Muschgs erneute Abrechnung mit Blocher
Von Rico Bandle. Aktualisiert am 30.08.2010 83 Kommentare
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Kommt im Buch schlecht weg: Christoph Blocher. (Bild: Keystone )
Das Buch
Sax. Roman. C.-H.-Beck-Verlag. 458 Seiten, ca. 40 Franken.
Das Buch erscheint am 31. August. Die Buchvernissage findet am 1. September um 20 Uhr im Zürcher Kaufleuten statt. Moderation: Roger de Weck.
Zur Buchrezension von Martin Ebel: hier klicken.
In diesen Tagen erscheint der neue Roman von Adolf Muschg. Darin spielt auch Christoph Blocher eine Rolle, was in den bisherigen Rezensionen bloss am Rande erwähnt wurde – obschon das Verhältnis zwischen Muschg und Blocher eine brisante Vorgeschichte hat.
1997 veröffentlichte Adolf Muschg ein kleines Büchlein unter dem Titel «Wenn Auschwitz in der Schweiz liegt». Es blieb von der breiten Öffentlichkeit nur wenig beachtet – bis Christoph Blocher einen einzigen Satz daraus publik machte: «Es brauchte keinen bösen Blick mehr dazu, im einst realen Auschwitz etwas von der Fassade der heute nicht mehr ganz realen Schweiz wahrzunehmen: den Geranienschmuck vor den Fenstern, die peinliche Sauberkeit, wo es drauf ankam...» Parallelen mit dem Schweizer Geranienschmuck und Auschwitz herzustellen, das war ein gefundenes Fressen für den SVP-Politiker, ebenso wie das angebliche Zitat Muschgs: «Die Neutralität ist unanständig wie ein Furz.»*
Blocher startete gegen Muschg und andere Linksintellektuelle eine beispiellose Kampagne. In einer Rede, die später gekürzt als Inserat landesweit verbreitet wurde, nannte Blocher den Schriftsteller einen «Volksfeind», stellte eine Verbindung her zwischen Muschg und dem Nazi-Kollaborateur Jakob Schaffner und warf ihm vor, den Holocaust als Geschäft entdeckt zu haben.
Morddrohungen gegen Muschg
In der Folge wurde Muschg mit anonymen Schmähbriefen und Morddrohungen eingedeckt. Muschg sprach von einer «Hexenjagd» und meinte: «Blocher liefert eine grobgestrickte, eine eindimensionale Version der Schweiz, ein Drehbuch mit Schlagseite zum Totalitären hin. Woher sonst die Lust am Ausgrenzen, die Geilheit auf Feindbilder?» Sein Band «O mein Heimatland» war eine Abrechnung mit Blocher, «Herr B» genannt, ein «Unternehmer in Chemie und Volkszorn».
Die Auseinandersetzung kam nicht überraschend: Die Stimmung war wegen der Nazigold-Vorwürfe aus den USA und der geplanten Solidaritätsstiftung aufgeheizt, zudem war es unter Schweizer Künstlern noch en vogue, der Schweiz für jedes Elend in der Welt eine Mitschuld zu geben. Im Gegenzug taten konservative Kräfte jegliche Schweiz-Kritik mit dem Begriff «Nestbeschmutzer» ab.
«Unholder Vater des Vaterlandes»
Jetzt, mehr als zehn Jahre nach diesem Konflikt, wird Blocher Teil eines Muschg-Romans. Hat man sich in «Sax» durch ein paar Hundert Seiten voller verworrener Handlungsstränge, rätselhafter Auferstehungen und wild kopulierender Untoter gekämpft, so begegnet man plötzlich einer Figur Namens Melchior Schiess. Ein Unternehmer mit Schaffhauser Dialekt, Sammler von Anker-Werken und Kopf der nationalkonservativen Vaterlandspartei. Muschg unternimmt nicht die geringste Anstrengung, zu kaschieren, dass es sich bei Schiesser um Christoph Blocher handeln muss.
