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So sieht das HD-TV von morgen aus

Aktualisiert am 24.04.2012 24 Kommentare

Nach LCD und Plasma könnte mit Oled bereits im Sommer eine dritte, völlig andersartige Bildschirmtechnik den Fernsehmarkt erobern. Die Serienfabrikation stellt Samsung und LG aber vor riesige Probleme.

1/10 Samsung stellte an der Consumer Electronics Show (CES) 2012...
Bild: AFP

   

Die wichtigsten TV-Begriffe

LCD: Bei einem Liquid Crystal Display werden die Bildpunkte/Pixel zwischen zwei transparenten Scheiben aus Kunststoff oder aus Glas dargestellt. Diese Pixel beinhalten je eine Kammer mit Flüssigkristallen, eine Elektrode, welche die Regulierung der Helligkeit übernimmt, und eine andere Elektrode, welche die Ausrichtung der Flüssigkristalle beim LCD-Bildschirm übernimmt. Diese drei Untereinheiten des Pixel wirken je nach Dicke als Farbfilter und lassen nur das polarisierte Licht der gewünschten Farben-Wellenlänge durch.

LED: Was in den Läden seit Jahren als LED-Fernseher angeboten wird, sind genaugenommen nur LCD-Geräte, bei denen einzig die Hinterleuchtung von Leuchtdioden übernommen wird. Erst bei den neuen OLED (Samsung, LG) und XLED (Sony) ist die Bezeichnung LED voll gerechtfertigt, weil dort das Bild von organischen respektive kristallinen Leuchtdioden erzeugt wird.

Oled: «Leuchtdioden, die mit pflanzlichen Kristallen arbeiten, nennt man organische LEDs oder OLED», erklärt Albrecht Gasteiner vom HDTV-Forum Schweiz. Das Revolutionäre an dieser Technik ist, dass dieses Bauelement nicht mehr nur primär der Beleuchtung dient, sondern sich bestens zur Bildschirmherstellung eignet. Gasteiner: «Hier sind bedeutend kleinere Einheiten möglich. Man kann damit selbstleuchtende Displays von hoher Qualität bauen.»

Quellen: Ratgeber.vergleiche.ch, Hdtv-forum.ch, Bluray-disc.de

LG Display mit Problemen

Der südkoreanische Flachbildschirmhersteller LG Display hat seinen sechsten Quartalsverlust in Folge verbucht. Verzögerungen bei Lieferungen für Apples neues iPad und eine schlechter als erwartet ausgefallene Nachfrage aus China belasteten das Ergebnis. Von Januar bis März belief sich der Fehlbetrag auf umgerechnet 142 Millionen Franken, wie der Konkurrent der ebenfalls in Südkorea ansässigen Samsung Display am Dienstag mitteilte. Vor einem Jahr hatte LG Display noch einen Verlust von 190 Millionen Franken verzeichnet.

Analysten rechnen damit, dass der Konzern im zweiten Quartal dank eines besseren Absatzes von hochklassigen Geräten wieder in die Gewinnzone rutscht.(SDA)

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In vier Monaten öffnet die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin ihre Tore. Die Unterhaltungselektronikmesse ist längst ausgebucht. Im Fokus der Besucher stehen vor allem Oled-Fernseher: Sowohl Samsung (SMSD 327.85 2.12%) als auch LG haben bestätigt, an der IFA entsprechende 55-Zoll-TVs der europäischen Öffentlichkeit zu zeigen. Wie DerBund.ch/Newsnet bereits vor zwei Monaten berichtet hat, warten Schweizer Unterhaltungselektronikunternehmen nur auf den Startschuss.

Auch Albrecht Gasteiner, Gründer des HDTV-Forums Schweiz, ist überzeugt, dass Fernsehgeräte mit Oled-Bildschirmen die Stars der IFA sein werden: «Mit der Technik der Organischen Leuchtdioden steigt nach LCD und Plasma eine dritte, völlig andersartige Bildschirmtechnik in den Ring. Die gespannte Aufmerksamkeit der Fachwelt richtet sich auf die neuen Geräte vor allem wegen deren durchaus spektakulären Eigenschaften.»

