Kultur
Einstein und die Weissfisch-Skizze
Aktualisiert am 12.04.2012 11 Kommentare
Links
Artikel zum Thema
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Und da, plötzlich ein Fisch! Inmitten der gekritzelten Notizen – ein grosser, plumper Fisch, oder ists schon ein Hai? «Offenes Meer», schreibt Albert Einstein darüber, «grosse Weissfische tummeln und springen über die Wasserfläche.» Es ist der 4. Juli 1930, Einstein befindet sich mit seiner Frau Mileva auf der Überfahrt in die USA, er grübelt und brütet gerade über einem Bewegungsgesetz. Daneben schlägt sich der bereits international bekannte Physiker «mündlich und telegrafisch» mit einer «Reporterplage» herum, wie er am selben Tag notiert.
Hochspannende Wissenschaftsprosa
Einsteins Reisenotizen sind seit einigen Tagen ebenso online zugänglich wie seine Erklärungen zur berühmten Formel «E=mc²» oder das Manuskript zu seiner Berliner Rede über Palästina. Realisiert wurde das vor einigen Tagen präsentierte Mammutprojekt von der Hebrew University in Zusammenarbeit mit dem California Institute of Technology Pasadena; 7000 Handschriften wurden bis dato digitalisiert, weitere sollen im Verlauf des Jahres folgen. Für Einsteins Berufskollegen sind die veröffentlichten Files ein prächtiges Geschenk, gewähren sie doch Einblicke in die Arbeitsweise des Physik-Genies.
Verblüffend ist auf den ersten Blick, wie versiert Einstein im schriftlichen Ausdruck war, selbst viele seiner physikalischen Nachforschungen bestehen aus Fliesstext. Seine zuweilen fast poetische Wissenschaftsprosa stellte ein hochspannendes Untersuchungsfeld dar – für Literaturwissenschaftler wie Physiker gleichermassen. Einsteins spektakuläre Bemerkungen zu «E=mc²», zum Beispiel: «[D]er Satz von der Erhaltung der Energie hat ehedem den der Erhaltung der Wärme und neuerdings den der Erhaltung der Masse geschluckt und hat so allein das Feld behauptet. Den Satz von der Äquivalenz von Masse und Energie pflegt man (etwas ungenau) durch die Formel E = m × c² auszudrücken.»
«Maja schreibt mir leider...»
Natürlich stösst der Leser bei der Lektüre der Einstein-Notizen rasch an seine Grenzen, wenn der gebürtige Deutsche, zwischenzeitliche Schweizer und spätere Amerikaner mit Formeln zu hantieren beginnt. Für den Laien bleiben die privaten Manuskripte: die Postkarten an die Mutter Pauline etwa («Maja [Einsteins jüngere Schwester] schreibt mir leider, dass Du nicht nur viel Schmerzen hast, sondern dass Du Dir auch trübe Gedanken machst») oder die Matura-Zeugnisse (Note 6 in Physik, eine 3 in Französisch). Es sind Dokumente, die grösstenteils nicht für die Nachwelt gedacht waren und häufig banaler Natur sind – und doch erscheint jeder Schnipsel bewahrenswert, als Mosaiksteinchen des genialen Mysteriums Einstein.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.04.2012, 13:39 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
11 Kommentare
Gerade wenn man Einsteins Handschrift sieht, wundert man sich extrem darüber, dass in der Schule auch heutzutage das Fach "Schönschreiben" ein Hauptfach ist und die Zeugnisnote eine Hauptnote. Einsteins Schrift ist ja gerade der Beweis dafür, dass nicht das Schönschreiben, sondern das WasSchreiben wichtig ist. Antworten
Kultur
Am und auf dem kühlen Nass
Erleben Sie erfrischende Ausflüge mit SBB RailAway am und auf dem kühlen Nass.
FÜR MEHR «YESSS!» IM ALLTAG!
Erfahren Sie, wie unsere Services das Leben erleichtern. Jetzt Videos schauen: search.ch/diego
Abopreise vergleichen
Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.


Bitte warten












Die Welt in Bildern