Der Beschrieb Schiess' liest sich wie eine erneute Abrechnung mit der blocherschen Politik: «Seit Jahrzehnten verkörperte Schiess in der ungleichen Familie der Eidgenossen den unholden Vater des Vaterlandes. Grollend beschwerte er sich über dessen Undank, brachte aber mit seinem Gewicht jede demokratische Balance zum Kippen und hatte die Schweiz, vorgeblich um ihre Unabhängigkeit zu gewährleisten, in eine Ecke gedrängt, wo sie immer weniger zur Geltung kommt.»
Dass dem Bund in den sich häufenden heiklen Situationen niemand zu Hilfe kam, lastet Muschg direkt Blocher in der Gestalt von Schiess an. Die Freunde des Landes seien «vom Gepolter des Volkstribuns vergrämt und erfolgreich verscheucht worden», heisst es im Buch. Auch findet sich eine Neuformulierung der Neutralitätskritik: «Aus der neutralisierten Ecke, wo Hirtenknaben früher getrost, nur nicht laut ihre ins Trockene gebrachten Schäfchen zählen konnten, war fast über Nacht ein Schand- und Schmollwinkel geworden, in dem sich nur noch Früchte des Zorns und der entrüsteten Enttäuschung ernten liessen – jetzt allerdings so reichlich, dass die Vaterländischen, Schiess im Sattel, mit dem Mähdrescher ernten konnten. Ausser dem treuherzigen Vergissmeinnicht nahm der flotte Schnitt auch das Mutterkorn des Fremdenhasses mit.»
Die alte Muschg-Kritik
In dem Buch wird Schiess in den Bundesrat gewählt, allerdings unter anderen Umständen als Blocher. Schiess portiert eine Frau als Bundesratskandidatin, die einst als jüdisches Flüchtlingskind aus Deutschland von Schweizern adoptiert und sexuell missbraucht wurde. Eine gefühllose Untote, die in die Regierung gewählt wird und noch vor Amtsantritt, als «Nestbeschmutzerin» diffamiert, zurücktreten muss. Damit wird der Weg frei für Schiess, der sein Einspringen – wie einst Blocher – selbstlos als «Opfer, das er bringen müsse» bezeichnet.
Schiess' Vorgehen als Bundesrat beschreibt Muschg eher nüchtern: «Die Kollegialität im Bundesrat übertrieb er nicht, aber unterlief sie auch nicht geradezu, sondern zeigte sein Dilemma als Mitverantwortlicher eines Systems, das er für defekt hielt, mit einer Art drohender Behaglichkeit, die als Charakterrolle durchging und an die sich sogar seine politischen Gegner gewöhnten.» Um dann doch zu einem vernichtenden Urteil zu kommen: «So ging der Feuerteufel von gestern als Kerzenengel herum und merkte sich jeden, der ihn immer noch als Brandstifter ansah.»
Immer ist klar: Schiess, beziehungsweise Blocher, beschädigt das System, benutzt die Masse der Unzufriedenen, um Keile in die Gesellschaft zu schlagen und um Stimmung gegen Europa zu machen. Die alte Muschg-Kritik also, nur für einmal eingebunden in einen in alle Richtungen ausufernden Roman.
