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Wie Gomez die Kritik von Scholl kontert

Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 11.06.2012 25 Kommentare

Mario Gomez, der deutsche Matchwinner im Spiel gegen Portugal, wurde nach dem Spiel hart kritisiert. An der heutigen Pressekonferenz nahmen er und Bundestrainer Jogi Löw Stellung dazu.

1/6 Deutschlands Torjäger Mario Gomez ballt die Fäuste und jubelt.
Bild: Keystone

   

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Mehmet Scholl, Nachfolger von Günter Netzer als Experte der ARD, ging mit Gomez besonders hart ins Gericht. «Er hatte zwei, drei Aktionen – das war es dann aber auch. Die Frage ist: Wie lange hält eine Mannschaft so was aus? Wie hätte er heute gespielt, wenn er dieses Tor nicht geköpft hätte?» Und weiter: «Er weiss gar nicht, was in ihm drin ist. Wenn er noch viel, viel mehr arbeiten würde, würde er noch viel mehr Chancen kriegen und noch mehr Tore schiessen.»

Dann der Höhepunkt der Scholl-Kritik: «Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss. Es war zwischenzeitlich wirklich extrem. Die Abwehrspieler, die Mittelfeldspieler wollten nach vorne, wollten in die Spitze spielen, aber da war keiner. Und das ist immer die Frage: Wie lange hält eine Mannschaft so was aus?» Was sollte Gomez also tun? Scholl: «Es geht ja nur so lange, bis Gomez drei-, vier-, fünfmal nicht trifft. Dann geht auch die Diskussion los. Das könnte er ganz einfach vermeiden, indem er einfach mehr tut fürs Spiel, sich mehr in die Mannschaft integriert. Man braucht heutzutage Stürmer, die auch nach hinten laufen. Das gibts im modernen Fussball nicht mehr, dass ein Spieler nur zentral bleibt, keinen Ball kurz haben will, sondern nur auf Flanken hofft oder Laufwege, die sich auftun. Insgesamt ist das zu wenig.»

Postwendend wurde Mario Gomez auf die Kritik von Mehmet Scholl an der Pressekonferenz angesprochen. Er nahm auch mit einem Schuss Humor Stellung: «Sehr überraschend, dass diese Frage kommt. Mehmet und ich, das ist so eine Sache. Er sprach mich mal auf dem Oktoberfest an: ‹Seit ich Experte bin, denkst du, dass ich ein Punktpunktpunkt bin.› Er hat mir schon mal gesagt, dass ich mein Potenzial nicht ausschöpfe und will das jetzt aus mir herauskitzeln. Er ist Trainer, man kann von Trainern viel lernen. Ich bin seit zwei Jahren der erfolgreichste deutsche Stürmer, habe nach Messi die meisten Tore in der Champions League geschossen. Ich weiss nicht, warum ich mich ändern soll.»

Durch Kritik lässt er sich nicht beeinflussen

Ein Journalist fragt Gomez: «Sagen Sie uns, was Sie noch nicht können?» Gomez antwortet: «Ich kann auch sagen, was ich kann. Aber ich tue beides nicht.» Gomez wurde auch auf seinen grössten Konkurrenten, Miroslav Klose, angesprochen. «Miro ist ein absoluter Spitzensportler. Ich glaube, es war noch nie so eng zwischen zwei Stürmern. Der Bundestrainer hatte es noch nie so schwer.» Bleibt Gomez auch gegen Holland in der Startelf? Er selbst gehe davon aus, dass er wieder von Anfang an spielen werde.

«Ein Trainer ist kein Idiot»

Jogi Löw will sich indes nicht in die Karten schauen lassen. «Wechsel sind durchaus möglich. Ich sage nicht ‹Never change a winning team›. Aber da möchte ich mich noch nicht festlegen. Ich warte das Training ab. Vielleicht gibt es da noch eine Eingebung.» Und zur Scholl-Kritik sagte Löw: «Ich habe darüber gar nicht mit Mario gesprochen. Er stand schon oft in der Kritik. Er lässt sich da nicht beeinflussen. Meine Einschätzung als Trainer ist für ihn wichtig. Ich bin der Meinung, dass er seine Sache auch defensiv sehr gut gemacht hat.» Und dann zitierte Löw noch Irlands Nationalcoach Giovanni Trapattoni. «Ein Trainer ist kein Idiot», sagte der Italiener erst kürzlich. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.06.2012, 15:32 Uhr

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25 Kommentare

Harry Wonka

11.06.2012, 16:03 Uhr
Melden 56 Empfehlung 0

Warten wir mal die Vorrunde ab, da wird sich Einiges geklärt haben, fest steht aber, dass Herr Gomez besser nicht den Vergleich mit Herrn Messi, in welcher Form auch immer, versuchen sollte. Antworten


Jo Krause

11.06.2012, 16:35 Uhr
Melden 19 Empfehlung 0

Gomez ist besser als Klose. Klose ist immer noch ein toller Fussballer (er war mal grossartig) und auch als Mensch eine Persönlichkeit im Fussball-Primadonna-Zirkus. Gomez mag nicht so schön anzuschauen sein, er ist aber eine Tormaschine wie nur weniger Teams eine haben. Ich kann mit der unhaltbaren Kritik von Mehmet nicht viel anfangen, obwohl auch Scholl ein feiner Kerl ist. Antworten



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