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Vorsicht bei Bankgeschäften per Smartphone

Von Berrit Gräber, DAPD. Aktualisiert am 05.05.2012

Konsumentenschützer und Sicherheitsexperten warnen, niemals vom Handy aus mit SMS-Tan Gelder zu überweisen.

«Die Gefahr, dabei ausspioniert zu werden und Geld zu verlieren, ist real»: Beim Online-Banking gilt es, gewisse Vorsichtsmassnahmen zu befolgen.

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Viele Konsumenten nutzen neuerdings ihr Smartphone für Bankgeschäfte. Fast jeder achte Bankkunde weist nach einer Studie des deutschen Marktforschers TNS Infratest mit iPhone und Co. bereits Geld an oder fragt seinen Kontostand ab. Doch aufgepasst: Konsumenten mit Online-Konto, die sich die notwendige Tan-Geheimzahl per SMS schicken lassen, sollten niemals von ihrem Smartphone aus überweisen, warnt Tim Griese, Sprecher des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

«Die Gefahr, dabei ausspioniert zu werden und Geld zu verlieren, ist real», mahnt auch Annabel Oelmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zur Vorsicht. Bankkunden «sollten sich der neuen Risiken bewusst werden», betont Griese.

Wie M-Tan funktioniert

Viele Banken haben erst ganz frisch auf die zwei neuen Systeme umgestellt, die die bisherigen TAN-Listen auf Papier ablösen und grundsätzlich mehr Sicherheit vor Betrügern versprechen: die Chip-Tan per Generator, einem Lesegerät für daheim, das für jede Transaktion eine Ziffer errechnet, und die mobile Tan per SMS aufs Handy.

Wer sich für die mobile Geheimzahl, die sogenannte M-Tan, entschieden hat, nutzt beim Online-Banking folgende technischen Wege: das Internet zum Überweisen und das Mobilfunknetz für den Tan-Empfang. Die Daten gibt er wie gewohnt am Computer ein. «Das ist ein echter Fortschritt, weil es damit getrennte Übertragungen und Geräte gibt», erklärt Griese.

Kommt ein Smartphone-Besitzer aber nun auf die Idee, gleich beides über sein Handy laufen zu lassen, also die Online-Überweisung mitsamt Kontonummer und PIN-Geheimzahl wie auch den Empfang der SMS-Tan, ist der Sicherheitsvorteil komplett dahin, wie Konsumentenschützerin Oelmann warnt. Hackern ist dann wieder Tür und Tor geöffnet. Eine weitere Sicherheitslücke tut sich auf, wenn ein Smartphone während einer Online-Überweisung per Datenkabel oder Bluetooth, also Funk, mit dem Computer verbunden ist.

Schutzwall wie beim Computer

Wer via Smartphone Bankgeschäfte erledigt, sollte noch vor weiteren Fallstricken auf der Hut sein, rät BSI-Sprecher Griese. So dürfen Zugangsdaten fürs Konto wie die Pin- und Tan-Ziffern niemals im Handy gespeichert werden. Wird das Gerät gestohlen, ist es sonst für Betrüger ein Kinderspiel, das Konto abzuräumen.

«Alle Gefahren, die man vom Online-Banking mit dem Computer kennt, bestehen auch beim Mobile-Banking», warnt Griese. Eine Bank verlange niemals sensible Daten wie PINs und Tans vom Kunden - auch nicht per Smartphone. Vorsicht geboten ist auch beim Öffnen von E-Mails oder MMS, also Bildnachrichten. Darüber können Schadprogramme eingeschleust werden, die sich auf dem Handy einnisten und Daten ausspähen.

Das moderne Handy wird langsamer

«Weil ein Smartphone nichts anderes ist als ein Computer, ist auch ein Virenschutzprogramm wichtig», betont Fachmann Griese. Es kann Schutz bieten vor Abfisch-Attacken durch E-Mails, Trojaner oder sogenannte Spyware. Der kleine Haken daran: Das moderne Handy wird langsamer. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.05.2012, 13:33 Uhr

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