«Schweizer sind Fans von teuren Geräten»
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 07.10.2009
Der Kindle 2.
Peter Hogenkamp ist Gründer und Geschäftsführer der Blogwerk AG.
Links
Artikel zum Thema
Amazon wird seinen E-Book-Reader Kindle 2 ab 19. Oktober weltweit anbieten (DerBund.ch/Newsnet berichtete). Das Gerät kann bereits jetzt für 279 Dollar bei Amazon vorbestellt werden. Im Preis inbegriffen ist ein Internetzugang für den Download der Bücher über die lokalen Mobilfunknetze. Allerdings werden – mit Ausnahme von drei deutschen Zeitungen – für das elektronische Lesegerät nur englischsprachige Inhalte erhältlich sein. Gemäss Angaben des Online-Händlers sind für das Lesegerät inzwischen über 350'000 Bücher verfügbar.
Wie beurteilen Sie die Marktchancen des Kindles in der Schweiz?
Peter Hogenkamp: Generell gut. Schweizer sind Fans von teuren Geräten, wie die Beispiele iPhone und iPod touch zeigen. Sie werden daher auch schnell das Budget für den Kindle freimachen – wenn sie das Angebot überzeugt.
Glauben Sie, dass E-Reader als Buch-Alternative akzeptiert werden?
Diese Frage ist in den USA bereits beantwortet. Unser in San Francisco lebender «Neuerdings»-Autor hat den Kindle 2 bereits ausgiebig getestet und ist zum Fan geworden.
Gibt es in Bezug auf elektronsiche Geräte Unterschiede zwischen den Präferenzen von Schweizer Kunden und Käufern in den USA?
Ich denke nicht, dass es hier Unterschiede gibt. Wenn Bücher mal zu einer aussterbenden Spezies werden, könnte es sein, dass sich in der Schweiz das Hochpreissegment länger hält, aber das hat mit der Durchdringung der neuen Technologie meiner Meinung nach nichts zu tun.
Gibt es beim Kindle Verbesserungspotenzial?
Ich hatte das Gerät selbst nur kurz in der Hand und kann diese Frage nicht im Detail beantworten. Generell finde ich, dass die Frage «Touchscreen oder nicht?» – also Sony oder Kindle – überschätzt wird.
Was ist denn wichtiger als die Gebrauchstauglichkeit?
Das Gesamtsystem. iPod und iPhone sind nicht deshalb so erfolgreich, weil sie als Geräte völlig einzigartig sind, sondern weil die Integration von iTunes und App Store so einfach ist. Man muss nicht zweimal überlegen, ob man etwas kauft, weil es so schnell geht. Wenn man dieses Modell auf Bücher überträgt, ist es sehr spannend, weil diese auch elektronisch meist deutlich teurer sind als ein einzelner Song. Ich hätte schon so viele Bücher mehr gekauft, wenn sie jeweils in einer Minute geliefert worden wären.
Der grösste Vorteil von elektronischen Lesegeräten?
Die Tatsache, dass man Dutzende von Büchern immer dabei haben und ein Buch in einer Minute kaufen kann. Bei wie vielen Büchern kommt es schon wirklich auf die Sinneswahrnehmung an? Bei Bildbänden, vielleicht noch bei Lehrbüchern mit vielen bunten Grafiken. Das meiste, das ich lese, sind nur schwarze Buchstaben. Die Rolle der sogenannten Haptik wird hier sicher überschätzt.
Und die Nachteile?
Der Kindle ist doch zu gross, um ihn immer herumzutragen. Das Handy habe ich 24 Stunden am Tag dabei, für den Kindle brauche ich eine Tasche.
Dann kann der Kindle keine Konkurrenz zu Smartphones werden.
Das iPhone ist viel zu fummelig, um darauf wirklich lange zu lesen. Trotzdem lese ich erstaunlich viel darauf. Es wäre toll, wenn man ein Buch, das man einmal elektronisch kauft, auf möglichst vielen eigenen Geräten (Kindle, Notebook, iPhone) lesen kann, damit man es wirklich immer dabei hat und nicht nur, wenn man sich morgens entscheidet, den Kindle mitzunehmen.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.10.2009, 14:22 Uhr
Digital
- 26.05.2012Alle iPhone-Gerüchte in einem Video
- 25.05.2012Tim Cook will keine Dividende
- 25.05.2012Google löscht Millionen Einträge
- 25.05.2012Die «Sabotage»-Kinder
- 25.05.2012Facebook überrascht mit eigener Kamera-App
- 24.05.2012Mehr Handys als Zahnbürsten im Umlauf
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!





