Kultur

Eine Ode an die Postkarte

Aktualisiert am 13.02.2012 5 Kommentare

Unlängst gehörten sie noch fix zum Ferienalltag, heute wecken Postkarten bereits nostalgische Gefühle. Die ETH-Bibliothek gewährt mit einem Buch einen Einblick in ihren bunten Postkartenfundus.

1/11 So sieht es aus, wenn es in Brunnen stürmt: Postkarte mit Poststempel vom 4. März 1924.
Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

   

Die Welt im Taschenformat

Monika Burri: Die Welt im Taschenformat. Die Postkartensammlung Adolf Feller. Scheidegger & Spiess, Zürich 2011. 135 S., viele Abb., ca. 76 Fr.

Infobox

Das Bildarchiv der ETH-Bibliothek macht seine Schätze auch in Buchform sichtbar – mit der Buchreihe «Bilderwelten». Der erste Band ist «Die Welt im Taschenformat» mit ausgewählten Sujets aus der Postkartensammlung des Schweizer Unternehmers Adolf Feller.

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So sehr unsereins wegen der Erfindung von E-Mails und MMS aus dem Häuschen war, so bahnbrechend war für unsere Urgrossmütter oder Ururgrossväter die Erfindung von Postkarten. Ende 19. Jahrhunderts kamen die Grüsse in Bilderform in den Umflauf, das neue Kommunikationsmittel. Von da an schickte es sich – kaum war man ein paar Tage verreist –, sich hinzusetzen und einen Stapel Postkarten mit Sätzen zu beschriften wie «Wetter gut, Essen gut, alles gut» oder «Sommer, Sonne, Meer, was will man mehr?».

Wieder daheim, war die Freude gross, wenn sich auch im eigenen Briefkasten die eine oder andere Postkarte fand von irgendwo auf dieser Welt. Die einen entdeckten bei all den bunten Karten ihre Sammlerleidenschaft. So auch der Schweizer Unternehmer Adolf Feller. Rund 54'000 Postkarten haben zuerst er und später seine Tochter zwischen 1889 und 1980 gesammelt. Inzwischen sind diese alle im Besitz des Bildarchivs der ETH-Bibliothek Zürich. Eine Auswahl gibt es nun auch in Buchform: «Die Welt im Taschenformat» heisst das Sammelwerk, der erste Band in der neuen Buchreihe «Bilderwelten», mit der die ETH-Bibliothek ihre Schätze der Öffentlichkeit näherbringen will.

Viele von Adolf Fellers Postkarten zeigen Orte und Landschaften aus der Schweiz. Aber auch mehr oder weniger experimentelle Grüsse aus New York, Tokio, Grönland oder den Fidschi-Inseln finden sich in seiner Sammlung. Das Buch ist in verschiedene Kapitel unterteilt und stellt Themen wie tourismustechnische Infrastruktur, Wintersport und Strandleben, Stadt und Landschaft oder besondere Ereignisse vor. Zudem erklärt die Zürcher Historikerin und Publizistin Monika Burri jeweils die kulturgeschichtlichen Hintergründe. (dj)

Erstellt: 13.02.2012, 14:30 Uhr

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5 Kommentare

Bischoff Thomas

13.02.2012, 15:36 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Grundsätzlich wäre die korrekte Bezeichnung Ansichtskarten und nicht Postkarten. Ansichtskarten sind im Unterschied zu Postkarten mit einem Bild oder einem Photo versehen und sind erst etwa ab 1895 in Umlauf gebracht worden. Viele weitere Bilder von historischen Ansichtskarten finden Sie auf www.ak-fundus.ch. Antworten


Alain Burky

13.02.2012, 18:50 Uhr
Melden

Die "Hippie-Kultur" (Bild 11), also auch Sturm und Drang in der Jugend (Hesse, Goethe);
oder auf romantische Art "zurueck zur Natur" à la Jean-Jacques Rousseau;
gibt es schon lange.
Man lese auch die Geschichte des "monte verita" bei Ascona (Tessin).
Ich mag alte Postkarten, von wo auch immer, sehr.
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