* Im Wortlaut hatte Adolf Muschg in einem Interview mit der «Berner Zeitung» gesagt: «Es ist ja auch interessant, dass die Leute um Blocher bisher zu der ganzen Geschichte gar nichts zu sagen haben. Sie spüren, dass jede Äusserung von Selbstgefälligkeit – auch in Hinblick auf die Schweizer Neutralität, eines ihrer Schlagworte – unter heutigen Umständen so unanständig wäre wie ein Furz.» Blocher verkürzte dies zu «Neutralität ist unanständig wie ein Furz», ein Satz, der Muschg noch heute anhaftet.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.08.2010, 11:53 Uhr
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83 Kommentare
Zum Glück ist Adolf Muschg Schriftsteller und nicht Politiker. So bleibt der Schaden, den er anrichtet ohne grosse Folgen. Wäre er Bundesrat, würde die Schweiz heute als Kolonie von Brüssel dahinsiechen, die Volksrechte wären abgeschafft und die Staatskasse hätte sich nach Griechenland aus dem Staub gemacht. Als Politiker ist mir Blocher allemal lieber als der abgehobene Besserwisser Adolf Muschg. Antworten
@Albert Kessler: Sie haben recht, ich muss mich da sicher auch an der eigenen Nase nehmen. In Hinblick auf nächstes Jahr, wird das aber wohl nichts ändern. Ich erwarte von der Linken klar mehr. Das Gesagte trifft die Probleme/Frust/Ängste der Bevölkerung überhaupt nicht. Gründsätzliche Haltungen wären zur Disposition zu stellen, sonst wird der Wähler von anderen abgeholt. Leider... Antworten
@ Peter H. Kuhn: Ist Ihnen nun Muschg als Linker nicht sympathisch oder als Schriftsteller? Die Schweiz wurde auf Vertrauen (gegenseitige Bündnisse), Egoismus (andere Kantone überfallen) und der Fitness der Hirten, die in den ersten Schlachtreihen standen und hart im nehmen waren, gegründet. Hätte es damals eine SVP und eine Weltwoche gegeben, wäre die Schweiz sicher nie gegründet worden! Antworten
Herr Muschg spricht mir aus dem Herzen. Und ich hoffe nicht, dass ich deswegen auch wie er diffamiert werde. Obwohl im Ausland wohnhaft, bin ich ein Schweizer geblieben und es tut mir unendlich weh wenn ich zuschauen muss, was "Herr Schiess" in dem schönen Land anrichtet. Da geht es nicht mehr ums Volk oder Vaterland. Da geht es nur noch um das eigene Wohlbefinden. Traurig, traurig! Antworten
Danke, Herr Schnitzler, für das schöne Zitat; ich werde es mir merken. Die Berichterstattung über den neuesten Roman von Muschg macht mich ganz glustig. Ich werde es mir nicht nehmen lassen, in meinen verbleibenden Ferientagen zum ersten Mal einen Muschg zu lesen... Antworten
Ich bin Herr Blocher vor etwa 30 Jahren ein mal in Meilen begegnet. Wir haben eine weile miteinander geredet. Wir sind uns nie mehr begegnet, aber er dringt ja bekanntlich durch alle Ritzen in jeden Haushalt ein. Sollte ich ihn je wieder treffen können, würde ich ihn wohl in seinen Hintern treten, da ich nicht schreiben kann wie Herr Muschg und nicht reden wie Herr Blocher. Antworten
herr muschg ist/war ein guter autor, ich hatte grosse hochachtung und schätzte seine arbeiten sehr - schade nur, dass niemand da ist der im sagt, dass er inzwischen und mit zunehmenden alter eine trübe linse bekommen hat, und dass er beginnt sich selbst zu überschätzen. Antworten
