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Politiker im Visier von Hackern
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Angriffe aus dem Cyberspace werden technisch immer raffinierter. Dies stellt die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) des Bundes fest. Sie mahnt zur Vorsicht im Internet.
Im zweiten Halbjahr 2011 hat die Meldestelle vermehrt Phishingangriffe, Betrugsversuche und erpresserische Schadsoftware beobachtet, wie sie in ihrem am Freitag veröffentlichten Bericht schreibt. Aufsehen erregten Fälle, in welchen sich Betrüger als Supportpersonen von IT-Firmen ausgaben, um Fern-Zugriff auf Computer zu erhalten.
Über die Weihnachtstage gab es Betrugsfälle mit elektronischen Postkarten. Den Empfängern wurde vorgegaukelt, sie hätten von einem ihnen bekannten Absender eine Weihnachtskarte bekommen. So wurden sie dazu verleitet, auf einen Link zu klicken und Login und Passwort des E-Mail-Kontos anzugeben. In der Folge konnten die Betrüger an alle Kontakte Phishing-E-Mails senden.
Bikini statt Politik
Ins Visier von Hackern geraten manchmal auch Politikerinnen und Politiker. Weil SP-Nationalrätin Chantal Galladé ihre Domäne chantal-gallade.ch nicht rechtzeitig erneuert hatte, konnte eine Drittperson diese erwerben – und darauf Werbung für Bikinis platzieren.
FDP-Nationalrat Andrea Caroni wurde verdächtigt, die Wiederwahl von Eveline Widmer-Schlumpf vor der offiziellen Bekanntgabe via Twitter verbreitet zu haben. Er musste glaubhaft darlegen, dass er nicht hinter der in seinem Namen veröffentlichten Meldung steckte. Dieses Beispiel zeige, dass im Internet jeder in eine x-beliebige Rolle schlüpfen und in dieser Rolle x-beliebige Aussagen machen könne, schreibt Melani dazu.
Ein anderer Politiker zeigte anlässlich eines Fernsehinterviews seine Identitätskarte in die Kamera. Jemand machte anhand eines Screenshots eine Kopie der ID und versuchte, diese als Identitätsnachweis für die Erstellung eines Profils bei einem Datingportal für Homosexuelle zu verwenden.
Gefahr aus dem Stromnetz
Grossen Schaden anrichten können Angriffe auf Systeme, die zur Überwachung und Steuerung von technischen Prozessen eingesetzt werden. In diesem Zusammenhang warnt Melani vor Gefahren im Zusammenhang mit dem Smartgrid, dem «intelligenten» Stromnetz. Wenn künftig weniger Bandenergie von Atomkraftwerken und mehr unregelmässige Energie von Wind- und Sonnenanlagen zur Verfügung steht, wird es schwieriger, die Stabilität zu gewährleisten.
Dabei soll das Smartgrid helfen. In einem ersten Schritt wird der Energieverbrauch mit einem Smartmeter direkt beim Verbraucher erfasst. Diese Angaben werden an eine Zentrale übermittelt. Kommen diese Daten in die falschen Hände oder wird ein Smartmeter gehackt, könnte analysiert werden, ob jemand zu Hause ist oder nicht. Auch könnte die Stromrechnung manipuliert werden.
In einem zweiten Schritt sei vorstellbar, dass Geräte wie Geschirrspül- und Wachmaschine vom Smartgrid kontrolliert würden, heisst es im Bericht weiter. Die Steuerungszentrale würde dann entscheiden, wann der geeignete Zeitpunkt wäre, um das Gerät in Gang zu setzen. Ein solches System müsste sehr gut geschützt werden, da Fehlmanipulationen unter Umständen zu gravierenden Stromausfällen führen könnten, hält Melani fest.
(rek/sda)
Erstellt: 04.05.2012, 11:15 Uhr
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