Neue Runde im Kampf der IT-Giganten

Aktualisiert am 09.03.2010 4 Kommentare

Googles Nervosität angesichts der Suchmaschinen-Offensive von Microsoft wird immer grösser. Der Softwaregigant wiederum steht im Verdacht, eine Art «Stellvertreterkrieg» gegen Mountain View zu führen.

Microsoft-Gründer Bill Gates: Führen seine Nachfolger einen «Stellvertreterkrieg» gegen die Konkurrenz aus Mountain View?

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Google (GOOG 591.53 -2.01%) arbeitet an einer speziellen Suchfunktion für das Fernsehprogramm. Dies schreibt das «Wall Street Journal». Die neue Funktion soll es Nutzern möglich machen, gleichzeitig das Internet und TV-Kanäle nach Sendungen oder Informationen zu durchsuchen. Ein entsprechender Test soll firmenintern bereits angelaufen sein.

Schafft Google den Sprung ins TV-Geschäft? Konkurrent Microsoft (MSFT 29.06 -0.03%) dürfte diese Aktivität mit Interesse verfolgen – mehr aber auch nicht. Anders sieht es bei wohl bei einem weiteren Projekt Googles aus. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur DDP will der Suchkonzern noch in diesen Tagen die personalisierte Suche erweitern: In einer Trefferliste könnten dann diejenigen Webseiten, die besonders nützlich oder interessant sind, mit einem Sternchen markiert werden - sofern man sich vorher mit dem persönlichen Account bei Google angemeldet hat. Bei einer späteren Suche mit dem gleichen Suchbegriff sollen die Treffer mit Sternchen ganz oben erscheinen.

Yahoo als Verbündeter

Googles Fokussierung auf das Kerngeschäft erstaunt angesichts der Erfolg der Konkurrenz wenig: Obwohl noch nicht einmal ein Jahr alt, beträgt Microsofts (Bings) Marktanteil bereits 11,3 Prozent. Mit der kürzlich von amerikanischen und europäischen Kartellbehörden genehmigten Kooperation mit Yahoo wird Microsoft diese Quote etwa verdreifachen können.

In einem auf Searchengineland.com publizierten Interview gab sich Microsoft-Chef Steve Ballmer denn auch sehr optimistisch: Google sei nur darum Marktführer, weil sie «früher als alle anderen angefangen» hätten. Irgendwann werde die Suchmaschine Bing auf dem US-Markt den Google-Searcher überholen: «Niemand ist gerne Zweiter.»

Der Verdacht: Redmond statt Ohio

Dass in diesem angespannten Marktkampf durchaus auch auf unkonventionelle Methoden zurückgegriffen wird, erstaunt nicht. In einem grösseren Bericht für das «Wall Street Journal» schreiben die Autoren Thomas Catan und Jessica E. Vascellaro von einem regelrechten «Stellvertreterkrieg» von Microsoft gegen den grossen IT-Rivalen.

Der Hintergrund: Nachdem Google gerichtlich gegen eine kleine IT-Firma im US-Bundesstaat Ohio wegen unbezahlter Rechnungen für Werbeanzeigen vorging, erhielt der Suchmaschinen-Konzern eine 24-seitige Wettbewerbsklage ins Haus geliefert. Darin beschuldigt das Kleinunternehmen Google des Missbrauchs der Marktführerschaft. Weil das Schreiben von der renommierten Anwaltskanzlei Cadwalader, Wickersham & Taft stammt, gehen sowohl die Zeitung als auch Google davon aus, dass im Hintergrund Steve Ballmer und Co. die Strippen ziehen.

«Es ist klar, dass unsere Wettbewerber Gerichtsdokumente in aller Welt durchforsten, um dann selbst in die Klagen gegen Google einzusteigen», zitiert die Agentur DPA einen Google-Sprecher. Microsoft indes verwahrt sich gegen den Vorwurf einer versteckten Anti-Google-Strategie. (rek)

Erstellt: 09.03.2010, 15:26 Uhr

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4 Kommentare

Hans Thommen

09.03.2010, 15:58 Uhr
Melden

Google, Microsoft, Apple, Yahoo, Facebook, Intel, usw. usw. - Ausser den Amerikanern scheint der Rest der Welt in Sachen IT richtiggehend zu pennen? Amerika-Bashing ist bei uns ja immer hoch im Kurs, aber die Realität ist, dass z.B. im IT-Sektor die Amerikaner die einzigen sind, die Brauchbares im Grossen Stil liefern. Antworten


Yvo März

09.03.2010, 15:11 Uhr
Melden

Ein Stellvertreterkrieg? Das kann ich irgendwie nicht recht glauben. Aber zuzutrauen ist es den US-Konzernen allemal. Bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Antworten



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