Wikipedia dementiert Autorenflucht

Die Macher der Online-Enzyklopädie wehren sich gegen eine Studie, wonach tausende Autoren das Portal verlassen haben.

Verliert laut Forscher viele Autoren: Wikipedia.

Verliert laut Forscher viele Autoren: Wikipedia.
Bild: Keystone

In den ersten drei Monaten dieses Jahres haben mehr als 49'000 Schreiber der englischen Version von Wikipedia den Rücken gekehrt. Das hat der spanische Forscher Felipe Ortega herausgefunden. Im selben Zeitraum ein Jahr zuvor waren es gerade einmal 4900.

Ein Grund für den Rückgang ist laut Ortega der Ablauf des Artikel-Erstellens, der immer komplizierter geworden sei. Die Diskussionen darüber, was in einem Beitrag erforderlich ist, würde Einsteiger häufig überfordern. Zudem würden die von Neulingen erstellten Einträge oft rasch wieder gelöscht.

Wikimedia: Falsch verstanden worden

Jetzt wehrt sich die Wikimedia Foundation: Die Erkenntnis entspreche nicht den Tatsachen und sei falsch verstanden worden. «Wenn man sich die Zahl der Autoren, die sich gegenwärtig pro Monat auf Wikipedia betätigen, genauer ansieht, wird ersichtlich, dass die Beteiligung insgesamt gesehen seit dem Höchststand von vor zweieinhalb Jahren zwar leicht zurückgegangen ist. Ab diesem Zeitpunkt hat sich dieser Wert aber auf konstantem Niveau gehalten», schreiben Wikimedia-Deputy-Director Erik Moeller und Data Analyst Erik Zachte im Unternehmensblog. Natürlich würden von Monat zu Monat hin und wieder einige Verfasser von Beiträgen abspringen. Gleichzeitig würden aber auch immer wieder neue hinzu kommen.

Erst ab fünf Beiträgen erfasst

Die Analyse Ortegas definiere jeden Nutzer als Wikipedia-Autor, wenn er auch nur einen Beitrag verfasst habe. Man habe sich aber dazu entschieden, in internen Statistiken nur einen Autor ab fünf aktiven Beteiligungen als solchen zu werten, so die Wikimedia Foundation. Ortega schätzt die Gesamtzahl der Autoren auf drei Millionen, die Wikimedia Foundation nennt eine Zahl knapp unter einer Million. (ah)

Erstellt: 29.11.2009, 12:48 Uhr

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