Digital
Reto Knobel
Ressortleiter Digital
Überraschung! Überraschung?
Aktualisiert am 28.12.2012 34 Kommentare
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Fast 14 Jahre lang war Nokia (NOK 2.75 -0.90%) unangefochtener Leader im Handybusiness – Tempi passati: 2012 war für die Traditionsmarke ein Katastrophenjahr, zweimal mussten die Finnen Quartalsverluste in Milliardenhöhe kommunizieren, das letzte Mal im Oktober (minus 1,1 Milliarden Franken).
Mittlerweile schaffen es die Finnen nicht einmal mehr in die Top 5 der Smartphone-Hersteller. Absoluter Tiefpunkt bislang: Nach der Entlassung von 10'000 Mitarbeitern gab der klamme Konzern den Verkauf des Firmensitzes in Espoo bekannt, was dem Unternehmen umgerechnet 205 Millionen Franken in die Kasse spülte.
Auch Motorola ( 0.00%) Mobility scheint die besten Zeiten hinter sich zu haben. Das aus einer Aufspaltung hervorgegangene Unternehmen wurde dieses Jahr von Google (GOOG 678.695 -0.68%) übernommen und kämpft gegen den Sturz in die Bedeutungslosigkeit, der Weltmarktanteil beträgt gerade mal noch zwei Prozent. Wie Nokia kennt auch Motorola mit den Beschäftigten kein Pardon – jede fünfte Stelle, wurde im August von Motorola kommuniziert, werde gestrichen.
Tablet-Cover mit eingebautem Akku
Die Hoffnung aber stirbt zuletzt. In Skandinavien wie in Übersee wird eifrig am Turnaround gebastelt. Dem «Wall Street Journal» und der Techniksite The Verge zugespielten Informationen zufolge stellen Nokia wie Motorola 2013 neue Hardware vor.
Bei Nokia handelt es sich laut The Verge um ein eigenes Tablet. Der iPad-Konkurrent hätte gemäss dieser Quelle bereits 2012 in den Verkauf kommen sollen, die Lancierung des Windows-Tablets Surface von Partner Microsoft habe Nokia aber einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Der 10,1 Zoll grosse Tabletcomputer mit HDMI- und USB-Anschlüssen sowie Windows 8 (Version RT) soll nun Ende Februar am Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt werden. Die Abdeckung werde gleich wie beim Microsoft-Tablet Surface als Tastatur dienen, aber auch einen Reserveakku beinhalten.
Und wie reagiert der Samsung-Konzern?
Motorola wiederum plant in Zusammenarbeit mit dem Mutterhaus Google die Lancierung eines Mobiles mit dem Projektnamen X-Phone. Weder Google noch Motorola Mobility haben sich über die technischen Spezifikationen des neuen Geräts geäussert.
Damit scheint sich im Mobilebusiness eine neue Front zu bilden: Beim X-Phone handelt es sich – so die Informationen des «Wall Street Journal» zutreffen – um ein Android-Mobile im High-End-Segment, das nicht nur Googles ewigen Rivalen Apple, sondern auch den Handypartner Samsung (SMSD 320.15 -0.57%) konkurrenziert. Kein Unternehmen verkauft mehr Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android als Samsung.
Gut möglich darum, dass der weltgrösste Handyhersteller bei der Fertigung der nächsten Galaxy-Generation auf Android verzichtet: Beim Galaxy-S3-Nachfolger wird gemäss dem Samsung-Fanblog Sammobile.com das neue Betriebssystem Tizen zum Zuge kommen. Dies, um die Abhängigkeit von Google zu reduzieren.
Eine halbe Milliarde Samsung-Mobiles
Die totale Separierung von Android ist indes in Seoul kein Thema: Samsung wird übereinstimmenden Berichten zufolge auch 2013 Mobiles mit verschiedenen OS (Bada, Android, Windows) produzieren.
Dies wird auch nötig sein, um die überaus hohen Erwartungen zu erfüllen, welche der Konzern an sich selbst hat: Nicht weniger als 510 Millionen Handys und Smartphones will Samsung in den nächsten zwölf Monaten verkaufen.
Mailen mit der Armbanduhr
Apple ist dank der Lancierung des iPhone 5 und des iPad mini im Herbst gut gerüstet. Was nicht heisst, dass man sich in Cupertino auf den Lorbeeren ausruht: Die Lancierung eines iPad mini mit Retina-Display und der fünften iPad-Generation 2013 steht so gut wie fest.
Gewagter ist der Ausblick von The Next Web. Dem US-Blog zufolge, der sich auf asiatische Zulieferer beruft, soll der iPhone-Hersteller eine Bluetooth-Uhr mit Intel-Chip lancieren. Die Smartwatch mit einem von Ritdisplay hergestellten 1,5-Zoll-Oled-Display sowie SMS- und E-Mail-Funktionen soll in der ersten Jahreshälfte 2013 gezeigt werden.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.12.2012, 12:46 Uhr
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