Zahlen am Ende die Kunden die Riesensummen für die Lizenzen?

Von Mirjam Contess. Aktualisiert am 24.02.2012 39 Kommentare

Fast eine Milliarde Franken zahlen Swisscom, Sunrise und Orange für die Mobilfunkfrequenzen, die der Bund in einer Auktion versteigert hat. Wird das auf die Kunden abgewälzt? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Immer auf dem Laufenden: Die Datenmenge im Mobilfunk verdoppelt sich alle neun bis zwölf Monate.

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Drei Anbieter beherrschen weiterhin den Schweizer Handymarkt: Swisscom, (SCMN 421.7 -0.14%) Sunrise und Orange haben sich im Auktionsverfahren des Bundes alle Frequenzen gesichert. Sunrise blättert mit rund 482 Millionen Franken am meisten auf den Tisch, Swisscom zahlt 360 Millionen und der kleinste Anbieter, Orange, überweist 155 Millionen. Der Auktionserlös von rund einer Milliarde Franken liege leicht über den Erwartungen, sagte Marc Furrer gestern vor den Medien. Er ist Präsident der Eidgenössischen Kommunikationskommission (Comcom).

1. Worum geht es?
iPads, Smartphones und Co.: Die Datenmenge im Mobilfunk verdoppelt sich alle neun bis zwölf Monate. Deshalb braucht es leistungsfähigere Netzwerke. Das Bundesamt für Kommunikation hat nun die heute freien sowie in den nächsten Jahren frei werdenden Frequenzen versteigert. So können die Anbieter langfristig – bis Ende 2028 – planen und ihre Netze mit den neusten Technologien wie LTE erweitern.

2. Was ist LTE?
LTE steht für Long Term Evolution und ist das Netz der 4.Generation. Es erlaubt schnellere Übertragungsraten als die heute maximalen 42 MBit/sec, nämlich bis zu 150 MBit/sec. Die Swisscom testet LTE in Gstaad, Grindelwald, Leukerbad, Davos, Montana, Saas Fee und St.Moritz. Dieses Jahr will sie das Angebot erweitern.

3. Gibt es mehr Elektrosmog, wenn die Betreiber ihre Netze erweitern?
Bei LTE gelten die gleichen Elektrosmoggrenzwerte wie bei den bisherigen Mobilfunkantennen. Da LTE effizienter ist, müssen die Anbieter künftig sogar weniger neue Antennen bauen als dies bei den heutigen Standards nötig wäre.

4. Zahlen am Ende die Kunden die Riesensummen für die Lizenzen?
«Die Erfahrungen in anderen Ländern haben gezeigt, dass die Kosten nicht auf die Konsumenten überwälzt werden», betont Marc Furrer. Denn die Anbieter riskierten bei einer Preiserhöhung, dass ihre Kunden zur Konkurrenz wechseln. Da die Handytarife aber tendenziell sinken, könnten die Anbieter nun auf die Bremse treten – und die Preise weniger schnell anpassen.

5. Sunrise hat am meisten gezahlt für Mobilfunklizenzen. Wieso?
Im Vergleich zu Orange hat Sunrise mehr attraktive Frequenzen von 900 MHz ersteigert, die hohe Reichweiten haben. Anders sieht es im Vergleich zur Swisscom aus: Sunrise hat 80 Millionen Franken mehr ausgegeben als der blaue Riese, aber weniger Frequenzen ergattert. Der Grund dafür ist, dass die Anbieter Frequenzpakete schnüren konnten. Sie boten dann so viel für ein Paket, wie es ihnen wert schien. «Wir sind zufrieden mit dem Resultat», meint Sunrise-Sprecher Tobias Kistner.

6. Was passiert mit der einen Milliarde Franken in der Bundeskasse?
Der Mindestpreis für die Mobilfunklizenzen betrug 630 Millionen Franken. So viel Geld ist im Bundesbudget einberechnet. Der Rest ist ein unerwarteter Zustupf. Was damit geschieht, entscheidet der Bund.

7. Wieso gab es eine Auktion um die Handylizenzen?
Der Bund habe sich nicht wegen des Geldes für eine Auktion entschieden, betont Comcom-Präsident Marc Furrer. Das Auktionsverfahren sei transparenter verlaufen, als wenn eine Behörde die Lizenzen verteilt hätte. Zudem konnten Swisscom, Sunrise und Orange eigene Pakete schnüren und so genau die Frequenzblöcke ersteigern, die ihrem Bedürfnis am besten entsprechen. International einzigartig ist, dass die Schweiz alle Handyfrequenzen auf einmal vergeben hat. Das führte zu einem hochkomplexen Verfahren.

8. Wieso gibt es weiterhin nur drei Anbieter auf dem Mobilfunkmarkt?
Auch das Waadtländer Unternehmen In&Phone, das sich ausschliesslich auf Geschäftskunden konzentriert, hatte sich für die Auktion beworben. Doch es erfüllte die Zulassungsbedingungen nicht. Das Problem habe unter anderem bei der Finanzkraft gelegen, erklärte Marc Furrer.

9. Wieso war die Auktion streng geheim?
Die Auktion fand vom 6. bis zum 22.Februar statt. Sie war geheim, um Absprachen und Hackerangriffe zu verhindern. (Berner Zeitung)

Erstellt: 24.02.2012, 10:26 Uhr

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39 Kommentare

Peter Pulver

24.02.2012, 10:44 Uhr
Melden 40 Empfehlung 0

Selbstverständlich wird das auf die Kunden abgewälzt, auf wen den sonst? Schon nur die Frage... Antworten


Hanspeter Widmer

24.02.2012, 10:47 Uhr
Melden 32 Empfehlung 0

Nein, Nein. Diese Riesensumme bezahlt der Osterhase, Samichlaus und das Christkind oder etwa die Politiker mit Ihrem gratis Abonement Antworten



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