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Was spricht für Gomez, was für Klose?

Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 13.06.2012

Trotz des Siegtreffers gegen Portugal geriet Deutschlands Stürmer Mario Gomez in die Kritik. Wird er durch Miroslav Klose ersetzt? Experten sagen, wen sie gegen Holland aufstellen würden und weshalb.

1/9 Mario Gomez und Miroslav Klose ergänzten sich schon oft auch als Doppelspitze.
Bild: Keystone

   

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Deutschlands Bundestrainer Jogi Löw will seine Aufstellung erst kurz vor dem Spiel gegen Holland bekannt geben. Eine Personalie wird heiss diskutiert. Spielt Gomez oder Klose? «Ich persönlich würde die Partie wieder mit Gomez beginnen», sagt der ehemalige GC-Trainer Ciriaco Sforza. Man dürfe nicht vergessen, dass Klose lange verletzt gewesen sei. «Gomez wird von vielen Experten masslos unterschätzt. Er ist nämlich spielerisch gar nicht so schlecht und auch nicht so langsam, auch wenn er manchmal etwas schwerfällig wirken mag», sagt der ehemalige Nationalspieler. Klose bewege sich zwar etwas anders, aber sei spielerisch nicht besser als Gomez.

«Scholl hat die Polemik um Gomez ausgelöst»

«Ich kann nicht verstehen, weshalb in Deutschland nach dem Sieg über Portugal überhaupt so eine Diskussion um Gomez aufgekommen ist. Das ist ein Sturm im Wasserglas und total aufgebauscht», so Sforza weiter. ARD-Experte Mehmet Scholl habe durch seine Behauptung, Gomez spiele zu wenig mit und lasse sich nicht in die Kombinationen einbinden, eine regelrechte Lawine losgetreten. Sforza führt noch ein anderes Argument für Gomez in der Startelf an: «Im Gegensatz zu Klose ist Gomez kein Mann für die Bank und deshalb auch kein idealer Joker. Wenn Klose eingewechselt wird, kann er viel mehr bewegen als Gomez.»

«Gomez macht auch aus keiner Chance ein Tor»

Auch Bellinzonas neuer Trainer Raimondo Ponte würde Gomez erneut für die Startelf nominieren. «Klose war in den letzten drei Monaten viel verletzt und hat in Italien nur noch ein Spiel bestritten. Er hat keine Spielpraxis, das ist nun mal Fakt», sagt der Aargauer. Deshalb könne Gomez zurzeit auf einem weit höheren Niveau spielen als Klose. Auch wenn Gomez mit den Bayern sämtliche Ziele wie Meisterschaft, Pokal und Champions League verpasst habe, sei er voller Selbstvertrauen. «Gomez hat bei den Bayern mit Robben und Ribéry zwei Individualisten neben sich, die ebenfalls vorwiegend das Tor suchen. Deshalb kommt er bei den Bayern nicht zu vielen Torchancen. Und trotzdem hat er am meisten Tore geschossen. Er macht auch aus keiner Chance ein Tor. Das ist seine grosse Qualität.»

«Löw hat daraus ein psychologisches Spielchen gemacht»

Ähnlich denkt Martin Andermatt. «Deutschlands Bundestrainer Jogi Löw hat aus dem Zweikampf Gomez/Klose auch ein kleines psychologisches Spielchen gemacht», sagt der ehemalige Nationaltrainer von Liechtenstein. Löw schüre bewusst den Konkurrenzkampf. «Auch wenn Gomez gegen Portugal das goldene Tor erzielt hat, gibt ihm Löw keine Stammplatzgarantie. Er lässt die Aufstellung gegen Holland bis zuletzt offen.» Zum psychologischen Spielchen Löws gehöre auch, dass er Klose lange vor dessen Einwechslung im Spiel gegen Portugal habe warmlaufen lassen. «Damit hat er Gomez unter Druck gesetzt und zu noch mehr Konzentration und Leistung angestachelt. Prompt hat er dann auch das Tor erzielt.»

«Ich würde mit einer Doppelspitze Gomez/Klose spielen»

Andermatt würde Gomez erneut von Beginn an bringen. «Die Holländer müssen das Spiel machen. Und das eröffnet den Deutschen grosse Kontermöglichkeiten», so der Experte. «Natürlich wirkt Gomez oft statisch. Aber wenn er seine körperliche Masse einmal in Bewegung gebracht hat, dann kann er unheimlich beschleunigen, wird schnell und so zu einem geradezu idealen Konterspieler.» Zudem sei Klose lange verletzt gewesen und habe deshalb weniger Spielpraxis.

Einen anderen Ansatz hat der ehemalige Spielmacher der Nationalmannschaft, Hakan Yakin: «Man könnte ja auch auf die Idee kommen, mit einer Doppelspitze Klose/Gomez zu spielen. Hinter diesen beiden könnte Löw Özil bringen. Das wäre ein brandgefährliches Trio, das für die Abwehrreihen unberechenbar wäre.» (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.06.2012, 12:19 Uhr

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