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So möchten Netzbetreiber den Gratisdiensten den Kampf ansagen
Von Chantal Hebeisen. Aktualisiert am 11.05.2012
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In Deutschland soll voraussichtlich im Juni ein Nachfolgedienst für das herkömmliche SMS auf den Markt kommen. Über den neuen Kommunikationsdienst Joyn können Nutzer von Multimedia-Handys mit der entsprechenden Software dann Textnachrichten, Fotos und Videos verschicken sowie Videotelefonate führen. Wie die Agentur AFP heute meldet, wird Vodafone der erste Netzanbieter sein, der Smartphones mit diesem Dienst ausstatten wird. Die Kosten dafür sollen über den Handytarif mit Internet-Flatrate bereits abgedeckt sein.
In der Schweiz ist dieser Dienst gemäss Auskunft der drei Telecom-Unternehmen Swisscom, (SCMN 403 -1.10%) Orange und Sunrise vorerst kein Thema. Wie Olaf Schulze von der Swisscom gegenüber DerBund.ch/Newsnet sagt, prüfe man aktuell, wie ein solcher Dienst allenfalls eingeführt werden könnte. «Wir sind in die entsprechende Initiative von Sony Ericsson eingebunden und überlegen uns, wie beispielsweise ein entsprechendes Mobil-Abonnement aussehen könnte», erklärt er.
Sunrise hinkt hinterher
Ähnlich klingt es bei Orange: «Wir evaluieren aktuell vor allem, wie man die Kompatibilität mit anderen Netzbetreibern herstellen kann», sagt Mediensprecherin Therese Wenger. Wann die Software für die Kunden verfügbar sein wird, könne sie derzeit aber noch nicht sagen. Anders als die Swisscom betrachtet Orange den Gratisdienst Whatsapp aber nicht als Konkurrenz zum SMS. Orange bietet in seinen Abos eine SMS-Flatrate an, dadurch komme es laut Wenger nicht zu Umsatzverlusten. «Natürlich verdienen wir weniger, wenn wir nicht wie die Swisscom jedes SMS einzeln abrechnen, aber wir können diese Einbusse durch das Volumen auffangen», präzisiert sie.
Etwas hinterherzuhinken in der neusten Entwicklung scheint der Anbieter Sunrise. «Wir haben die Entstehungsgeschichte mit Interesse verfolgt, aber momentan sind keine Schritte zur Einführung von Joyn geplant», sagt Tobias Kistner gegenüber DerBund.ch/Newsnet. Zudem rät Sunrise den Kunden in seinen Broschüren davon ab, den Gratisdienst Whatsapp zu nutzen. Will das Unternehmen so Umsatzverluste abfedern? «Zu unseren Umsätzen können wir keine Auskunft geben», sagt Kistner. «Wir haben zwar über Neujahr einen leichten Rückgang bei den versendeten SMS verzeichnet, doch bisher haben uns Gratisdienste wie Whatsapp nicht gross geschadet», zeigt er sich zuversichtlich. SMS-Nachrichten seien für sie nach wie vor ein wichtiges Geschäft.
Joyn soll sich zum Standard entwickeln
In Deutschland reagieren die Telecom-Unternehmen auf die sinkenden Umsätze mit den herkömmlichen SMS. Neben Vodafone will unter anderem auch die Telekom in den neuen Kommunikationsdienst mit der Fachbezeichnung RCS-e (Rich Communication Suite-enhanced) einsteigen. Über Angebote wie Whatsapp, Yuilop oder Kik können Smartphone-Besitzer schon jetzt kostenfrei Nachrichten hin und her schicken.
Allerdings hat sich bisher noch keines der Programme als Standard etabliert. Die Kommunikation über solche Dienste funktioniert aber nur, wenn alle Teilnehmer das gleiche Programm installiert haben. Wird Joyn künftig auf Smartphones vorinstalliert, könnte sich das Programm zum Standarddienst entwickeln. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.05.2012, 17:41 Uhr
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