Auch ich muss frei gestehen: Muschg, der linke Schriftsteller ist mir völlig unsympathisch. Da sind mir die Thesen von Christoph Blocher einiges lieber. Begriffe wie Neutralität, Freiheit, Unabhängigkeit bedeuten für die Mehrheit der Schweizer immer noch wesentlich mehr, als abstrakte, einseitige Vorstellungen. Damit ist unser Land erfolgreich geworden, nicht mit abstakten Vorstellungen. Antworten
@ P. Claus: wissen Sie, Herr Claus, was ich nicht peinlich finde? Wenn Sie eingestehen, dass Sie Muschg nicht mögen, was er Ihnen sagt, aber wenn Sie die Grösse hätten zuzugeben, dass er ein hervorragender Schriftsteller unserer Zeit ist. Etwas geistreiches zu schreiben bedingt viel Esprit, Virtualität und Lebensfreude. Mist schreiben kann jeder. Nörgeln auch. Antworten
Weder Muschg noch Blocher sind für mich glaubwürdig. Muschg gehört mit Ziegler und Kreis zusammen zur ersten Garde der Schweizerhasser. Blocher würdigte wiederholt Winston Churchill, ein Kriegsverbrecher der übelsten Sorte, der in einem Wahn alle deutschen Städte abfackeln liess. Die Medien sollte beide mehr ignorieren, statt ihnen noch zusätzlich eine Plattform für ihre Sprüche zu geben. Antworten
Beide Seiten benutzen zu häufig Worte wie: Volksfeind, Volksverhetzer, Landesverräter, Volkszorn, Hexenjagt, Auschwitz in der CH, Hirtenknabe usf. Was soll das? Bitte halten sie sich doch an Fakten. Dann wird alles objektiv und überprüfbar. Sie besitzen doch alle einen Schweizerpass, also seid passabel. "Wenn Floskeln" sind zu vermeiden, denn ihr habt nicht genügend Kenntnisse über Aussagenlogik. Antworten
Einige der Kommentare hier erinnern mich an folgendes Zitat: "Anti-intellectualism has been a constant thread winding its way through our political and cultural life, nurtured by the false notion that democracy means that 'my ignorance is just as good as your knowledge.'" — Isaac Asimov Antworten
BRAVO @Rolf Schumacher: «Muschgsätze sind Parziwallanzenschläge in den selbstgefälligen,heuchlerischen,reduitgläubigen Mythos-Schweiz der Ewiggestrigen.Die Zeit hat schon stark am Selbstverständnis dieser CH genagt,das Thema ist bereits arg zerzaust,aber Muschg holt trotzdem aus zu weiteren wackeren Nachschlägen.Wir müssen uns das gefallen lassen,weil es teil unserer Realität ist.» Sehr treffend ! Antworten
Die Gabe des Herrn Blocher, aus dem Zusammenhang gerissene Texte für seine Zwecke zu missbrauchen, ist hinlänglich bekannt. Traurig nur, dass es so viele Zeit- bzw.Eidgenossen gibt, die besagtem Herrn immer wieder auf den Leim kriechen. Die alte Muschg-Kritik hat (leider !) rein gar nichts von ihrer Aktualität und ihrem Zutreffen eingebüsst. Antworten
Mir sagt der Herr Muschg nicht viel mit seinen Werken. Bei seinen Büchern habe ich immer das Gefühl er will mir etwas erzählen, was ich gar nicht hören (lesen) will. Wäre interessant zu erfahren wie er als Lehrer war. Trotzdem - mein liebster Sozialist. Antworten
@Manuel Nehmer, nichts würde der Schweiz wohl besser tun, als eine zivilisierte Diskussion. Weg von ihr Rechten seid alle dumm oder ihr Linken könnt ja auswandern, wenn's euch nicht passt. Jedoch; Wen wollen sie von ihrer Seite vorschlagen? Pfrunder, der in jedem zweiten Statement befiehlt, wem zuzustimmen ist? Ziel einer Diskussion sollte der Gewinn sein, nicht der Sieg. Können SIE das? Antworten
Intellektuell ist jeder, der sich die Mühe macht nachzudenken, sich zu informieren und seine eigene Meinung zu bilden. Ob Akademiker oder Analphabet, politisch links, mitte oder rechts, jeder sollte die FREIHEIT DER EIGENEN MEINUNGSBILDUNG NUTZEN! Was bist Du? Ein Herdentier? Antworten
