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So gefährlich ist Handystrahlung

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 26.10.2009 56 Kommentare

Vieltelefonierer mit dem Handy erhöhen das Risiko einer Krebserkrankung. Dies sagt nicht irgendwer, sondern die Weltgesundheitsorganisation WHO. Das BAG schweigt.

Wie gefährlich ist Handystrahlung? Das Thema hat nichts an Aktualität und Brisanz eingebüsst.

Wie gefährlich ist Handystrahlung? Das Thema hat nichts an Aktualität und Brisanz eingebüsst.

Der Artikel des «Daily Telegraph» schlug ein wie eine Bombe. Die Zeitung schrieb über ein signifikant erhöhtes Risiko für verschiedene Tumore im Zusammenhang mit einer Handynutzung von zehn oder mehr Jahren (DerBund.ch/Newsnet berichtete).

Der «Daily Telegraph» beruft sich dabei auf eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beaufsichtigte Langzeitstudie – über vier Jahre lang wurden dazu rund 12'800 Menschen in 13 Ländern nach ihren Handynutzungsgewohnheiten befragt, darunter sowohl Tumorpatienten als auch gesunde Nutzer. Mittlerweile haben Medien- und Medizinportale auf der ganzen Welt den Inhalt des Vorberichts aufgegriffen.

Bei intensivem Gebrauch von Handys besteht demnach – im Vergleich zu Wenigtelefonierern oder Handylosen – eine um 50 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit, an Kehlkopfkrebs zu erkranken. Bei unter 20-jährigen Handynutzern besteht ein fünfmal höhere Risiko, vor dem 29. Altersjahr einen Gehirntumor zu entwickeln.

Auch südkoreanische und israelische Forscher warnen

Erst vor wenigen Tagen publizierte das «Journal of Clinical Oncology» die Ergebnisse einer Meta-Studie von südkoreanischen und amerikanischen Wissenschaftern. Diese berichten von einem 10 bis 30 Prozent erhöhten Tumorrisiko bei Menschen, die regelmässig oder häufig mobil telefonieren, im Vergleich zu Handyverweigerern. Bereits letztes Jahr sorgte eine israelische Studie für Aufsehen, die auf einen Zusammenhang zwischen Tumoren der Ohrspeicheldrüse und häufigem Gebrauch von Mobiltelefonen hinwies.

Für die Leiterin des WHO-Projektes, die Medizinerin Elisabeth Cardis, ist klar, welche Konsequenzen gezogen werden müssen. «Ich befürworte einschränkende Massnahmen bei Kindern.» Auf Mirror.co.uk wird Siegal Sadetzki, ein Mitarbeiter der Untersuchung, mit folgenden Worten zitiert: «Die meisten Studien, unsere inbegriffen, zeigen, dass bei jahrelangem Gebrauch etwas passiert. Warum sollten wir nicht ganz einfache Massnahmen ergreifen, um die Strahlenbelastung zu reduziern – einfach, um sicherzugehen?»

Gelassene Österreicher

Im vergangenen Frühling kamen österreichische Wissenschafter indes zu einem ganz anderen Befund: «Werden Grenzwerte für Strahlungen eingehalten, ist nach heutigem Stand der Wissenschaft mit keiner gesundheitlichen Gefährdung durch den Mobilfunk zu rechnen», so das Fazit des Wissenschaftlichen Beirats Funk (WBF), einem Beratergremium des österreichischen Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie. 22 Experten aus verschiedenen Disziplinen analysierten dazu 85 europäische Studien zum Thema Mobilfunk und Gesundheit, die 2008 durchgeführt wurden.

Und was sagt das Bundesamt für Gesundheit (BAG)? «Solange die Studie nicht publiziert ist, respektive die genauen Zahlen noch unter Verschluss sind, können wir dazu keine Stellung nehmen», sagt BAG-Sprecher Daniel Dauwalder.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 26.10.2009, 19:23 Uhr

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56 Kommentare

Hans-Ulrich Schmieder

28.10.2009, 11:21 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Sehr geehrte Damen und Herren, verständlicherweise sind Handys durch den übermäßigen Gebrauch eine starke Gesundheitsgefahr dennoch genauso gefährlich sind alle Dauerstrahler wie, DECT,WLAN;BOS ( Behördenfunk) und Energie-verschmutzer-lampen die ebenfalls als Dauerstrahler auf unsere Kinder und damit nächste Generation einwirken. Eine Art und Weise eine Selbstvernichtung durch HF-EMF ausgelößt. Antworten


Peter Weierstrass

26.10.2009, 16:21 Uhr
Melden

Es ist immer dasselbe mit der Panikmache. Jeder hat Angst vor Haien beim Baden, aber das ganz normale Autofahren ist millionenfach gefährlicher. Wann wurde der letzte Schweizer von einem Hai angegriffen? Antworten



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