Energieeffiziente Technik

Techpionier Gasteiner – als Europa-PR-Manager eines japanischen Konzerns vor Jahrzehnten massgeblich an der Einführung der Digital-Audiotechnik und der CD beteiligt – konnte sich zu Jahresbeginn an der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas von den Vorzügen der Oled-Fernseher überzeugen. «Dort zeigten sie einen enormen Kontrastumfang von tiefem, satten Schwarz bis zu strahlender Brillanz sowie Farben von nie gesehener Klarheit und Intensität – alles nahezu unabhängig vom Blickwinkel. Ihre Fähigkeit zu mehr als hundertmal schnellerem Bildwechsel prädestiniert sie für die 3D-Wiedergabe.» Die Oled-Technik arbeite ausserdem äusserst energieeffizient: Die Leistungsaufnahme betrage trotz einer Bildschirmdiagonalen von 140 Zentimetern nur 70 Watt.

«Local Dimming Punkt für Punkt»

Gasteiner geht davon aus, dass die ersten grossen Oled-Geräte im Laufe des Sommers in ausgewählten Läden bereitstehen. Die kursierenden Preisangaben liegen laut Gasteiner bei ungefähr 8000 Franken für ein 55-Zoll-Gerät.

Die Serienfabrikation solcher Bildschirme stelle die Hersteller aber vor riesige Probleme: «Jeder Bildpunkt besteht aus einem Cluster dreier Leuchtdioden. Für einen HD-tauglichen Bildschirm benötigt man demnach 1920 mal 1080 mal 3 Leuchtdioden. Das sind mehr als sechs Millionen – und jede muss einzeln angesteuert werden – Local Dimming Punkt für Punkt, sozusagen.»

Hinzu komme, dass das organische Material äusserst empfindlich auf Sauerstoff und Feuchtigkeit reagiere. Die beiden auf diesem Gebiet führenden Unternehmen haben darum unterschiedliche Wege gewählt: «LG erzeugt mit roten, grünen und blauen Farbstoffen ein gemeinsames weisses Licht, das durch Farbfilter wieder in Rot, Grün und Blau verwandelt wird. Demgegenüber vertritt Samsung so etwas wie die 'reine Lehre' und setzt die Farbstoffe direkt Pixel für Pixel nebeneinander», erklärt Albrecht Gasteiner. Die Ergebnisse dieser beiden Verfahrensweisen könne man derzeit noch nicht unterscheiden – ebenso wie Langzeitstabilität und Lebensdauer.

Sony (SNE 15.751 0.08%) gibt sich noch nicht geschlagen

Die Fernsehzukunft bleibt also spannend – umso mehr, als Japan sich mit einem dritten Konzept zu Worte gemeldet hat: «Sony will mit 'Crystal-LED' wieder ins Bildschirmgeschäft einsteigen, also mit kristallinen Leuchtdioden. Auch dort haben die ersten Prototypen vielversprechende Qualitäten gezeigt. Doch ob und wann es sie zu kaufen geben wird, weiss heute noch niemand», sagt Gasteiner.

(rek)

Erstellt: 24.04.2012, 14:34 Uhr

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24 Kommentare

Hanspeter Widmer

24.04.2012, 19:33 Uhr
Melden 96 Empfehlung 0

Durch das werden die TV Programme auch nicht besser... Antworten


Brigitte Leupli

24.04.2012, 17:17 Uhr
Melden 28 Empfehlung 0

"Farben von nie gesehener Klarheit und Intensität", will ich nicht! Schon die heutige Technik muss weit "zurückgeschraubt" werden, damit die Farben natürlich wirken. Aber eben, es ist wohl einfacher, das Marketinggeschrei der Unterhaltungsindustrie zu übernehmen. Antworten



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