@ E. Hasler: Durchschauter Versuch, Muschg sprachliche Potenz abzuerkennen. Muschg gehoert nicht zu meinen allerersten Autoren, trotzdem muss ich sagen, dass in den zitierten Saetzen die Sprache kraeftig ist, jedes Bild stimmt und weckt bei mir ein Schmunzeln und ein leichtes zustimmendes Nicken. Antworten
Herr Muschg und Herr Blocher sind beides alte Männer und sollten endlich, endlich den wohlverdienten Ruhestand geniessen, bitte sehr, ganz ruhig. Möge dies mir selber gelingen, es zum entsprechenden Zeitpunkt zu merken und auch lernen zu schweigen. Weise Menschen sind leise, sehr leise...ich weiss, ich bins noch nicht;) Antworten
@Schumacher: Wieso sie die Wähler als Bedrohung empfinden, und das Bild der Keule bemühen, sei ihnen überlassen. Blumig waren ihre Ausführungen, nur leider keine Lösungsansätze erkennbar. Sie wissen was uns nächstes Jahr blüht. Ich will auch nicht in einem rechtspopulistischen Staat leben, darum sollten wir die Probleme der Leute gefälligst ernst nehmen. Alles andere ist Arroganz. Antworten
@Bär sie unterstellen entweder den Schweizern, dass sie zuwenig geistig auf der Höhe wären, um mit Muschg zu verstehen, oder aber, dass man in Deutschland arroganter, überheblicher auftreten darf. Ich bin der Meinung, dass die Schweizer für Muschg intelligent genug sind und dass man aus einen CH- kurt durchaus einen korrekten Kurt machen darf. Zuviel Bescheidenheit klebt und riecht schlecht. Antworten
Das Werk von Muschg ist reich. Umfangreich und anspielungsreich. Und es ist voll. Humorvoll und geistvoll. Muschg hat es den Leserinnen und Lesern nicht immer einfach gemacht. Aber wenn man Ausdauer hatte, wurde man belohnt. Danke, Adolf Muschg, dass Sie uns noch immer beschenken. Als Schriftsteller. Und als Mensch unserer Zeit. Antworten
Es ist immer wieder spassig zu lesen, wie sich hauptsächlich Linke selber als bessere und vor allem intelligentere Menschen sehen. Den politischen Gegner stets als "beschränkten, vom Reduit blabbernden Kuhglockenschwinger" zu verunglimpfen, mag vielleicht die linke Seele trösten, trifft aber mit zunehmender Regelmässigkeit am Ziel vorbei. Ich rate Euch dringend, Euer simples Weltbild zu revidieren Antworten
@Nehmer. Das-mit-dem-Volk-drohen ist die Keule der Rechtspopulisten. Zum Glück haben wir im Bundesparlament nicht nur Populisten, sondern bedachte sehr fähige Politiker. Die leisen, aber gut durchdachten politischen Schritte haben die Schweiz dahin gebracht wo sie heute steht. Die geballten Fäuste und rudernden Oberarme haben hingegen viel Goodwill und Vertrauen zerschlagen. War das blumig genug? Antworten
@Fred Büchi: Ca 30 Jahre lang galt allein schon das Schmähen des Vaterlandes als hoch-intellektuell. Ein grosser Teil der literarischen Entwicklung der von Ihnen aufgezählten Autoren (auf Dürrenmatt trifft dies nur bedingt zu) ist auf diesen Umstand zurückzuführen. Es ist also m.E. problematisch, Muschg und Frisch zu den grossen "Dichtern u. Denkern" zu zählen. Aber wenn es Ihnen gefällt,...... Antworten
Ich habe Herrn Muschg in anderer Sache kürzlich meine persönliche Meinung mitgeteilt und dazu stehe ich nach wie vor Herr Muschg. Ich stehe nach wie vor zu meiner Aussage, dass es Herrn Muschg z.B. in unserem nördlichen Nachbarland besser bekommen würde. Dort kann er seine "intellektuelle" Seite voll zur Geltung bringen. Und das Zielpublikum ist grösser als hier. Einfachfahrkarte wäre zu überlegen Antworten
