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«Nicht Mist wie Android»

Von Walter Niederberger. Aktualisiert am 17.12.2011 30 Kommentare

Den Google-Smartphones droht in den USA ein Rückschlag. Die Handelsbehörde steht wegen einer Klage von Apple vor einem schwerwiegenden Entscheid.

«Ich werde Android zerstören»: Steve Jobs während einer Keynote im Juni 2011.

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Das Ende dieses Patentverfahrens um das Android-Betriebssystem erlebt Steve Jobs nicht mehr. Doch für ihn war dieser Streit der wichtigste seiner ganzen Karriere. «Wenn nötig werde ich meinen letzten Atemzug dafür brauchen und den letzten Penny auf dem 40 Milliarden-Konto von Apple (AAPL 562.29 -0.54%) ausgeben», so Jobs. «Ich werde Android zerstören, weil es eine gestohlene Ware ist.»

In einer ersten Runde hatte Apple diesen Sommer, wenige Wochen vor Jobs’ Tod, recht bekommen. Die Internationale Handelskommission, die grenzüberschreitende Patentklagen beurteilt, sah es als erwiesen an, dass der taiwanesische Smartphone-Hersteller HTC zwei Patente verletzt und illegal Software von Apple für seine Android-Geräte verwendet hatte. HTC ging in die Berufung, und die Handelskommission muss nun abschliessend befinden, ob Apple recht bekommt. Der heikle Entscheid wurde bereits zweimal verschoben, doch soll das Urteil nach Angaben von HTC nun nächste Woche fallen.

Ein langer Patentstreit droht

«Das ist der ganz grosse Fall», hält der Urheberrechtsexperte Florian Müller auf seiner Webseite Foss Patents fest. «Das Android-System von Google (GOOG 591.53 -2.01%) ist in ernsthaften Schwierigkeiten. Es ist schwer zu verstehen, dass Android-Geräte nicht gegen die Patente verstossen sollen. Schwierig ist es auch abzuschätzen, wie die Unternehmen einen Ausweg finden könnten.» Die Klage von Steve Jobs richtete sich zwar gegen Google, doch sind alle Android-Geräte betroffen. HTC als der Marktführer in den USA müsste im schlimmsten Fall mit einem umfassenden Importverbot rechnen. Mitten in der Weihnachtssaison wären die Folgen eines solchen Urteils katastrophal, was erklären könnte, warum die Handelskommission mehr Zeit braucht als geplant.

Eric Schmidt, Verwaltungsratschef von Google, scheint auf ein ungünstiges Urteil gefasst. Sollte die Handelskommission definitiv für Apple entscheiden, sagte er, würde dies «die Wahlmöglichkeiten einschränken». Er tönte an, Android-Smartphones mit anderer Software herstellen zu lassen. Möglich wäre dies gemäss Marktexperten in Zusammenarbeit mit anderen Hightechkonzernen wie Intel oder mit dem weiteren Zukauf von Patenten anderer Firmen. Zudem hat HTC Gegenklagen eingereicht. Damit aber droht ein langer, teurer Patentstreit. Das Risiko, dass HTC ganz auf den Verkauf in den USA verzichten muss, ist nach Ansicht von Credit-Suisse-Analysten gering. Wahrscheinlicher sei, dass sich die Streithähne letztlich auf gegenseitige Lizenzabkommen einigten, um eine «gegenseitige Zerstörung» zu verhindern.

Der Apple-Chef fühlte sich verraten

Für Jobs allerdings ging der Streit weit über das Geschäftliche hinaus, wie sein Biograf Walter Isaacson schreibt. Jobs habe sich persönlich verraten gefühlt und Rache geschworen. Dies, weil Eric Schmidt im Verwaltungsrat von Apple sass, als das iPhone und das iPad entwickelt wurden. Schmidt habe dieses Insiderwissen ausgenützt, um das Google-Phone zu lancieren. «Ein klarer Fall von Diebstahl», so Jobs. «Sie wollen das iPhone kaputt machen, aber wir werden dies nicht zulassen.»

Der Apple-Chef sah seine Ideen bedroht, die er mit einem geschlossenen Betriebssystem abzusichern hoffte. Google dagegen gab die Android-Plattform frei und öffnete sie Dutzenden von Firmen und Tausenden von Software-entwicklern. HTC ist damit zur Nummer eins auf dem US-Markt geworden und hält weltweit einen Marktanteil von rund elf Prozent aller Smartphones. Das offene System sei das einzig Richtige, so Schmidt, weil es den Konsumenten mehr Wahlmöglichkeiten gebe und den Wettbewerb verstärke. Diesen Anspruch konterte Jobs im Gespräch mit Isaacson unverblümt: «Ich liebe es, für die gesamte Nutzererfahrung verantwortlich zu sein. Wir tun dies nicht, um Geld zu machen, sondern um grossartige Produkte herzustellen, nicht Mist wie Android.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.12.2011, 10:07 Uhr

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30 Kommentare

christian dankort

17.12.2011, 20:06 Uhr
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In der Welt von Steve Jobs gab's nur das perfekte Monopol. Und aus diesem Grunde konnte das iPhone auch so erfolgreich sein! Mit Android gibt es endlich eine vernünftige Alternative zu fairen Preisen.
Dumm gelaufen Apple, mit Konkurrenz wird's halt immer schwerer Kunden davon zu überzeugen ein Produkt zu kaufen, das min. 50% zu teuer ist sowie technisch klar unterlegen ist!!!
Antworten


Dennis Busch

17.12.2011, 16:15 Uhr
Melden 39 Empfehlung

Alles was ein Display hat als seine eigene Idee ansehen, andere Produkte aus dem Weg räumen, Wahl für den Kunden eliminieren, ein Monopol schaffen statt Alternativen zu bieten..
Ich werde nie verstehen, warum er so beliebt war. Täglich bin ich berufsmässig gezwungen, mich mit den Produkten abzugeben, und bin immer wieder enttäuscht von der Bevormundung und der ungenügenden Hardware.
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