Digital
Berner Präzision für das Apple-Smartphone
Von David Oesch. Aktualisiert am 04.11.2011 3 Kommentare
Tausende von Menschen standen letzte Woche an den Verkaufsstellen in der Schweiz Schlange, um das neue iPhone zu ergattern. Wegen der grossen Nachfrage kam es zu Lieferengpässen, begeisterte Fans harrten vor Apple-Shops aus, um sich ganz früh eines der begehrten Smartphones zu sichern.
Jahrelange Entwicklung
Doch ohne den gebürtigen Thuner Christian Holenstein würde das neue Gerät von Apple (AAPL 441.64 -0.29%) gar nicht erst funktionieren. Ein Chip, der das Smartphone über mehrere Netzwerkstandards mit der Basisstation verbindet, gehört nämlich zu den neusten Bestandteilen des iPhone 4S. Der ehemalige Thuner arbeitete jahrelang an diesem kleinen Baustein.
Filigrane Massarbeit war bei der Herstellung gefragt. Über eine Million elektronische Bauelemente wurden im Chip integriert. Dass heutige Mobiltelefone zahlreiche Funktionen haben müssen und trotzdem möglichst klein bleiben sollten, war eine der Herausforderungen an das Team von Holenstein. «Der Chip ist nur etwa so gross wie ein kleiner Fingernagel», beschreibt Holenstein.
Was früher nicht möglich schien, hat seine Firma innert fünf Jahren geschafft: Einen winzigen Chip herzustellen, der es Apple ermöglicht, ein Mobiltelefon zu kreieren, das in allen Märkten der Welt funktioniert. Vor fünf Jahren begann Christian Holenstein mit ersten Tests, entwickelte das Design, tüftelte an der Architektur für den Chip und stellte den Projektplan auf. «Zu Beginn arbeitete ich alleine am ganzen Projekt», so Christian Holenstein. «Nach etwa einem Jahr arbeiteten über 25 Designer mit.»
Zum ersten Mal kann das neue iPhone im Hochfrequenzbereich je nach Land über drei verschiedene Netzwerke mit der Basisstation verbinden. Dieses Verfahren erlaubt dem Marktriesen enorme Kosteneinsparungen, da nur noch eine Ausführung des iPhone 4S hergestellt werden muss.
Von Thun in die USA
Der Sohn des ehemaligen Thuner CVP-Stadtrats Peter Holenstein ging im Progy zur Schule und machte später eine Elektronikerlehre bei der Swisscom in Bern. «Danach bekam ich die Chance, einen Master of Science in Electrical Engineering in den USA zu machen», erzählt Christian Holenstein. Vor seinem Studium lernte der Elektroingenieur aus Thun seine jetzige Frau während eines Sprachaufenthalts in Amerika kennen. Nach dem Abschluss des Studiums in den USA folgte nach einem sechsmonatigen Praktikum beim Forschungs- und Entwicklungsunternehmen Qualcomm eine Vollzeitstelle.
Seit elf Jahren in San Diego
Seit elf Jahren lebt Christian Holenstein nun in San Diego mit seiner Frau und seinen beiden Kindern. «Natürlich vermisse ich die Schönheit der Schweiz, meine Familie und meine Freunde», gesteht der leitende Ingenieur. «Doch glücklicherweise ist es heutzutage viel einfacher, mit Skype oder per E-Mail in Kontakt zu bleiben.» Auf seinem neusten Erfolg will sich Holenstein nicht lange ausruhen – bereits tüftelt er an der nächsten Generation von Mobiltelefonen.
(Thuner Tagblatt)
Erstellt: 04.11.2011, 15:22 Uhr
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3 Kommentare
Soll heissen: Präzision für das Apple-Smartphone hätte aus Bern kommen können.
Der Herr ist vor Langer Zeit ausgewandert und hat seine Existenz in USA aufgebaut. Sehr schade, dass dieses Know How nicht in der Schweiz blieb (bleiben konnte) damit die Schweiz davon profitiert. Dieser Erfolg (Respekt + Kompliment) hat nichts mit Bern zu tun. Die Blumen gehören jemandem anderen.
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