@Rolf Schumacher: Das haben sie jetzt aber schön gesagt Herr Schumacher. Sind sie auch in der Formulierung von Lösungen für die aktuellen Probleme so blumig? Das Volk wartet auf konstruktive Ansätze aus der Politik - vermutlich aber nicht mehr lange. Antworten
Muschgs Sprache nimmt immer gestelztere manieristischere Züge an - ein klares Indiz abnehmender sprachlicher Gestaltungskraft & geistiger Frische. Diese Schachtelsätze widerspiegeln das inhaltliche perpetuum mobile Adolf Muschgs. Wenig Innovation, dafür umso durchscheinenderes Ressentiment ggü. der politischen Weltlage. Diese inhaltlich-formale Korrespondenz wird wohl nur Kenner vom Stuhl reissen. Antworten
Muschgsätze sind Parziwallanzenschläge in den selbstgefälligen, heuchlerischen, reduitgläubigen Mythos-Schweiz der Ewiggestrigen. Die Zeit hat schon stark am Selbstverständnis dieser CH genagt, das Thema ist bereits arg zerzaust, aber Muschg holt trotzdem aus zu weiteren wackeren Nachschlägen. Wir müssen uns das gefallen lassen, weil es teil unserer Realität ist. Antworten
«Blocher liefert eine grobgestrickte, eine eindimensionale Version der Schweiz, ein Drehbuch mit Schlagseite zum Totalitären hin. Woher sonst die Lust am Ausgrenzen, die Geilheit auf Feindbilder?». Ich bin dankbar für solche klaren Worte. Die Boulevard-Politik der SVP schadet der Schweiz massiv, sie schadet aber insbesondere der Entwicklung der Gesellschaft. Kluge Köpfe entfachen keinen Zwist. Antworten
@fed büchi>>Adolf Muschg gleichsam mit Friedr.Dürrenmatt und Max Frisch zu nennen ist für die beiden letztgenannten eine Beleidigung. Ad.Muschg entspricht in keiner Art und Weise diesen Denkern. Solange Herren wie Muschg medial verwertet werden, ist es wichtig dass man darauf reagiert. Egal,ob grauhaarig oder über siebzig. @mark studheim) oder Romanfigur..? Antworten
Schon Frisch und Dürrenmatt wurden von den Rechtsaussen diffamiert! Was Blocher nicht brauchen kann sind Leute, die selbständig und kritisch denken können, er braucht Befehls- sorry Auftragausführer, die brav machen, was ihnen befohlen wird! Blocher wird zur Fussnote in den Geschichtsbüchern , Frisch, Dürrenmatt und Muschg werden ihren Platz in der Literaturgeschichte behalten! Antworten
"Hat man sich in «Sax» durch ein paar Hundert Seiten voller verworrener Handlungsstränge, rätselhafter Auferstehungen und wild kopulierender Untoter gekämpft, so begegnet man plötzlich einer Figur Namens Melchior Schiess. Ein Unternehmer mit Schaffhauser Dialekt, Sammler von Anker-Werken und Kopf der nationalkonservativen Vaterlandspartei." Ob man ein Buch mit solcher Rezension lesen sollte? Antworten
Sorry Herr Büchi, aber Muschg in einem Atemzug mit Dürrenmatt zu nennen ist eben so peinlich wie des Ersteren letztes Elaborat. Blocher und Muschg sind sich wesensähnlicher als sie denken und sie haben sich ineineinander verbissen, die beiden sturen, streitfreudigen Patrioten einer Schweiz die es so, wie sie es sehen, gar nicht gibt. Mit Literatur haben diese Phrasen jedenfalls nur am Rande zu tun Antworten
Warum sind sog. Intellektuellen antikapitalistisch und antiliberal, wieso haben die meisten sog. Intellektuellen einen Affinität zu sozialistischem Gedankengut, während wir doch historisch diese Konzepte längst beerdigt haben.Während Br. Leuenberger damals noch mit einem Büchlein des Massenmörder Mao sich blicken lassen durfte, stelle man sich vor, Blocher würde mit Hitlers "Mein Kampf" kommen Antworten
