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«Und dann kriegst du drei Tage nur auf die Fresse»

Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 14.06.2012

Deutschlands Doppeltorschütze Mario Gomez zeigte bei seinen Treffern gegen Holland keine Emotionen. Nach dem 2:1-Sieg liess er dafür mächtig Dampf ab.

1/13 Deutschlands Doppeltorschütze Mario Gomez zeigte erst nach dem 2:1-Sieg gegen Holland Emotionen und liess Dampf ab.
Bild: Keystone

   

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Mario Gomez ist eigentlich ein Stürmer, der seine Tore fast schon frenetisch bejubelt. Doch diesmal blieb er unterkühlt. Es sah so aus, als würde er seine Tore als innere Genugtuung empfinden. Der Grund liegt auf der Hand. Obwohl Gomez schon gegen Portugal das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg erzielt hatte, wurde er danach von einigen Experten hart kritisiert. Der Vorwurf: Er binde sich zu wenig in die Kombinationen ein, und deshalb fehle den Mittelfeldspielern eine wichtige Anspielstation. ARD-Experte Mehmet Scholl, einst Nationalspieler und heute Nachwuchstrainer bei den Bayern, gehörte zu den schärfsten Kritikern des Münchner Stürmers.

Gomez wurde nach dem 2:1-Sieg gegen die Holländer gefragt, ob diese Kritik eine zusätzliche Motivation gewesen sei. Vor der Kamera des «Morgenmagazins» von ARD und ZDF wirkte er wie eine beleidigte Diva. Er war innerlich aufgewühlt. «Das war keine Motivation, das war einfach ein gewaltiger Druck. Das war Druck ohne Ende. Ein paar hundert Kilogramm lasteten auf meinen Schultern», erklärte Gomez und wurde immer emotionaler. «Es ist schade, dass so etwas passiert. Da schiesse ich gegen Portugal das entscheidende Tor und denke, jetzt bist du an der EM angekommen. Und dann kriegst du drei Tage nur auf die Fresse. Ich bin froh, dass die wichtigen Menschen in Deutschland hinter mir standen.»

In die Schnittstelle der Holländer

Gomez erzielte seine beiden Treffer in der 24. und 38. Minute mit einer unglaublichen Kaltschnäuzigkeit. In beiden Szenen spielte Bastian Schweinsteiger, Teamkollege von Gomez bei den Bayern, den entscheidenden Pass in die Schnittstelle der holländischen Innenverteidigung mit Mathijsen und Heitinga, die von Passgeber Schweinsteiger und Gomez zu Statisten degradiert wurden. «Wir wussten, dass die Holländer in ihrer Schnittstelle der Abwehr verwundbar sind», sagte Bundestrainer Jogi Löw nach der Partie. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.06.2012, 11:31 Uhr

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