Digital

Grosser Knatsch um kleine Karte

Aktualisiert am 02.04.2012

Die Nano-SIM soll noch kleiner als die Micro-SIM werden, damit die Smartphone-Hersteller ihre Geräte flacher bauen können. Doch ein Streit zwischen Nokia und Apple könnte diese Anstrengungen zunichte machen.

Sie wird immer kleiner: Auf SIM-Karten werden vor allem die Zugangsinformationen des Mobilfunk-Anbieters gespeichert. SIM steht für Subscriber Identity Module.

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Bild: Keystone

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Kurz vor dem Entscheid über die nächste Generation der SIM-Karten für Handys eskaliert der Konflikt zwischen den Rivalen Nokia (NOK 2.881 -1.67%) und Apple. (AAPL 440.16 -0.63%) Der finnische Handy-Hersteller drohte offen, den Vorschlag von Apple für eine noch kleinere Nano-SIM zu blockieren, falls er zum Standard erklärt werden sollte.

Nokia werde für das Apple-Format seine eigenen SIM-Patente nicht lizenzieren, kündigte Technologiechef Henry Tirri an. Da Nokia nach eigenen Angaben mehr als 50 relevante Patentfamilien für die SIM- Technik hält, könnte die Branche damit grosse Probleme bei der Umsetzung des Apple-Vorschlags bekommen.

Die meisten Provider unterstützen Apple

Auf SIM-Karten (Subscriber Identity Module) werden vor allem die Zugangsinformationen des Mobilfunk-Anbieters gespeichert. In Smartphones kommt schon heute oft eine kleinere Micro-SIM zum Einsatz. Die Nano-SIM soll nun noch kleiner werden, damit die Smartphone-Hersteller ihre kommenden Geräte noch flacher bauen können. Die meisten Mobilfunk-Anbieter unterstützen nach bisherigen Medienberichten Apples Entwurf.

Nokia ist mit einem eigenen Vorschlag im Rennen, gemeinsam mit Motorola und dem Blackberry-Anbieter RIM. Nur ihr Format erfülle alle vereinbarten ETSI-Anforderungen, betonte Nokia.

Mit ihm könnten die Hersteller mehr Platz sparen, günstigere Geräte bauen und hätten durch die Konstruktion des Kartenlesegeräts mehr Freiraum beim Design der Technik. Ausserdem sei der Entwurf bequemer für die Konsumenten.

Die Argumentation von Nokia

Die von Apple vorgeschlagene Nano-SIM sei genauso lang wie heutige Micro-SIM-Karten breit sind - das berge die Gefahr, dass Nutzer sie aus Versehen ins falsche Gerät einsetzen könnten und sie sich im Kartenleser verkantet, argumentiert Nokia.

Die Finnen werfen Apple vor, den Standardisierungsprozess beim zuständigen europäischen Gremium ETSI zu missbrauchen, um sein Format durchzusetzen. Der «Financial Times» zufolge meldete der iPhone-Hersteller alle europäischen Tochtergesellschaften einzeln an. Dadurch habe Apple jetzt 183 Stimmen in dem Gremium - mehr als jede anderer Teilnehmer und etwa doppelt so viele wie Nokia. (rek/sda)

Erstellt: 02.04.2012, 08:13 Uhr

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