Ich finds immer zweischneidig. Auseinandersetzung mit wichtigen - oder wie hier: sich wichtig nehmenden - Personen ja. Andererseits werden sie, die oder deren Ideen man ablehnt, so sozusagen verewigt. Totschweigen waere manchmal dienlicher, der Demokratie, dem "Frieden" dieses Landes in diesem Beispiel. Aber dafuer ist es eh zu spaet. Antworten
Muschg und Blocher haben einiges gemeinsam: Beides sind in Ihrem Stolz gekränkte alte Männer, die nur noch wirres Zeug von sich geben und sich ständig wiederholen. Der Nimbus des Intellektuellen hat der Muschg auch lange abgelegt, seine Schriften sind immer gleich und Blocher hatte ihn nie! Beide langweilen! Antworten
MUSCHG I Habe kürzlich die Biografie über Christoph Blocher von Markus Somm gelesen und kann sie als Beitrag zum Verständtniss der CH-Geschichte über die letzten 30 Jahre sowie der Person CB. bestens empfehlen. Für unsere sog. Intellektuellen mit Ihrem in Freude verzückten Tunnelblick und der sich über den normalen Bürger erhebenden Selbstgefälligkeit, habe ich wenig übrig. Blocher sei Dank! Antworten
@Andreas Walla: Die Mär vom dummen SVP Wähler, der zu beschränkt ist komplexe Zusammenhänge zu erfassen. Sie leben in einer einfachen Welt Herr Walla. Ich bin zwar (immer noch) Linker, aber mir käme nicht in den Sinn fast 30% der Wähler als blöd zu diffamieren. Lieber einmal mehr zuhören, und lernen Herr Walla - auch wenns der politische Gegner ist. Antworten
Der von den Medien umworbene alt 68er Adolf Muschg hat ein neues Buch geschrieben. Seine Werke werden kaum verkauft und noch weniger gelesen. Who cares? Aber immerhin ein gutes Beispiel vom linksintellektuellen Kuchen: Wer moderiert an der Buchvernissage? Unser frischgebackener SRG Generaldirektor. Vor Tagen liess sein Club Helvetique verlauten, man müsse die Volksrechte beschneiden. Antworten
Wie einige Kommentare zeigen, ertragen die rechtsmitte Parteien und deren Exponenten keine Kritik und beginnen gleich zu drohen..Zitat von R. Müller "Da könnte er sich ev. aus...leben". So viel zu Demokratie, freie Meinungsäusserung und Freiheit allgemein. Antworten
Muschg und Blocher haben vieles gemeinsam: beide sind Sturköpfe, beide sind alt, beide sind auf ihrem Gebiet erfolgreich und beide sind einander den Erfolg neidisch. Beide sind intelligent, aber nicht weise. Dass zwei intelligente, erfolgreiche Männer es nicht fertig bringen andere Meinungen zu akzeptieren und emotionslos zu diskutieren ist keine Weisheit sondern bornierte Arroganz. Beidseitig! Antworten
@Daniel Jaggi: Muschg ein schlechter Verlierer? Das trifft für Christoph Blocher aber erst recht zu. Noch immer täubelet er wegen seiner Abwahl. An sich habe ich mit Muschg nicht viel am Hut, aber mit Schiess alias Blocher hat er voll ins Schwarze getroffen. Antworten
Muschg hat viel Wichtiges geschrieben und ist nicht umsonst einer der grossen noch lebenden Schweizer Autoren. Wenn jedoch die oben zitierten Bandwurmsätze und billigen Metaphern repräsentativ für den Rest des Buches sind, wird das Lesen dieses Werkes kaum jemandem Vergnügen bereiten. Antworten
