Google-Frust über neue iPhone-Regeln
Der Internetriese Google (GOOG 591.53 -2.01%) hat die neuen Werbevorschriften des Computerbauers Apple (AAPL 562.29 -0.54%) für dessen iPhone-Handy kritisiert. «Die Regeln gefährden Unternehmen, die wettbewerbsfähige mobile Technologien (wie Google) anbieten, genauso wie Firmen, bei denen Werbung nicht das Hauptgeschäft ist», schrieb der Gründer des von Google aufgekauften Handywerbespezialisten AdMob, Omar Hamoui, am Mittwoch im Unternehmensblog.
Apple schreibt seit neuestem vor, dass nur noch reine Werbeunternehmen gezielte Reklame etwa in die Miniprogramme für das iPhone, die sogenannten Apps, integrieren dürfen. Das schliesst etwa Google und Microsoft aus, die neben Werbung auch andere Dienste anbieten. Google finanziert die allermeisten seiner Angebote über die Werbung.
«Wir werden mit Apple sprechen»
«Diese Änderung ist nicht im Interesse der Entwickler und der Nutzer», kritisierte Hamoui. «Wir werden mit Apple sprechen, um ihnen unsere Bedenken mitzuteilen.» Apple selbst startet zum 1. Juli seinen Dienst iAd – mit dem der Computerbauer selbst Werbung anbieten will. Einige lukrative Verträge hat das Unternehmen bereits etwa mit dem Telekommunikationsriesen AT&T, dem Autobauer Nissan und dem Unterhaltungskonzern Disney geschlossen.
Kampf mit langer Tradition
Google und Apple sind zuletzt immer wieder aneinandergeraten. Nachdem Apple mit dem iPhone den Weg für den Siegeszug der Smartphones freigemacht hat, versucht derzeit Google auf dem boomenden Mobilmarkt Fuss zu fassen – wovon auch der Kauf von AdMob zeugt. Google entwickelte zudem das freie Handy-Betriebssystem Android, das Handyhersteller für ihre Smartphones kostenlos einsetzen und weiterentwickeln können. Zudem brachte kürzlich auch ein eigenes Multimediahandy, das Nexus One, auf den Markt. Im vergangenen August hatte sich Google-Chef Eric Schmidt aus dem Verwaltungsrat von Apple zurückgezogen und dabei auf zunehmende Interessenkonflikte verwiesen.
Wettbewerbshüter greifen ein
Die «Financial Times» berichtete am Donnerstag unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Kreise, die US-Wettbewerbshüter wollten die neuen Vorschriften von Apple untersuchen. Unklar war dabei noch, ob das Justizministerium oder die nationalen Handelskommission einschreiten sollte. (rek/afp)
Erstellt: 10.06.2010, 10:19 Uhr
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