Kultur

Das Tüpfchen auf dem Kopf

Aktualisiert am 21.01.2011

Jeden Freitag präsentiert Tagesanzeiger.ch/Newsnetz Fundstücke aus dem Archiv der Fotostiftung Schweiz. Heute: Ein Blick in die Zeiten, als Hüte noch zum Alltag gehörten – oder zum guten Ton.

1/10 Borsalino-Hüte, 1962.
Bild: Michael Wolgensinger / © Fotostiftung Schweiz

   

40 Jahre Fotostiftung Schweiz

Die Fotostiftung Schweiz, 1971 gegründet, setzt sich für die Erhaltung, Erschliessung und Vermittlung von fotografischen Werken ein. Sie betreut ein Archiv und eine Sammlung, organisiert jährlich drei bis vier Ausstellungen in ihren eigenen Räumen in Winterthur, gibt Publikationen zur Schweizer Fotogeschichte heraus und unterstützt das aktuelle Fotoschaffen durch Ankäufe.
www.fotostiftung.ch

Im Jubiläumsjahr präsentiert DerBund.ch/Newsnet in Zusammenarbeit mit den Kuratoren der Fotostiftung jede Woche eine Bildstrecke mit Fundstücken aus dem Archiv.

Stichworte

Heutzutage sind Hüte entweder modisch «in» oder «out». Ausser bei den Royals, wo sie jederzeit ein Muss sind. Glaubt man der Fashion Week Berlin 2011 sind Kopfbedeckungen diesen Herbst wieder gross im Kommen.

Hüte für freigelassene Sklaven

Anno dazumal jedoch waren Hüte nicht einfach nur ein Accessoire, sondern gehörten zum Alltag selbstverständlich dazu. In vielen Kulturen waren sie ein Symbol für sozialen Status oder ein Zeichen dafür, zu einer bestimmten Gruppe zu gehören. Bei den Griechen etwa trugen Handwerker runde Kappen, während ihre vornehmen Herren breitbandige Modelle wählten. Bei den Römern waren spitze und runde Hüte en vogue. Sie galten als Symbol für die Freiheit und so bekamen befreite Sklaven jeweils einen Hut geschenkt.

Noch im vorigen Jahrhundert gehörte es zum guten Ton, besonders ausgefallene Hutmodelle zu tragen. Federn, Schmuck, Vögel – die Hüte wurden immer üppiger und reicher verziert, die Damen darunter kaum mehr zu sehen. Das war zum Beispiel Coco Chanel immer ein Dorn im Auge. Sie plädierte für schlichte, androgyne Modelle.

Später kamen die Hippies und mit ihnen die bunten Kopftücher; Hüte verloren immer mehr an Bedeutung. Wer heute noch ausgefallene Hüte sehen möchte, sollte Mitte Juni nach Ascot südlich von Windsor reisen. Auf der königlichen Pferderennbahn findet jeweils das traditionsreiche Pferderennen statt, wo die feinen Damen mit ihren unglaublichen Hutkreationen derart miteinander wetteifern, dass die Pferde beinahe zur Nebensache verkommen. (dj)

Erstellt: 21.01.2011, 15:42 Uhr

0

Kommentar schreiben







 Ausland





Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

Noch keine Kommentare

Kultur

Populär auf Facebook Privatsphäre