukulele
The Ukulele Orchestra of Great Britain
Tom Hodgkinson liebt die Ukulele
Stefan Raab zeigt Will Smith seine Ukulele
Abba mit Ukulele
Occupy Ukulele
Occupy Ukulele in New York
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Auf Youtube sind unzählige Coverversionen mit ihr überall zu finden von Abbas «Dancing Queen» bis Freddy Mercurys «Bohemian Rhapsody», hippe Menschen wie der britische Autor Tom Hodgkinson bekennen sich schwärmend zu ihr und zur Occupy-Bewegung gehört sie so selbstverständlich dazu, wie die Guy-Fawkes-Masken: die Ukulele. Es gibt ein neues Handbuch mit dem Titel «Ukulele for Dummies», das Ukulele Orchestra of Great Britain tourt gerade durch Europa und das neue Soloalbum von Eddie Vedder (Pearl Jam) heisst «Ukulele Songs».
Verkauf um 16 Prozent gestiegen
Was hat es bloss mit dem hawaiianischen National-Instrument auf sich, das aussieht, wie die Kinderversion einer Gitarre? Die Nachfrage steigt, auch in der Schweiz. «Wir verkaufen deutlich mehr Ukulelen als noch vor fünf Jahren», heisst es etwa beim Zürcher Musikhaus central music, das nach eigenen Angaben das wohl grösste Sortiment von Ukulelen in der Schweiz hat. Auch Tabea Resin von der Musikschule Hug bestätigt, dass die Nachfrage nach Ukulele-Unterricht in den vergangenen zwei Jahren gestiegen ist.
Wie viele Ukulelen genau in der Schweiz verkauft werden, ist nicht bekannt. Etwas genauer lässt sich der Trend anhand der Verkaufszahlen in den USA beziffern, wie die Business Weekly schreibt. 2010 ist der Ukulele-Verkauf in den USA im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 580'000 verkaufte Stück gestiegen, währenddem der Gitarren-Verkauf um etwa zehn Prozent abgenommen hat. «Die Ukulele ist das einzige Instrument, mit dem momentan Geld zu machen ist», wird der Vizepräsident eines Online-Instrumenten-Vertriebs zitiert. Auf die Frage, weshalb die Ukulele plötzlich so cool ist, hat er genauso wenig eine Antwort, wie die befragten Kenner in der Schweiz.
«Sie passt gut zur momentanen Zeit»
Auch Ernst Weber, der in Zürich Ukulele unterrichtet, kann nur mutmassen: «Die Ukulele hat etwas Liebliches und passt gut zur momentanen Zeit, in der nicht alles so rosig ist.» Vielleicht hat der relativ günstige Preis mit dem Boom zu tun (mit nicht einmal 50 Franken ist man schon dabei) oder damit, dass das Instrument relativ leicht zu erlernen ist. «Wer fünf gesunde Finger hat, kann sofort losspielen», sagt der Ukulele-Lehrer Weber. Sie hat bloss vier Saiten und wird mit einem Filzplektrum gespielt; viel Fingerfertigkeit ist da gemäss Weber nicht nötig, theoretisches Wissen auch nicht. «Viele Erwachsene haben keine Lust, sich lange mit Theorie herumzuschlagen.» Und weil das Instrument so leicht und klein ist, kann es überall mitgenommen werden: auf Reisen, ans Openair oder eben zu Occupy Paradeplatz.
Auch bei den hippen Prominenten ist die Ukulele beliebt. Der britische Autor Tom Hodgkinson, selbst begeisterter Ukulele-Spieler, hat öffentlich dazu aufgerufen, dass sich jeder eine Ukulele zulegen solle. «Sie sind besser als iPods. Kinder können damit spielen und es sieht auch bei den Ladies elegant aus: siehe Marilyn Monroe und Audrey Hepburn.» Hodgkinson empfiehlt, das Instrument zur Arbeit mitzunehmen und ein bisschen darauf zu spielen, während man darauf wartet, bis der Computer endlich wieder aus der Download-Starre erwacht.
Mindestens einer kann über den aktuellen Ukulele-Boom allerdings nur lachen: der deutsche Entertainer Stefan Raab. Er hat den Reiz der kleinen «Gitarre» schon vor Jahren erkannt und tritt kaum ohne sie auf. Noch viel früher, in 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, war die Ukulele schon einmal äusserst beliebt. Zu dieser Zeit entwickelte sich Hawaii zu einer beliebten Touristendestination und von dieser ist das kleine Instrument mit den vier Saiten genau so wenig wegzudenken, wie die farbigen Blumenketten und die flatternden Baströcklein. Übrigens: Ukulele bedeutet auf hawaiianisch hüpfender Floh. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.11.2011, 12:11 Uhr
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3 Kommentare
Ich persönlich finde, dass Ukulele überschätzt wird. Dem Instrument fehlt der Tiefgang und nach ein paar Takten nervt das Teil nur noch. Und nur weil sie wie ein kleines "Gittäreli" aussieht meint man es sei einfach zu lernen, ein Trugschluss. was bleibt sind wieder die üblichen Lagerfeuer-Songs für Dummies: House of the Rising Sun, Lady in Black und Knocking on Heavens Door GÄÄÄHN! Antworten
hübscher Bericht, gehöre auch erst seit knapp einem Jahr zu den Ukulele-Liebhabern
aber:
"Stefan Raab tritt kaum ohne Ukulele auf" - ?!
Ich hab den Raab schon seit Jahren nicht mehr mit der Uke gesehen, obwohl er fast täglich im TV ist.
Wie kommt die Denise J. auf sowas?
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