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Reto Knobel
Ressortleiter Digital


Ein Nerd auf Shopping-Tour

Aktualisiert am 16.08.2011 9 Kommentare

Larry Page lässt sich den Motorola-Deal Milliarden kosten. Der Google-Chef zeigt sich aber nicht nur im Geschäftsleben ausgabenfreudig.

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Die Genies hinter dem 1998 gegründeten Suchmaschinen-Unternehmen Google: Larry Page (links) und Sergey Brin. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2004, als das Unternehmen an die Börse ging.
Bild: AFP

   

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Der Deal

Google will mit dem Kauf des Handy-Herstellers Motorola Mobility seine Ambitionen ausserhalb des Internetgeschäfts untermauern und seine Mobilfunkplattform Android vorantreiben. Beide Unternehmen hätten sich auf einen Kaufpreis von 12,5 Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro) verständigt, wie am Montag im kalifornischen Mountain View mitgeteilt wurde.

Larry Page äusserte sich enthusiastisch über den bislang bei weitem teuersten Einkauf seines Unternehmens: «Zusammen werden wir einzigartige Nutzererfahrungen ermöglichen, die dem gesamten Android-Ökosystem im Interesse unserer Kunden, Partner und Entwickler einen Schub geben werden.» Mit dem Kauf will sich Google offenbar vor allem die mehr als 17'000 Mobilfunkpatente von Mobility Motor sichern. Android ist das von Google entwickelte Handy-Betriebssystem. (DAPD)

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Googles Handycoup

Googles Handycoup
Der weltgrösste Suchmaschinenanbieter kauft für 12,5 Milliarden Dollar Motorola Mobility.

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Es könnte der Coup des Jahres sein: Gestern gab Google (GOOG 685.03 -1.60%) bekannt, für 12,5 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola ( 0.00%) Mobility übernehmen zu wollen. Ein stolzer Preis, auch für Branchenkenner wie Ruedi Noser.

Hauptverantwortlicher für den teuersten Deal in der Firmengeschichte Googles ist Larry Page. Der Unternehmensmitgründer kehrte vor ein paar Monaten an die Firmenspitze zurück. Für Google-Kenner ist klar: Unter dem bisherigen CEO Eric Schmidt hätte der Motorola-Kauf nicht stattgefunden – oder höchstens auf Ebene der 17'000 Handypatente, die sich im Besitz des amerikanischen Mobile-Herstellers befinden. Denn der zwar erfolgreiche, aber farblose Schmidt gilt als Verwalter, nicht als Macher. Ganz anders der 38-jährige Page, der auf der Milliardärsliste von «Forbes» derzeit auf Platz 22 liegt.

Ein Drucker aus Lego-Steinen

Der studierte Ingenieur und Informatiker gilt als Workaholic, der sein Genie auch gegenüber Co-Gründer Sergey Brin aufblitzen lässt. In den letzten Jahren hat der Sohn eines Informatikprofessors und einer Programmiererin einen erstaunlichen Wandel durchgemacht – vom bescheidenen Fahrer eines Toyota-Prius mit Hybridantrieb zum stolzen Jacht- und Jetbesitzer. Vom Führungstrio Brin-Schmidt-Page ist er der Unternehmensleiter mit den besten Ideen. So geht die Legende, dass er einmal einen funktionsfähigen Drucker aus Lego-Steinen bastelte. Page ist es auch, der dem berühmten Verfahren, eine Menge verlinkter Dokumente anhand ihrer Struktur zu gewichten, den Namen gab: Page-Rank.

Das Geld könnte woanders fehlen

Wie der Milliardendeal mit Motorola zeigt, hat der Führungschef nicht nur im Privaten die Spendierhosen an. Das wird in und ausserhalb des Führungssitzes in Mountain View nicht nur mit Freude betrachtet. Es geht die Sorge um, dass Google unter Page zu sorglos mit den liquiden Mitteln umgeht.

Allein der Deal – falls er denn von den US-Wettbewerbshütern abgesegnet wird – lässt die frei verfügbare Geldmenge von derzeit knapp 37 Milliarden Dollar um einen Drittel schrumpfen. «Die Zeit» befürchtet schon, dass Google dieses Kapital nun fehlt, um Innovationen an anderer Stelle zu finanzieren.

Was machen Microsoft, Samsung und HTC?

Mit der Lancierung des Facebook-Konkurrenten Google+ scheint Page ein Coup gelungen zu sein. Ob man dies später einmal auch von der Motorola-Akquisition behaupten kann, dem Wandel zum Handyhersteller, wird erst die Zukunft zeigen. Und diese hängt stark von externen Faktoren ab: etwa von der Frage, ob Microsoft eine Übernahme von Nokia vorantreibt. Oder von den Reaktionen der Google-Partner Samsung und HTC, die vom Motorola-Deal vielleicht weniger begeistert sind, als sie gegen aussen zugeben würden. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.08.2011, 12:40 Uhr

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9 Kommentare

Roman Rebitz

16.08.2011, 14:14 Uhr
Melden 7 Empfehlung 0

Ohne diese blöden Patente wäre die Menschheit schon hundertmal weiter. Aber wie immer muss Geld und Macht abgesichert werden. Antworten


Emorch Dapi

16.08.2011, 13:40 Uhr
Melden 4 Empfehlung 0

Wer diese Akquisition mit einem Wandel zum Handyhersteller umschreibt, hat die Sachlage nicht richtig verstanden.
Die PC und Home Electronics Entwicklung geht in Richtung mobile Geräte (Tablet, wireless TV, Smartphone, schlanke Laptops). Google hat realisiert, dass sie Apple nur die Stirn bieten können, wenn Hard- und Software von Grund auf aufeinander abgestimmt werden. Monopol Apple --> Duopol
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