Das Google-Handy im Test
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Die Präsentation des Google-Handys in Kalifornien
In den letzten Wochen kochte die Gerüchteküche über, nachdem Google (GOOG 591.53 -2.01%) an seine Mitarbeiter das neue Nexus One verteilte (DerBund.ch/Newsnet berichtete): Das iPhone schien einen ernsthaften Rivalen zu bekommen.
Nun konnte der Technikblog Nexusoneblog.com das neue Google-Handy zum ersten Mal auf Herz und Nieren prüfen. Mit dem iPhone als übermächtigem Marktführer mutet der Test teilweise wie ein Vergleich an.
Der erste Blick lässt das Handy relativ simpel aussehen. Es scheint sich kaum von bestehenden Smartphones zu unterscheiden. Es steht mit seinen sehr abgerundeten Kanten in starkem Kontrast zu Motorolas Milestone und ist auch ein wenig runder als das iPhone.
Gute Auflösung
Am unteren Ende findet sich neben je einem Zurück- und Vorwärtsknopf, einem Home-Knopf (ähnlich dem des iPhone) und einem Such-Knopf auch so etwas wie eine Maus. Dieses System ist schon von anderen HTC Handys bekannt – da die taiwanesische Firma das Nexus One entwickelte, keine Überraschung.
Auf den ersten Blick kaum auffällig wirkt der Bildschirm. Jedoch schreibt der Tester, dass das Display «riesig» sei. Die 0,2 Zoll (0,5 Zentimeter) Unterschied zur Diagonale des iPhone-Bildschirms scheinen tatsächlich Eindruck gemacht zu haben. Dies mag auch daran liegen, dass der Bildschirm eine fast doppelt so hohe Auflösung hat wie derjenige des iPhone. Der Bildschirm unterstützt Multitouch leider nicht von vornherein. Jedoch gibt es bereits ein Programm namens Dolphin, welches diesen Mangel behebt.
Die Kamera lässt zu wünschen übrig
Eine Funktion, die vor allem diejenigen interessieren dürfte, die ihr Handy gerne individualisieren, sind die animierten Hintergrundbilder: Sie wechseln auf Wunsch in vordefinierten Zeitintervallen und stellen beispielsweise eine sich drehende Galaxie oder einen Garten dar, in dem sich je nach Tageszeit die Lichtverhältnisse ändern.
Ein weiterer – auf dem Papier geringer – aber in der Praxis offensichtlich entscheidender Unterschied ist die Höhe des Handys: Mit 11,5 Milimetern ist es nur 0,8 Milimeter dünner als das iPhone. Laut dem Tester fühlt es sich jedoch «halb so dick» an. Er vermutet, dass dieses Gefühl mit der Teflon-beschichteten Oberfläche zusammenhängt.
Die Kamera des Nexus One hat 5 Megapixel und bietet damit grundsätzlich mehr Leistung als die des iPhone 3G S mit 3 Megapixel. Jedoch ist die Apple-Kamera vom Werk ab bereits besser eingestellt als diejenige des Nexus One, da die Farben auf dem iPhone wesentlich natürlicher erscheinen. Dasselbe gilt für die Video-Funktion des Nexus One. Beide sind im Vergleich mit anderen Smartphones höchstens als durchschnittlich zu bezeichnen.
Der Vergleich mit dem App Store
Obwohl der Markt für Android schnell wächst, ist er bei Weitem noch nicht so umfangreich wie der App Store. Die Applikationen des Nexus One müssen sich laut dem Nexus One-Blog dennoch kaum hinter dem iPhone respektive dem App Store verstecken.
Speziell auffällig ist die Home-Car-Applikation. Sie ist ein mit Google Maps verbundenes, GPS-fähiges Navigationsprogramm. Ins Hintertreffen gerät das Nexus One aber, was Spiele anbelangt. Die grossen Gamehersteller haben die Android Plattform noch nicht für sich entdeckt.
Eine interessante Neuerung des Nexus One ist die «Voice to Text»-Funktion: Jede bekannte Applikation von Android, in der man schreiben kann, kann nun ganz einfach «besprochen» werden. Zwar besteht noch Verbesserungspotential, aber die Funktion ist für den Tester bereits jetzt sehr hilfreich gewesen.
Was die Mobilität anbelangt, so befindet sich das Nexus One mit seiner 1400-mA-Batterie im guten Durchschnitt der Smartphones: Der Akku hielt bei Nutzung fast 12 Stunden. Der Tester sagt, dass das Nexus One und das iPhone praktisch gleichauf sind, was die Batterie betrifft.
Das Fazit
Alles in allem scheint das Nexus One für den Tester des Blogs zwar nicht so bahnbrechend wie erhofft. Im Benchmark zeigt es sich dank des überaus schnellen 1GHZ Prozessors aber beinahe 70 Prozent schneller als das Motorola Droid. Die GPS-Applikationen scheinen schon jetzt besser als beim Phone, die Möglichkeiten zur Individualisierung stimmen offenbar.
Einzig der momentan noch etwas magere Markt für mobile Spiele, die schwache Kamera und die vom Werk ab fehlende Multitouch-Funktion trüben das Bild. Dennoch hat das iPhone offenbar einen ernstzunehmenderen Konkurrenten als es bisher der Fall war.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.01.2010, 11:13 Uhr
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