Kultur

«Der Unterschied zwischen Mann und Frau ist derselbe wie zwischen Tier und Pflanze»

Von Lukas Meyer-Marsilius. Aktualisiert am 08.08.2012 24 Kommentare

Über die Liebe haben viele Philosophen nachgedacht – aber wie gingen sie in der Realität damit um? Ein Buch zeigt das oft schwierige Liebesleben von Platon, Kant & Co.

1/10 Plato (427–347 v. Chr.)
Die berühmte «platonische Liebe» ist eine Verkürzung: Beim griechischen Philosophen hatte die Liebe mehrere Ausprägungen: zu Gott respektive zum Guten, zum Fleisch, zu sich selbst und die freundschaftliche. Er selber blieb sein Leben lang Junggeselle. Wie «platonisch» seine Liebe zu jungen Knaben war, ist umstritten.
Bild: Wikipedia

   

Andrew Shaffer: «Great Philosophers Who Failed at Love», Harper Paperbacks, New York 2011. 194 Seiten, ISBN 978-0-06-196981-2, CHF 19.90.

Great Philosophers Who Failed at Love

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Hat Bob Dylan, wie so oft, recht? Er meinte: «Man kann nicht gleichzeitig verliebt und weise sein.» Ob darum so viele Philosophen in der Liebe gescheitert sind oder es gar nicht erst probiert haben? In «Great Philosophers Who Failed at Love» porträtiert der Autor Andrew Shaffer Philosophen von Augustin und Althusser bis zu Sokrates und Schopenhauer in ihrem Liebesleben – und vergleicht das mit dem, was sie darüber gesagt haben.

Die Liebe ist ein beliebtes philosophisches Thema, wobei sie unterschiedlich definiert und geschätzt wurde. Manche redeten nur über intellektuelle und seelische Verbindungen, andere lieber über körperliche Anziehungen. Doch sagt das etwas darüber aus, wie man die Liebe lebt? Manchmal passen Leben und Denken erstaunlich gut überein: Da hat der Frauenfeind (Hegel oder Schopenhauer) keine oder eine sehr unglückliche Ehe und der Freigeist (Rousseau) hurt herum. Platon hingegen hat unter Liebe wohl etwas anderes verstanden, als ihm heute unter dem Label der «platonischen Liebe» nachgesagt wird.

«Great Philosophers Who Failed at Love» ist ein kurzweiliges und durchaus lehrreiches Buch, das ein etwas anderes Bild all der grossen Denker zeichnet, die Lektüre ihrer Texte selber aber natürlich keineswegs ersetzen kann.

In der Bildstrecke sehen Sie von Platon bis Nietzsche einige ausgewählte Beispiele. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.08.2012, 16:37 Uhr

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24 Kommentare

Alain Burky

08.08.2012, 18:23 Uhr
Melden 24 Empfehlung 0

Immerhin verfuegte der "Griesgram" Schopenhauer auch ueber ein gute Portion
Humor und Selbst-Ironie:
"Das niedrig gewachsene, schmalschultrige, breithüftige und kurzbeinige Geschlecht das schöne nennen konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebelte männliche Intellekt."...
Antworten


Marcus Eisenhut

08.08.2012, 18:48 Uhr
Melden 24 Empfehlung 0

Precht mit Kant und Hegel in einer Folge zu nennen grenzt aber schon an Frechheit! Antworten



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