Kultur

Das klassische Taxi verschwindet aus New York

Aktualisiert am 10.04.2012 6 Kommentare

Ein New-York-Foto ohne Taxi ist wie ein Ei ohne Eigelb. Diese Ästhetik wird bald gestört: Bis 2018 werden die gelben Limousinen durch klobige Vans ersetzt.

1/24 Das New-York-City-Cab gehört zum Bild der Stadt untrennbar dazu. Die gelben Farbtupfer verleihen...
Bild: Keystone

   

Charles Vidich: The New York Cab Driver and His Fare; 186 Seiten; Transaction Publishers, 1976.

Taxifahrt bei «Sex and the City»

Trailer «New York Taxi»

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Das New-York-City-Cab ist nicht nur ein Taxi, es ist eine Touristenattraktion. Auf Postkarten, Tassen oder Kalendern ist das gelbe Auto verewigt, in unzähligen Filmen und Serien spielen die Autos, wenn nicht die Hauptrolle wie in Tim Storys «New York Taxi», so zumindest eine Nebenrolle wie in «Sex and the City», in der Taxis fast so gegenwärtig sind wie High Heels. Ohne den vertrauten gelben Tupfer wirken Fotos vom Empire State Building, Times Square oder Central Park irgendwie unvollständig.

Nissan ersetzt Ford

Nun wurde bekannt gegeben, dass die eleganten Limousinen bis 2018 klobigen Vans weichen müssen. Knapp 12'000 der heutigen Cabs sind heute von Ford, etwa 1000 von Toyota und dazu noch ein paar wenige von anderen Marken. Das Taxi der näheren Zukunft stammt derweil von Nissan. «Es wird das sicherste und bequemste Taxi, das die Stadt jemals gesehen hat», kündigte Bürgermeister Bloomberg bei der Präsentation des Nissan NV200 an.

Leider wird es aber wohl auch das unästhetischste sein, das bislang durch die Strassenschluchten Manhattans gekrochen ist. Denn der Nissan NV200 ist klobig, eckig und erinnert eher an einen schwerfälligen Schulbus als an ein wendiges Taxi. Bis zum 16. April steht es noch in der New York International Auto Show. Schon ab kommendem Jahr werden sie auf New Yorks Strassen fahren. Wer also noch Erinnerungsfotos mit den kultigen Limousinen haben will, muss sich also beeilen.

Yellow Cab war ursprünglich rot

Es ist nicht das erste Mal, dass man versucht hat, neue Automodelle auf New Yorks Strassen durchzusetzen (siehe obige Bildstrecke). Bislang ohne nennenswerten Erfolg, wie die erstaunliche Konstanz bei den Automarken zeigt. Bis in den Achtzigerjahren waren die Checker Cabs mit ihren runden, weichen Formen im Einsatz, die in den Neunzigerjahren langsam von den bekannten, lang gestreckten Limousinen abgelöst wurden. Seit 2001 ist das Modell Ford Crown Victoria unangefochten an der Spitze der häufigsten Taxi-Modelle. Gegen den Nissan NV200 hatte die Limousine aber offenbar keine Chance. Denn der Van bietet nebst einem grossen Glasdach auch Schiebetüren, USB-Anschlüsse zum Handyaufladen und angeblich mehr Beinfreiheit.

Klar, die Zeiten ändern sich, wie unter anderem das Buch «The New York Cab Driver and His Fare» von Charles Vidich dokumentiert. Immerhin war das berühmte Yellow Cab in seinen Anfängen nicht gelb, sondern rot. Der Geschäftsmann Harry Allen hat sich vor 105 Jahren eine kleine Flotte von 65 roten Darracqs zugelegt und sie mit Zählern ausgestattet. Etwa 50 Cents soll die Taxi-Meile dazumal gekostet haben. Die Konkurrenz wuchs rasch, neue Taxiunternehmen entstanden, darunter dasjenige von John D. Hertz. Ihm ist es zu verdanken, dass die Taxis heute alle gelb sind. Übrigens ist die Farbe Gelb sei 1967 gesetzlich geregelt und damit obligatorisch für die offiziellen Stadt-Taxis. Immerhin der Farbe werden die Nissan-Vans also treu bleiben.

(dj)

Erstellt: 10.04.2012, 17:04 Uhr

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6 Kommentare

Peter Imhof

10.04.2012, 19:03 Uhr
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Erstaunlich, dass in den USA zuerst die bankrotten Autofabriken aufgepäppelt wurden und nachher die Städte im grossen Stil japanische Autos kaufen. Antworten


Eriq Aeschlima

10.04.2012, 21:12 Uhr
Melden 6 Empfehlung 0

Zum Glück werden die alten, unmöglichen Taxi Kisten ausgeschaubt. Man hatte Mühe beim einsteigen, nie genügen Platz für die Beine etc. Endlich wird man wieder wie ein normaler Mensch sitzen können und erst noch sicherer! Antworten



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