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«Wir haben keine Krise»

Interview: Sebastian Rieder, Warschau. Aktualisiert am 08.06.2012 7 Kommentare

Die katastrophale Lage in Griechenland trifft die Fussballliebhaber hart, trotz aller finanziellen Widerstände sind rund 5000 Fans nach Warschau gereist. Wir haben einige davon zur Krise in der Heimat befragt.

Herzliche Völkerverständigung: Griechische und polnische Fans feiern friedlich in der Innenstadt in Warschau (Video: Sebastian Rieder)

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Es ist kurz vor 12 Uhr, die Sonne brennt auf den Paradeplatz, unmittelbar neben dem pompösen Kulturpalast steht das Public Viewing mit einem Fassungsvermögen von über 100'000 Menschen. Vor dem Eingang warten die griechischen Anhänger ganz ungeduldig, bis sich die Pforten zur Fanzone öffnen. Anders als in der Antike ist heute kein Trojanisches Pferd nötig, um die polnische Fussballburg zu stürmen. Ein Sieg gegen den Gastgeber heute im Eröffnungsspiel würde die Hellenen für einmal auf andere Gedanken bringen.

Über 12'000 Griechen wurden im Vorfeld in Warschau erwartet, gekommen sind rund 5000, sagt Nikos, der Präsident der griechischen Supporter. «Die Krise hat uns getroffen, viele können es sich nicht mehr leisten, ins Ausland zu reisen.» Anders sieht das Georg, er sagt, die katastrophale Wirtschaftslage in Griechenland wird nur in den Medien so schlecht dargestellt. «Wir haben keine Krise. Wir sind alle hier extra angereist, um unser Team zu unterstützen.» Im gleichen Atemzug schiebt er das griechische Finanzdebakel der Regierung in die Schuhe. «Die Politiker sind schuld, es ist ihr Fehler. Sie müssen sich ändern.»

In Warschau wollen die Griechen die negativen Schlagzeilen über ihre Heimat endlich hinter sich lassen – am besten mit einem Sieg gegen Polen. «Ich hoffe, dass ich bis zum Final hierbleiben kann», sagt Ianis, der 1500 Euro für die Fussballreise in die Hand genommen hat. «Das ist schon sehr teuer, aber ich liebe die griechische Mannschaft und will sie unterstützen.» (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.06.2012, 14:47 Uhr

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7 Kommentare

Hans-Peter Gruber

08.06.2012, 15:16 Uhr
Melden 66 Empfehlung 0

"Wir haben keine Krise" - Perfekt! Dann muss Griechenland ja aber sofort nicht mehr von der europäischen Gemeinschaft unterstützt werden! Antworten


Christian Merz

08.06.2012, 15:47 Uhr
Melden 9 Empfehlung 0

Die Medien:Ich war mit meiner Familie über Ostern in Griechenland.Nichts von alledem,was in den Medien schlechtgeredet wird,ist dort in irgendeiner Weise sichtbar.Liebe Menschen überall,nur der Tourismus ist eingebrochen,über 50 %. Wir merkten es:leere Strassen,kaum Ausländer.Die Medien zerstören Griechenlands (Torurismus-)Wirtschaft.Das Land ist wunderschön, ruhig, stabil - und sehr günstig.TOP! Antworten



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