Kultur

«Hach, ich fühle mich wohl bei dieser Transaktion!»

Nach der gestrigen Pressekonferenz von Philipp Hildebrand fragt sich die Schweiz: Wieso hat der Notenbanker seine Frau nicht gestoppt? Wir stellen uns vor, was sich am 15. August im Hause Hildebrand abgespielt hat.

«Ich kaufe ein bisschen Dollar, die sind ja fast lächerlich billig»: Philipp und Kashya Hildebrand.

«Ich kaufe ein bisschen Dollar, die sind ja fast lächerlich billig»: Philipp und Kashya Hildebrand.
Bild: Screenshot SF/«10vor10»

15. August 2011. Philipp Hildebrand und seine Gattin Kashya sitzen am Frühstückstisch. Er liest hoch konzentriert die «Weltwoche», sie rührt in ihrem Kaffee.

K: Darling, kannst du mir bitte den Zucker reichen?

P: Hm.

K: Den Zucker! Du wirkst in jüngster Zeit so abwesend. Was ist eigentlich los?

P: Hä? Naja, der Euro. Die Bank. Die «Weltwoche»!

K: Ich habe gestern im Expat-Club Shawne getroffen.

P: Schön.

K: Geht so. War wie immer ziemlich langweilig. Aber sie hat mir ihren neuen Mantel gezeigt. Der hat ein bisschen was gekostet, 45'000 Dollar.

P: Aha.

K: Jetzt ist dann wieder die Art Basel Miami. Dort muss ich eine gute Falle machen.

P: Tammi! Immer dieser Köppel!

K: Ich hätte da eine Idee.

P: So ein Wadenbeisser!

K: Ich kaufe ein bisschen Dollar, die sind ja fast lächerlich billig.

P: Hm.

K: Ein bisschen zocken. Für eine Birkin Bag. Oder zwei. Eine für mich, eine für Shawne. Die braucht etwas Trost, du weisst schon, der Thomas und seine Flittchen.

P: Das gibts doch nicht!

K: Du sagst es. Offenbar will er ihr jetzt auch noch die Alimente kürzen.

P: Ach.

K: Ja, voll. Also was ist mit den Bags?

P: Soso.

K: Was soso? Eine kostet im Fall 20'000. Sag mal, hörst du mir überhaupt zu?!

P: 40'000 Dollar. Viel Geld.

K: Stimmt. Aber wenn du nächsten Monat den Franken schwächst, werden die Taschen noch teurer.

P: Verdammtes Milchgesicht!

K: Hör mal, ich verstehe davon auch was. Ich komme nicht aus dem Künstlermilieu, ich war mal im Devisenbusiness. Ich bin eine starke Persönlichkeit!

P: Ja, ja.

K: Dann findest du die Idee gut?

P: ...

K: Ok, dann wechsle ich grad noch mehr. Vom gemeinsamen Konto, wir haben da ja noch was flüssig vom Hausverkauf. Hach, das ist wie früher! Ich fühle mich wohl bei dieser Transaktion!

Am Abend, im Ehebett:

K: Darling, ich fühle mich nicht so wohl.

P: Was ist denn los?

K: Die Transaktion…

P: Was für eine Transaktion?

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.01.2012, 23:10 Uhr

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46 Kommentare

Peter Meier

06.01.2012, 10:37 Uhr
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Es ist ja nicht wirklich so, dass sich die Medienschaffenden in der ganzen CB-PH-Kampagne bis jetzt mit Ruhm bekleckert haben (etwa mit fundierten Recherchen, intelligenten Kommentaren oder gar ein bisschen Gelassenheit). Wie's scheint, wollen sie das auch nicht ändern... Antworten


Philipp Imhof

06.01.2012, 10:55 Uhr
Melden 151 Empfehlung

Tolle journalistische Leistung. War das der Praktikant? Ein ziemliches Armutszeugnis für den TA. Wenn's wenigstens lustig wäre, dann würde man's als Satire erkennen. Und dann ist's noch im Ressort "Kultur" eingeordnet. Bin schwer beeindruckt. Antworten



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