Kultur

Die geheimen Gärten von Zürich

Von Ulrike Hark. Aktualisiert am 02.04.2011 1 Kommentar

Vorsicht, dieser Bildband könnte Neid erwecken! Er zeigt über 30 zauberhafte Refugien in der Stadt und in den nahen Gemeinden am See.

Zürichs grüne Seite: Alte Parks und asiatische Anlagen.

Zürichs grüne Seite: Alte Parks und asiatische Anlagen.
Bild: Keystone

Der Bildband

Andreas Honegger: Die geheimen Gärten von Zürich. Fotos von Gaston Wicky. DVA, München 2011. 191 S., ca. 75 Fr.

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Den Traum vom Garten auf dem Land haben viele, realistisch wird er nur für wenige. Optische Befriedigung finden alle Verhinderten bei Ilga Eger. Die Autorin stellt Personen vor, die solch einen Garten besitzen, und erzählt in Porträts von ihren Erfahrungen. Eine Lektüre, die dazu animiert, so einen Landgarten zumindest ein Stück weit auch in der Stadt umzusetzen. Atmosphärische Aufnahmen wecken die Sehnsucht, sofort mit Säen und Pflanzen zu beginnen.(uh)

Ilga Eger: Mein Traum vom Landgarten. Callwey, München 2011. 174 S., ca. 45 Fr.

«1000 Mal Design» präsentiert raffinierte Produkte von internationalen Designern und renommierten Herstellern. So vielfältig hat man das noch selten gesehen. Möbel, Leuchten, Pflanzgefässe, Naturteiche, Grills, Zäune, Vogelhäuser, Karusselle, Spielhütten und vieles mehr. Kein Chichi, sondern schöne und praktische Dinge für den Gartenalltag und den exklusiven Anlass. Zu jedem Produkt gibts Infos über Material und Masse sowie die entsprechende Website.(uh)

Ian Rudge: 1000 Mal Design für den Garten. DVA, München 2011. 368 S., ca. 61 Fr.

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Dass Zürich eine tolle Stadt ist, wissen wir. Dass See und Limmat ihr etwas Mediterranes geben, erleben wir jetzt jeden Tag. Aber dass sie so viele traumhafte Privatgärten hat, ist eine Überraschung. Die meisten liegen diskret hinter Hecken und Einfahrten, und es ist Andreas Honegger zu verdanken, dem ehemaligen NZZ-Redaktor und bekennenden Gartenfreund, dass Zürichs grüne Schätze nun in einem prächtigen Bildband vereint sind. Die Anlagen sind zum Teil so weitläufig und paradiesisch, dass die Lektüre einem ein Wechselbad von Bewunderung und Neid beschert. Die stimmungsvollen Fotos von Gaston Wicky tun dazu das Ihre. Überraschend ist auch die Vielfalt der Gartenstile, sie reicht vom romantischen Staudengarten bis zur abgezirkelten Anlage nach japanischem Muster. Was ganz klar zeigt: Zürich ist eine internationale Stadt.

Leider anonym

«Egal, was letztlich die Beweggründe des Gartenbesitzers sein mögen, wir konzentrieren uns auf das gelungene, grosszügige, witzige, skurrile, interessante und ästhetische Erscheinungsbild der Anlagen», schreibt der Autor. Weder wird die Psychologie des Besitzers hinterfragt noch ein Soziogramm seines Lebens abgegeben. Schade eigentlich, dass die meisten der Gartenbesitzer anonym bleiben wollten, aber die Gardenstory sollte nicht zur Homestory führen.

Doch man würde schon gern erfahren, wer zum Beispiel hinter dem fantastischen Villenpark mit den neun grossen Blutbuchen steckt, durch die man einen grandiosen Blick auf den Zürichsee hat. Oder welcher glückliche Zeitgenosse am Abend durch dieses üppige Meer von Rosen schreiten kann. Hoch oben auf der grossen Föhre hat es sich noch die Rambler-Rose «Bobbie James» gemütlich gemacht, sie benutzt den Nadelbaum als Stütze und lässt jeden Sommer ihre blühenden Rispen über die Baumkrone strahlen.

Verwunschene Terrassen und Zinnen

Erstaunlich, dass es Honegger bei aller Diskretion gelingt, die Besitzer mit ihren Überlegungen zur Gestaltung doch lebendig werden zu lassen; da spürt man das erzählerische Können des langjährigen Journalisten. Man folgt ihm gern durch die alten Parks in den nahen Gemeinden am See, in Anlagen asiatischen Zuschnitts, bis hinauf zu den verwunschenen Terrassen und Zinnen der Altstadt. Natürlich sind auch einige Gärten von Enzo Enea dabei, diesem stylishen Wirbelwind der neueren Gartenkultur. Edel und repräsentativ sehen seine Anlagen aus, keine Frage. Aber insgeheim wünschte man sich, dass sich dieser talentierte Mann endlich von seinen geschorenen Buchsbaumkugeln verabschieden möge. Da tauchen wir doch lieber ein in einen leicht verwilderten Garten am Zürichberg. Auch den gibt es. Kletterrosen, Glyzinien und Clematis erobern sich hier die Fassade, Zypressen flankieren sie.

Dies alles ist möglich, weil Zürich begünstigt liegt – Andreas Honegger geht in seinem ausführlichen Vorwort darauf ein. Die Lage zwischen den Hügeln schafft ein mildes Klima, das zusammen mit dem Wärmeausgleich des Sees ideale Voraussetzungen für Gärtner schafft. Viele heikle Pflanzen gedeihen hier, die weiter ausserhalb in der Region keine Chancen hätten. Und noch ein paar weitere Faktoren wirken stimulierend, wie der Autor bemerkt: «Die stark angewachsene Bausubstanz und der Verkehr, die beide viel Abwärme produzieren, und die allgemeine Klimaerwärmung lassen es zu, dass viele mediterrane Arten hier den Winter überstehen – fast schon wie im vom Golfstrom verwöhnten Südengland.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 02.04.2011, 15:42 Uhr

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1 Kommentar

paul von rohr

02.04.2011, 18:50 Uhr
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schon toll was sich die reichen in der ch so leisten koennen. beeindruckt aber wenig leute. die probleme in der ch sind vermutlich nicht in den gaerten der reichen. es waere an der zeit, dass jeder zugang zu den gewaessern hatt. es wird sonst frueher oder spaeter zu problemen kommen. Antworten




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