Reto Knobel
Ressortleiter Digital


Die Profiteure von Microsofts Schwäche

Aktualisiert am 25.08.2010

Der Hardwarekonzern Dell verkauft nicht mehr nur Computer, Monitore und Drucker, sondern bald auch Mobiltelefone. Das beunruhigt Apple und freut Google – die Karten im Smartphonemarkt werden neu gemischt.

1/9 Der amerikanische Computer-Konzern hat das Touchscreen-Smartphone Aero vorgestellt – ein weiteres Handy mit Googles Betriebssystem Android.
Bild: Keystone

   

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HTC, LG und Samsung: Die Hardware für Windows Phone 7

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Wie gut ist das neue Handybetriebssystem von Microsoft?

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Das iPhone bekommt einen weiteren Konkurrenten: Der Computerbauer Dell bringt sein erstes Smartphone in den USA heraus (DerBund.ch/Newsnet berichtete). Das Aero wird zu Preisen von 99,99 Dollar mit Vertrag und 299,99 Dollar ohne Vertrag zu haben sein.

Was Apple (AAPL 433.26 -0.30%) beunruhigt, freut Google: (GOOG 699.97 -0.09%) Denn das Dell-Handy basiert auf Android. Das Google-Betriebssystem macht der Konkurrenz wie Symbian (Nokia), Windows Mobile (Microsoft) und Apple (iOS) mächtig Dampf. Android startete erst vor zwei Jahren, aber bereits laufen laut einer Studie des Marktforschers Gartner 17,2 Prozent aller Mobiles mit dieser Software. Android ist damit nach dem Nokia-Betriebssystem bereits Nummer 2 auf dem Markt. «Android», sagt die Analystin Tina Teng gegenüber der Agentur SDA, «nimmt den Smartphone-Markt im Sturm».

Offen statt geschlossen

Der zentrale Grund für den Erfolg ist, dass Android nicht auf einem bestimmten Handy läuft, sondern viele Anbieter in den USA, Europa und Asien das System in ihre Geräte integrieren. Dabei handelt es sich um so gewichtige Unternehmen wie Motorola, HTC, Samsung, Sony Ericsson, LG und eben neu Dell. Googles Android unterscheidet sich von Apples iOS 4 auch in der Architektur – Android ist ein Open-Source-Programm. Das heisst (etwas überspitzt formuliert), jedermann kann daran herumbasteln, wie er will, Android ist ein Paradies für Entwickler, die Gestaltungsmöglichkeiten sind enorm.

Doch die Konkurrenz schläft nicht: Gespannt wartet die IT-Gemeinde auf den auf Mitte Oktober angekündigten Start der ersten Mobilgeräte mit Windows Phone 7. Das neue Mobilebetriebssystem von Microsoft (MSFT 26.779 1.66%) läuft wie Android auf Geräten diverser Hersteller, etwa HTC, Samsung, LG und Asus und Dell.

Die Nervosität ist spürbar

Was bedeutet dies für Apple? Die Nervosität ist gross, Beleg dafür ist Steve Jobs' bereits legendärer Spruch «Google will das iPhone killen, das werden wir nicht zulassen!» In der Folge wurde die Freundschaft zwischen Google-Chef Eric Schmidt und Apple-Gründer Steve Jobs zu Grabe getragen, Schmidt wurde aus dem Apple-Verwaltungsrat herauskomplimentiert. Das taiwanesiche Unternehmen HTC, welches diverse Android-Handys fabriziert, wurde ausserdem von Apple wegen 20 Patentverletzungen angeklagt. Wie Golem.de weiss, geht HTC jetzt zum Gegenangriff über: Apples Patente seien gar nicht rechtens.

Immerhin: Apple agiert aus einer Position der Stärke. Ganz anders Microsoft. Experten sind extrem vorsichtig, wenn es darum geht, Windows Phone 7 zu beurteilen. Zu offensichtlich sind die Unternehmensfehler im Mobilegeschäft, sowohl was die Software (Windows Mobile 6.5) als auch die Hardware (Kin One, Kin Two) betrifft.

Microsofts Handyzukunft ist unsicher

Das Redmonder Unternehmen, immer noch der grösste Softwarehersteller weltweit, kann im Handysegment nur dann zu Google und Apple aufschliessen, wenn das im Januar dieses Jahres erstmals gezeigte Windows Phone 7 hält, was es verspricht. Bislang konnten Tester (auch DerBund.ch/Newsnet) die Software nur auf einem Prototypen begutachten. Viel Zeit bleibt Microsoft nicht, Steve Ballmer und Co. erreichen mit ihrer Software derzeit nur Platz 5 auf dem Mobilebetriebssystem-Markt – nichts anderes als eine Schmach für eine Firma, die im Markt für Computerbetriebssysteme auf einen Anteil von 90 Prozent kommt.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.08.2010, 12:12 Uhr

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