Man muss ja nicht unbedingt die langweiligen, schon längst bekannten, abgedroschenen literarischen Ergüsse von Herrn Muschg sich zu Gemüt führen. Es existieren immerhin noch einige Aufzeichnungen von etwas ernster zu nehmenden und unterhaltsameren auf Welt Erfolg weiterhin hoffenden Dichtern. Antworten
Danke Herr Muschg! Ich habe schon das Auschwitz/Schweiz-Buch gelesen und werde mir auch das neue Buch kaufen. Beim 'alten' Buch, das aber nicht minder aktuell ist, hat Muschg vortrefflich, glasklar und, von den Argumenten aus betrachtet sehr virtuos beschrieben, was längst Tatsache geworden ist. Es ist deswegen klar (aber nicht verständlich), dass die Wahrheit der extremen Rechte nicht passt. Antworten
Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit einem Intellektuellen, liesse sich von Blocher eben nicht so gut vermarkten, da seine Zielgruppe nicht in der Lage wäre, dieser zu folgen. Was Blocher Vereinfachung nennt, ist im Endeffekt eine Verstümmelung aber für ihn scheinbar der leichteste Weg, um mit reaktionärem Gedankengut bestehen zu können. Antworten
Endlich! Ein Intellektueller, der die Sache in den Senkel stellt und sagt, was gesagt sein müsste seit Jahren. Es gibt sie noch, die Adolf Muschgs, Friedrich Dürrenmatts, Max Frisch', die der Welt sagten, was SACHE ist und nicht zu sein hat im Sinne der selbst ernannten Könige eines Landes, das Fremde ablehnt und einem Kult frönt (Schwingerkönig z.B.), den es eigentlich ablehnt. Interessant! Antworten
Herr Muschg ist doch einfach ein schlechter Verlierer. Jetzt versucht er seinen Hass auf Blocher in einem Roman zu verarbeiten. Die immer gleiche Leier wegen Fremdenfeindlichen Strömungen der SVP wird auch durch diesen Schrott nicht wahrer. Wahr ist hingegen, dass die Antisemiten heute vorwiegend in der Linken Ecke beheimatet sind. Antworten
Erstens weiss jeder Gymi-Schüler, dass Romanfiguren eben Romanfiguren sind und nicht reale Personen. Schiess ist nicht Blocher, und Blocher ist nicht Schiess. Zweitens wird hier ein Streit ausgetragen, welcher wohl nur noch für begraute Herren über 70 von Interesse - und Bedeutung - ist. Man mag sich fragen, ob die Schweiz, über welche diese Leute nachdenken, nicht längst eine andere geworden ist. Antworten
Herrn Muschg als intellektuellen darzustellen schmeichelt ihm zu sehr. Die Meinungen von ihm gehen diamentral zu der allgemeinen Volksmeinung. Das kam auch zum Ausdruck bei der Affaire um Vergehen an Jugendlichen an der Odenwaldschule. Auch dort stellte er sich hinter die Peiniger. Herr Muschg täte es vielleicht besser, wenn er sich ins Ausland absetzen würde. Da könnte er sich ev. aus...leben. Antworten
Na ja, wäre das Schweizer Volk den "Linksintellektuellen" in den 30er Jahren gefolgt, hätten wir (wie zahlreiche andere Länder) den Kommunismus jahrzehntelang durchleiden müssen. Wären wir Ihnen in den Neunzigern gefolgt, wären wir heute in der EU. Das sagt wohl ziemlich viel zum Thema "linksintellektuell". Antworten
Von Schriftstellern kann man ausgehen, dass es Personen sind, welche intelligent und geistig auf der Höhe sind. Herr Muschg ist die berühmte Ausnahme, welche diese Regel bestätigt. Wieder ein Buch, dass in den Körben ausserhalb des Buchladens angeboten werden muss (in der Hoffnung jemand nimmt es, mit oder ohne Bezahlung). Antworten






Anton Klaus
Muschg und Blocher sind sich gar nicht so unähnlich: Sie haben ziemlich fixe Feindbilder und beide wähnen sich als die Vertreter des Guten. Antworten