Kultur
Die eine hat den Prinzen, die andere den Po
Aktualisiert am 19.04.2012 9 Kommentare
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Seit Kate Middleton Prinz William ehelichte, gleitet sie durch ihre Medientermine mit der unanfechtbaren Eleganz einer Prinzessin. Tadellose Kleidung und Haltung, schmale Figur, einnehmendes Lächeln. Alles zeugt von strengster Kontrolle – kein einziges Haar schert aus der immer perfekt gelegten Frisur aus. Kate Middleton lebt ihre Rolle als Thronanwärterin vollkommen. Wäre da nicht die kleine Schwester, die sich immer wieder ins Bild drängt.
Der Pistolen-Skandal
Als Kate ihren William ehelichte und die Augen der Weltöffentlichkeit auf das gesellschaftliche Grossereignis des Jahrzehnts gerichtet waren, blieben die Medien unpassenderweise an Pippas Derrière hängen und katapultierten die Schwester der Herzogin auf die Landkarte des Boulevards – und damit auch das Konkurrenzverhältnis, in dem die beiden Schwestern stehen. Kate hat den Prinzen, Pippa den Po – aber wer hat die Arschkarte? Das weiss niemand, am wenigsten die Medien. Aber sie setzen alles daran, es herauszufinden und notfalls zu provozieren. Und so verschwand die jüngere Schwester nach der Hochzeitszeremonie auch nicht von der Bildfläche. Im Gegenteil. Während man sich allerdings bislang auf amouröse Verbandelungen der jüngeren Schwester beschränken musste, hat sie nun so etwas wie einen Skandal geliefert.
So feierte sie vergangene Woche mit dem französischen Millionenerben Vicomte Arthur de Soultrait in Paris dessen dreissigsten Geburtstag, mit Lederhalsbändern, Schönheiten in Korsetts und aus Torten springenden Burlesque-Tänzerinnen. Später dann fuhr ein Freund des Vicomte Pippa zum Gare du Nord und zog dabei eine Knarre aus dem Handschuhfach, um sie gegen die Fotografen zu strecken. Dies nur wenige Tage nachdem ein Amokläufer in Frankreich wahllos Menschen exekutiert hatte. Nachdem der «Skandal» durch alle Blätter gerauscht war, entschuldigten sich alle Beteiligten sofort.
Rivalisierende Schwestern
Wie die Herzogin sich zum Fauxpas der Schwester stellt, ist bislang unbekannt. Doch ihre Freude an den Partys der Schwester dürfte sich in Grenzen halten. 20 Monate lagen zwischen der Geburt Kates und ihrer jüngeren Schwester Pippa. Die beiden, so heisst es, hätten immer ein nahes, aber auch von Rivalitäten geprägtes Verhältnis gehabt. In der Schule galt Pippa als die Extrovertiertere, Keckere und Hübschere der beiden Schwestern. In der Oberstufe begann Kate, sich in eine elegante junge Lady zu verwandeln, ehrgeizig wie die Mutter – und erfolgreich, hat sie doch den Prinzen vor den Altar begleitet. Wäre da nur nicht die Schwester, die ihr konstant die Show stiehlt.
Ältere Geschwister tendieren dazu, ihre Position im Familienverhältnis mit einer konservativen Haltung gegen die Konkurrenz der jüngeren zu verteidigen. Erstgeborene gelten als machtorientierter, verantwortungsbewusster und gewissenhafter. Spätgeborene hingegen sind offener für neue Erfahrungen, sie gelten als sozial kompetenter, beliebter, extrovertierter und durchsetzungsfähiger, zumal sie eine passende Nische für sich suchen müssen. Pippa sucht diese offensichtlich noch – und passt damit perfekt ins Schema. Die Frage ist nur, wie die beiden Schwestern angesichts ihrer exponierten sozialen Situation mit ihrer Rivalität umgehen. Hat Kate die jüngere Schwester angerufen und ihr klargemacht, dass sie zu weit gegangen ist? Dass sie sich gefälligst zurücknehmen, ihr nicht weiter Unannehmlichkeiten bereiten soll?
Falls ja, hat sie sich damit vielleicht auch einen Bärendienst erwiesen. Denn so schwer es zu ertragen sein muss, wie die Medien das Konkurrenzverhältnis zwischen den beiden Schwestern schüren, so sorgen die Eskapaden der jüngeren Schwester auch dafür, medialen Druck von der Prinzessin zu nehmen. Pippa ist das beste Ablenkungsmanöver, das Kate sich wünschen könnte – und im Licht von Pippas Skandälchen steht Kate umso strahlender da. Vielleicht ist eine aufmüpfige Schwester alles, was es braucht, um in einer solchen Position überleben zu können. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.04.2012, 15:13 Uhr
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9 Kommentare
Super der Satz von Fra Binswanger; "...wäre da nicht Pippa die sich immer wieder ins Bild drängt." Drängt man sich ins Bild, wenn man in einem Cabrio sitzt, das von einem motorradfahrenden Pressefotografen verfolgt wird? Die Perversion = Verdrehung des Journalismus wird zunehmend unausstehlich! Die Welt wäre menschlicher, wenn es keine bezahlten Schreiberlinge gäbe. Antworten


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