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Österreich stoppt Street View

Aktualisiert am 27.05.2010

Google darf im Nachbarland keine Strassenzüge mehr fotografieren, bis der Sachverhalt um die gesammelten WLAN-Daten geklärt ist.

In Österrreich ausgebremst: Google Street View.

In Österrreich ausgebremst: Google Street View.
Bild: Keystone

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Die Datenschutzkommission Österreichs hat laut der Nachrichtenagentur DPA am Donnerstag Google (GOOG 683.355 -1.84%) untersagt, für Street View ermittelte Daten weiterzuverarbeiten und neue Daten zu sammeln. Der Konzern hat aber ohnehin weltweit alle Aufnahmen für Street View gestoppt, wie aus dem Internetblog von Google hervorgeht. Künftig sollen die Street-View-Autos laut Google zudem überhaupt keine WLAN-Daten mehr sammeln.

Die Datenpanne von Google war vor rund eineinhalb Wochen bekannt geworden: Der US-Konzern räumte damals ein, dass bei den Kamerafahrten versehentlich Daten aus drahtlosen Computernetzwerken gespeichert wurden, welche nicht mit Passworten geschützt waren.

Kein Handlungsbedarf in der Schweiz

Zuvor hatte Google immer erklärt, dass lediglich der Verschlüsselungsstatus, die Seriennummer und der vom Nutzer vegebene Namen der Funkstationen bei den Fahrten registriert werden.

In der Schweiz sieht der Datenschutzbeauftragte keinen Handlungsbedarf. Google darf in der Schweiz für den Dienst «Street View» momentan sowieso keine neuen Bilder veröffentlichen. Kamerafahrten mit den Street-View-Autos sind allerdings weiterhin möglich, sofern die Route vorgängig bekannt gegeben wird.

Auf diese Zwischenlösung haben sich der Eidg. Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür und der Internetkonzern geeinigt, bis ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vorliegt. Thür hat Google verklagt, weil er mit der aktuellen Version von Street View den Persönlichkeitsschutz verletzt sieht.

Vorsorgliche Massnahmen wie in Österreich sind laut Thür auch deshalb nicht nötig, weil Google die gesammelten Daten aus ungeschützten drahtlosen Computernetzwerken vernichten will - in Absprache mit den jeweiligen nationalen Datenschutzbehörden.

Hanspeter Thür strebt eine europäische Lösung an, wie mit den WLAN-Daten verfahren wird. Er habe bereits mit anderen europäischen Datenschutzbehörden Kontakt aufgenommen, sagte er der Nachrichtenagentur SDA am Donnerstag. (sda)

Erstellt: 27.05.2010, 17:38 Uhr

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