Kultur

Schwarzer Humor übers grosse Schwarze

Von Denise Jeitziner. Aktualisiert am 07.05.2010

Karikaturisten haben die Burka für sich entdeckt. Ganze Comicbücher drehen sich um das grosse Schwarze. Trotz des Dramas um die Mohammed-Karikaturen. Wir zeigen die bösesten.

1/25 Null Toleranz bei Burkaträgerinnen. Cartoon von Peter de Wit aus «Burka Babes».

   

Burka-Comics


  • «Burka Babes» von Peter de Wit, Gaberboccus Press.

  • «Burka - Entdecke die Möglichkeiten» von Eva Schwingenheuer, Eichborn.

Spätestens seit den berüchtigten Mohammed-Karikaturen bewegen sich Karikaturisten auf heiklem Terrain. Man hätte meinen können, sie würden die Finger von sensiblen Themen lassen. Aber nichts da. Muslimische Cartoons sind im Trend. Besonders Burkas werden neuerdings auf die Schippe genommen.

Verschiedene Comicbücher widmen sich dem «grossen Schwarzen». Etwa dasjenige von Eva Schwingenheuer, «Burka – Entdecke die Möglichkeiten». Die deutsche Zeichnerin hat sich vom Karikaturenstreit nicht einschüchtern lassen. Ihr Buch zeigt über 40 herrliche Alltagsszenen von Burkaträgerinnen. «Beim Friseur» heisst etwa eine der Zeichnungen. Zu sehen ist ein Coiffeur, der neben einer voll verschleierten Frau steht. «Nur die Spitzen, bitte.» Ganz toll sind auch die «Nuttenburka» mit leicht verschobener Sichtöffnung, die «Punk-Burka» mit integriertem Irokesenschnitt oder das «Burka-Bunny des Monats».

Politisch inkorrekt?

Ist das nun politisch inkorrekt? Rassistisch? Bei den Rezensionen gibt es keine Einigkeit. Die einen finden, das umstrittene Ganzkörpergewand sei niemals liebevoller dargestellt worden. Andere halten Schingenheuers Zeichnungen für völlig unangebracht. «Durch die Verspottung der Künstlerin erfahren Burkaträgerinnen eine doppelte Viktimisierung: Sie sind nicht nur Opfer eines Kleidungszwangs, sondern auch noch die Zielscheibe des Spotts einer westlichen Frau, die sich damit als Künstlerin und Frauenrechtlerin empfehlen will», poltern die Rezensoren auf der Website «Nafisa, Frauen – Gesellschaft – Islam».

«Burka Babes» heisst das Büchlein von Peter de Wit. Dort sind süsse Burkaträgerinnen dargestellt, in schlichten Zeichnungen, die aussehen wie Barbamama. Mal sind sie süss, (eine kleine Burkaträgerin mit aufgenähtem Lehrlings-L), mal zynisch (Nonnenkleid gegen Burka), mal bitterböse (Burkaträgerinnen, die an verlängerten Tampons hängen). Herrlich, die Zeichnungen von Peter de Wit, zumindest aus der unverschleierten Sicht. Dass damit die Mohammed-Erzürnten in Rage gebracht werden, ist unwahrscheinlich. Schliesslich geht es um verschleierte Frauen, nicht um ihren Propheten. Klar ist, kaum etwas regt die Fantasie so an wie eine Burka, weil kaum etwas mehr verbirgt als der Ganzkörperschleier. Fast nichts wissen wir davon. Mit Cartoons lässt sich der Schleier zumindest etwas lüften. Das muss erlaubt sein. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.05.2010, 14:40 Uhr

Kultur

Populär auf Facebook Privatsphäre


DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!