Martin Suter: «Auch Rösti kann ein Aphrodisiakum sein»
Ein Publikumsaufkommen wie Suter hatten in den letzten Jahren im besten Fall die Lesungen zur abendlichen Prime Time oder die Sonntaghöhepunkte mit Weltautoren wie dem Nobelpreisträger Günther Grass. Dabei dürften die meisten, die sich in Suters Lesung drängten, seinen Bestseller «Der Koch» schon gelesen haben.
Dennoch wurde viel gelacht - besonders herzlich bei der Antwort auf die Frage, ob die aphrodisischen Rezepte aus seinem Buch wirkten. Er könne es bezeugen, behauptete der Autor; Voraussetzung sei aber das gegenseitige Einvernehmen: «Und wenn das da ist, wirkt auch Rösti». Suter bestätigte ausserdem, dass das Musical, das er zusammen mit Stephan Eicher schreibt, gegen Ende Jahr zur Uraufführung gelangen soll. Der Arbeitstitel lautet «Geri» und der Plot soll sich an Suters Kolumnenreihe «Besser leben mit Geri Weibel» anlehnen.
Die letzten Dinge
Das Publikum am Eröffnungstag war aber nicht nur am Star interessiert sondern zeigte sich aufgeschlossen auch gegenüber wenig Bekanntem. Der russische Autor Mikhail Shishkin, der seit 15 Jahren in Zürich lebt und arbeitet, vermochte - auch das eine Seltenheit - am Eröffnungsmorgen die Säulenhalle zu füllen.
Shishkin und sein Übersetzer stellten den noch unveröffentlichten Liebesbrief-Roman «Briefsteller» vor. Die Auszüge aus dem Werk, das sich um nicht weniger als Anfang und Ende der Welt dreht, begeisterten und erhielten langanhaltenden Applaus.
Neuer Reichlin-Krimi
Auch der in Berlin lebende Zürcher Linus Reichlin legte noch Ungedrucktes vor: einen Auszug aus seinem im Frühling 2011 erscheinenden dritten Hannes-Jensen-Krimi. Er erntete nicht minder begeisterten Beifall.
Die Solothurner Literaturtage enden am Sonntag Nachmittag mit einer Gruppenlesung von Lukas Bärfuss, Daniel Goetsch und David Signer. Zu den insgesamt über 70 Veranstaltungen mit 90 Mitwirkenden werden über 10'000 Zuschauer erwartet. (rb/sda)
Erstellt: 14.05.2010, 16:24 Uhr








