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Apple plant den SMS-Ersatz

Von Anatol Heib. Aktualisiert am 14.07.2011 52 Kommentare

Der IT-Konzern lanciert im Herbst für iPhone und Co. den kostenlosen Kurznachrichtendienst iMessage. Der SMS-Ersatz könnte die Schweizer Mobilfunkanbieter ärgern.

1/6 Apple-Manager Scott Forstall bei der Präsentation von iOS 5 im Juni. Die neuste Version des mobilen Betriebssystems erscheint im Herbst und soll...
Bild: Keystone

   

Das Geschäft mit der SMS

Umsatzzahlen zum SMS-Versand in der Schweiz wollten die Schweizer Telekomfirmen keine nennen. Aber: «SMS machen einen wesentlichen Anteil an den Mobilfunkeinnahmen aus und sind für uns auch entsprechend wichtig», sagt zum Beispiel Sunrise-Mediensprecher Tobias Kistner.

Swisscom-Kunden verschicken laut Mediensprecher Carsten Roetz pro Tag insgesamt rund acht Millionen SMS von Handy zu Handy - das sind pro Monat fast eine Viertelmilliarde Nachrichten. Ein einzelner Orange-Kunde sendet pro Tag bis zu fünf Kurznachrichten.

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Apple plant offenbar im Zuge des neuen mobilen Betriebssystems iOS 5 für Herbst den Service iMessage, der die SMS vielleicht schon bald überflüssig werden lässt. Davon geht jedenfalls Techcrunch.com aus: iMessage, auch wenn auf den Apple-Kosmos beschränkt, sei ein Frontalangriff auf die Mobilfunkanbieter, die mit dem Versand der Kurznachrichten gut verdienen würden.

Mit dem Dienst können Nutzer von iPhone, iPod Touch und iPad einander Texte schreiben, die via Wlan oder 3G an alle Empfänger der Geräte gepusht werden. Die Echtzeitkommunikation ermöglicht auch den Versand von Videos, Links, Kontakten, Fotos und anderen Daten.

Deutlich Geld sparen

Whats App zeigt, dass ein Interesse an SMS-Alternativen besteht: Seit der Lancierung hält sich die App (Preis: 1 Franken), mit der iPhone-Nutzer einander kostenlos Kurznachrichten verschicken können, in den Charts des Schweizer App Stores. Zahlen zu den Downloads und den Schweizer Nutzern will der App-Entwickler gegenüber DerBund.ch/Newsnet allerdings keine machen. Bereits im Februar rechnete Comparis.ch vor, wie viel Geld man damit sparen kann. Die App ist beispielsweise auch für Android erhältlich.

«Gutes Recht von Apple»

Die kostenlosen SMS-Alternativen boomen, scheinen aber die Schweizer Telekomfirmen nicht sonderlich zu beeindrucken, wie eine Umfrage von DerBund.ch/Newsnet zeigt. Seit der Lancierung von Whats App habe man keinen Rückgang der SMS auf dem iPhone festgestellt, so Sunrise-Mediensprecher Tobias Kistner. Und im geplanten iMessage-Dienst sieht er das «gute Recht von Apple, einen neuen SMS-Service in ihr Betriebssystem aufnehmen zu wollen.» Andere Smartphones als das iPhone würden ja vom Dienst vorerst ausgeschlossen. Die heutige SMS werde wichtig bleiben, weil man plattformübergreifend kommunizieren wolle. Kistner räumt aber auch ein, dass neue Kommunikationskanäle wie Apps, Facebook etc. noch weiter an Bedeutung gewinnen werden.

Die Swisscom (SCMN 352 0.09%) begrüsst laut Mediensprecher Carsten Roetz sogar Angebote wie iMessage, weil damit die Nachfrage nach mobiler Datenübertragung weiter steige. «Das Datenvolumen im mobilen Internet verdoppelt sich derzeit alle sieben Monate.» Pro Monat verschicken Swisscom-Kunden fast eine Viertelmilliarde SMS. Roetz: «Allen Unkenrufen zum Trotz ist die Tendenz steigend.» Deshalb glaubt das Unternehmen weiter an die SMS.

Orange sieht die Messaging-Apps als Ergänzung zum bestehenden Angebot: «Wir bieten beispielsweise den Hauptnutzen solcher Dienste, bei der sich primär Mitglieder einer Community kostenlos Nachrichten senden können, als integrierte Dienstleistung in unseren Angeboten an – zum Beispiel in Form von Flatrates», sagt Orange-Mediensprecherin Marie-Claude Debons. 40 Prozent der OrangeMe-Kunden wählten die unlimitierte SMS-Option.

Mit neuen Angeboten reagiert

Ralf Beyeler, Telekomexperte beim Vergleichsdienst Comparis, ist jedoch überzeugt, dass die Anbieter diese Dienste durchaus als Konkurrenz sehen. «Sie wollen es aber nicht zugeben.» Neue Angebote wie SMS-Flatrates könne man als Reaktion auf Whats App sehen. «Allerdings hat zum Beispiel die Swisscom nicht wie von vielen Kunden gewünscht reagiert. Der Kunde profitiert zwar von ein paar Gratis-SMS, aber im Gegenzug wurden einfach die monatlichen Grundgebühren erhöht.»

Viele Kunden, die wenige oder keine SMS verschicken, müssen daher mehr bezahlen als bisher, so Beyeler. «Besonders störend ist, dass das Abo mit 1 Gigabyte Datenvolumen für Smartphone-Vielnutzer um 20 Franken teurer geworden ist. «Viele Kunden, die vor allem Daten übertragen möchten, müssen damit auch für 250 SMS bezahlen, die sie höchstwahrscheinlich nicht nutzen werden.»

Nutzen Sie Whats App oder ähnliche Angebote? Oder steht bei Ihnen nach wie vor die SMS an erster Stelle? Schreiben Sie einen Kommentar! zeig (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.07.2011, 10:32 Uhr

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52 Kommentare

Thomas Fehr

14.07.2011, 15:05 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Und wieder einmal kopiert Apple einfach eine Idee und verkauft sie als Neuheit: jeder Blackberry user schreibt schon seit Jahren per Blackberry messenger gratis messages. Wann war Apple je innovativ? Antworten


kris kohl

14.07.2011, 14:04 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Ich kann nicht verstehen,dass die CH-SMS-Kosten immer noch so Hoch sind!In Schweden kostet 1SMS 0.04 Rappen (0.29öre!).Die hohen SMS-Preise kann man hier nicht mit dem Lohnnievau begründen!Die Telekom-Unternehmen verdienen sich einfach so auf schnellstem Wege eine goldige Nase+der Kunde macht nichts dagegen!Kein Wunder lanciert Apple bald so ein SMS-Ersatz!Die iPhoneKunden wird's freuen! Antworten



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