«Das ist ganz klar eine Eskalation»
Interview: Reto Knobel. Aktualisiert am 07.09.2011 46 Kommentare
Uwe Neumann ist Technologie-Analyst bei der Credit Suisse in Zürich.
Umfrage
Apple gegen Samsung: Kann sich der iPhone-Hersteller mit der Forderung nach einem Galaxy-Verbot in der EU durchsetzen?
Ja
Nein
1308 Stimmen
Das schrumpfende Galaxy
Im Patentstreit mit Samsung hat der iPad-Hersteller den Richtern womöglich ein manipuliertes Foto des Galaxy-Tablets vorgelegt (DerBund.ch/Newsnet berichtete).
Gemäss Informationen des holländischen Portals Webwereld hat es Apple nicht dabei belassen: Auch das Android-Smartphone Galaxy S soll, um es gegenüber dem Apple-Handy ähnlicher aussehen zu lassen, auf Fotos kleiner gemacht worden zu sein.
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Juristischer Feldzug
Patente sind in der Technologie-Branche ein Machtfaktor. Bei der Motorola-Übernahme durch Google wurde dies mehr als deutlich. 12,5 Milliarden Dollar legten die Kalifornier für den schwächelnden Handyhersteller auf den Tisch. Der hohe Preis hat nach Einschätzung von Experten (siehe auch Interview rechts) vor allem einen Hintergrund: das von Motorola gehaltene Portfolio aus mehr als 17'000 Mobilfunk-Patenten.
Konkret dürfte es für Google vor allem darum gehen, sein von Patentklagen bedrängtes Smartphone-Betriebssystem Android zu stärken. Die Ausweitung des eigenen Portfolios könnte gegenüber Konkurrenten wie Apple und Microsoft als Abschreckung wirken. (DAPD)
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Uwe Neumann, Apple
(AAPL
562.29
-0.54%)
will ein totales Importverbot von Samsungs
(
239.5
-2.17%)
Galaxy-Smartphones und -Tablets in Europa. Ist der Konzern verrückt geworden?
Das ist ganz klar eine Eskalation zwischen den Philosophien iOS (also Apple) und Android (Google, Samsung und andere Hersteller). Apple hat allen Grund, sich Sorgen zu machen: In den USA ist jedes zweite Smartphone ein Android-Gerät. Apple kämpft jetzt mit allen Mitteln, um nicht auch in Europa in Schieflage zu geraten. Zumal die Apple-Manager – wie ich übrigens auch – von Googles Kauf von Motorola Mobility wahrscheinlich völlig überrumpelt worden sind.
Samsung ist nicht das einzige Unternehmen, welches Handys und Tablets mit dem Google-Betriebssystem produziert. Warum hat sich Cupertino so auf das südkoreanische Unternehmen eingeschossen?
Aus zwei Gründen: Erstens verkauft Samsung am meisten Android-Hardware. Zweitens ist Samsung auch Partner von Apple. Sowohl im iPhone als auch im iPad sind Halbleiter von Samsung eingebaut.
Das wäre eher ein Grund, Samsung in Ruhe zu lassen.
Apple befürchtet wohl, dass Samsung durch diese Zusammenarbeit Know-how generiert, welches es für die Herstellung der Galaxy-Geräte verwendet. Apple versucht darum, unbedingt von Samsung unabhängig zu werden und eigene Halbleiter herzustellen respektive herstellen zu lassen.
Der Streit zwischen den Smartphone-Riesen dürfte auch ein Indiz für den immer brutaler werdenden Konkurrenzkampf im Markt der mobilen, internetfähigen Hardware sein.
Absolut. Google und Apple sind mit ihren Betriebssystemen Android respektive iOS in der Poleposition.
Wer wird in fünf bis zehn Jahren der Dominator auf dem Mobile- und Tablet-Markt sein?
Industrieschätzungen gehen davon aus, dass die Android-basierten mobilen Endgeräte die Nase vorn haben werden.
Sie haben es eingangs erwähnt: Die Nachricht, dass Motorola Mobility von Google aufgekauft wird, kam völlig überraschend. Nun scheint plötzlich die Übernahme von Nokia
(
2.82
2.92%)
durch Microsoft
(MSFT
29.06
-0.03%)
im Bereich des Möglichen.
Das sehe ich anders. Zwar werden in ein paar Monaten die ersten Nokia-Geräte mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 7 auf den Markt kommen, aber Hardware zu kaufen, ist Unsinn. Das Hardwaregeschäft hat deutlich niedrigere Margen und unterliegt einem stärkeren Wettbewerb. Motorola Mobility ist fast ausschliesslich nur wegen seiner vielen Patente für Google wichtig. Der Kampf um die Vorherrschaft im Mobile-Internet wird eher über die Attraktivität des Betriebssystems entschieden als über Hardware-Komponenten.
Patente mutieren immer mehr zu juristischen Waffen. Weshalb?
Weil sie bestimmen, wie die Smartphones und Tablets in Zukunft daherkommen. In der Debatte um Ähnlichkeiten im Design zwischen dem iPhone und dem Galaxy respektive zwischen iPad und Galaxy Tab geht der Fakt, dass es eigentlich um die mobilen Endgeräte der nächsten fünf bis zehn Jahre geht, vergessen. Der Schutz der eigenen Erfindungen vor Ideenklau ist wichtig. Ich gehe im Übrigen nicht mit Experten einig, die befürchten, dass Patentstreitigkeiten zwischen Unternehmen dazu führen, dass Ressourcen, die anderswo besser eingesetzt werden, verloren gehen. Die Hersteller der mobilen Betriebssysteme können das gut verkraften.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.08.2011, 13:45 Uhr
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46 Kommentare
First Mover und Follower Strategien sind doch nichts neues. Lächerlich was Apple hier vorhat. Man kann doch von Endusern nicht verlangen, Apple produkte zu kaufen. Nur weils auch einen grossen Touchscreen hat, ist das noch lange keine 1:1 Kopie. Zudem: Wer ein Iphone hat hat meist auch einen kompatiblen Computer und noch andere Apple Geräte dazu, die will ich aber nicht, ich will nur ein Galaxy. Antworten
Es ist genug das Apple seinen Nutzern exorbitante Preise für Musik abverlangt und seine Kunden bevormundet indem Kunden verunmöglicht wird Grooveshark oder andere Streaming Services zu benutzen (auf Ipad, Ipod und Iphone). Jetzt möchte Stevie auch noch anderen Nutzern vorschreiben was für Geräte sie zu brauchen haben. Höchste Zeit das jemand diesen möchte-gern Monopolist in die Schranken weist! Antworten
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