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Das Handy mit dem Butler-Service floriert
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Zu behaupten, Nokia (NOK 2.775 -3.38%) habe schon bessere Tage gesehen, wäre eine Untertreibung: Dem finnischen Handyhersteller geht es richtig schlecht. Im April bereits gab das Unternehmen die Streichung von 4000 Stellen bekannt, letzte Woche wurde öffentlich, dass weitere 3500 Stellen verloren gehen und Nokia-Werke in Rumänien, Deutschland und den USA geschlossen werden.
Die sinkende Nachfrage nach Mobiles ist allerdings nur ein Problemfeld. Ein weiteres Sorgenkind ist der Telefonnetz-Ausrüster Nokia Siemas Networks (NSN), der ohne die am vergangenen Donnerstag angekündigte Geldspritze von einer Milliarde Dollar (Nokia und Siemens zahlen je 500 Millionen Euro) keine Überlebenschance hat.
Marktanteil von 60 Prozent
Ein Nokia-Unternehmen weigert sich indes hartnäckig, den Abwärtstrend mitzumachen. Dem Luxushandy-Produzent Vertu geht es einem «Bloomberg»-Bericht zufolge blendend. Das im englischen Hampshire beheimatete Nokia-Unternehmen (das von Perry Oosting selbständig geführt wird, was vielleicht den Erfolg miterklärt) beschäftigt nur gerade 840 Mitarbeiter und verzeichnet laut «Bloomberg» seit vergangenem Jahr stark ansteigende Verkaufszahlen.
Laut dem Marktforscher IDC dominiert Vertu das Luxus-Smartphone-Segment in Westeuropa mit einem Marktanteil von 60 Prozent. 300'000 zwischen 6000 und mehreren Zehntausend Franken teure Edelhandys sollen in den letzten zehn Jahren über den Ladentisch gegangen sein.
Der Concierge schläft nie
Was macht die Geräte so einzigartig? Sicher nicht die technische Ausstattung (eine Kamera sucht man bei vielen Modellen vergebens), sondern der abgehobene Flair, der von Vertu ausgeht: Jeder Kunde hat Zugang zu einem Butler-Service, Vertu Concierge genannt: An der Seite jedes Telefons befindet sich die Vertu Concierge-Taste. «Ein einziger Knopfdruck verbindet Sie mit einem umfassenden persönlichen Service, sei es Tag oder Nacht, zu Hause oder auf Reisen», so das Versprechen auf der Vertu-Homepage. Sie ist allerdings nur im ersten Jahr gratis und kostet dann 3000 Dollar jährlich.
Dafür versucht der 24-Stunden-Dienst, das Unmögliche möglich zu machen, sei der Wunsch noch so unappetitlich: Wie Concierge-Chef Mark Izatt gegenüber «Bloomberg» ausführt, wurde auf Wunsch eines Vertu-Kunden auch schon eine Schachtel lebender Schmetterlinge als Geburtstagsgeschenk verschenkt. Der Luxus-Dienst machte es auch möglich, dass die 14-jährige Tochter eines Vertu-Nutzers auf der Orgel der Kathedrale Notre-Dame de Paris spielen konnte.
Der Geländewagen kann dem Vertu nichts anhaben
Beim Namen Vertu bekommt der Name Hardware schliesslich eine ganz neue Dimension. Ein Vertu geht laut Eigenwerbung nicht kaputt, wenn ein Hummer-Geländewagen über das Gerät rollt. Alles hält das Teil dann aber doch nicht aus: Laut Firmenberater Hutch Hutchinson ist bei einem 14-Tönner Schluss. (rek)
Erstellt: 03.10.2011, 20:59 Uhr
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