Schlechtes Zeugnis für Schweizer Medien

Aktualisiert am 13.08.2010 77 Kommentare

Die Schweizer Demokratie leide unter der schlechten Qualität der Medien, will die Stiftung «Öffentlichkeit und Gesellschaft» herausgefunden haben. Und zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft.

Die Kritik vom Soziologen Kurt Imhof (Quelle: SF/Tagesschau) ... (SF / Tagesschau)

... und eine Erwiderung von Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbandes Schweizer Presse (Quelle: SF/Tagesschau).

Publikation

«Jahrbuch 2010 Qualität der Medien, Schweiz - Suisse - Svizzera», Herausgegeben vom fög - Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft/Universität Zürich im Auftrag der Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft. 373 Seiten, 174 Grafiken. 98 Franken.

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Schuld an der Medienkrise seien vor allem die Gratiskultur im Internet und bei Pendlerzeitungen sowie der Spardruck auf den Redaktionen. Anstatt ausgewogen über politische Debatten zu berichten, beherrschten Formfragen die Mediendiskurse, schreiben die Wissenschaftler der Universität Zürich in der am Freitag in Bern veröffentlichten Studie. Die Informationsmedien vernachlässigten ihre Funktion, die Bürgerinnen und Bürger über das politische Geschehen aufzuklären.

Ein gutes Beispiel sei die Minarettinitiative vom vergangenen Herbst: Obwohl die Mehrheit der Schweizer Parteien gegen das Minarettverbot waren, beherrschten die Befürworter die mediale Debatte. «PR-Aktionen wie das Minarettplakat erreichten intensive mediale Berichterstattung», heisst es im erstmals erschienen Jahrbuch.

Online-Portale «qualitätsschwach»

Ein Ende der negativen Entwicklung ist gemäss den Forschern des Bereichs Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich nicht in Sicht. Die publizistische Versorgung durch qualitätsschwache Medien im Internet und der gedruckten Presse werde weiter zunehmen. Denn vor allem jüngere Mediennutzer zwischen 15 und 34 Jahren seien mit der «Gratiskultur» gross geworden. Online-Portale passten sich «den Mustern der Themenbewirtschaftung der Gratis- und Boulevardzeitungen an».

Finanziert und gefördert wird das Jahrbuch «Qualität der Medien» durch die gemeinnützige Stiftung «Öffentlichkeit und Gesellschaft». Zum Stiftungsrat gehören unter anderem der Soziologe Kurt Imhof, die Aargauer Ständerätin Christine Egerszegi oder der ehemalige Bundesratsspecher Oswald Sigg. (rb/sda)

Erstellt: 13.08.2010, 12:00 Uhr

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77 Kommentare

Thomas Haber

13.08.2010, 12:33 Uhr
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Alle Medien waren GEGEN die Minarettinitiative, inkl. Boulevardmedien. Für linke Soziologen ist es offenbar ein Problem, dass das Thema überhaupt erwähnt wird. Totschweigen wäre ihm lieber, wie mit allen Problemen rund um das Thema Minarett. Zum Glück gibt's Internet und Blogs. Antworten


urs bauer

13.08.2010, 12:28 Uhr
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Das ist schon richtig, das die Qualität der Medien sehr nachgelasen hat. Voralem durch Kosteneinsparung werden teilweise Berichte oder Schlagzeilen von anderen abgeschrieben oder nicht mehr richtig recheriet. Auch werden zu viele Nachrichten von den grossen wie Reuters ohne grosse überprüfung ubernommen uns stellen sich dann nachhinein ganz ander dar. Antworten



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