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«Keinerlei Entgegenkommen von Mr Dotcom»

Aktualisiert am 23.01.2012

Der in Neuseeland inhaftierte Gründer des inzwischen geschlossenen Online-Speicherdienstes Megaupload, Kim Schmitz, hat die Vorwürfe der Internetpiraterie zurückgewiesen.

1/11 Die US-Behörden haben die Website des Internetdienstes Megaupload geschlossen, die Verantwortlichen wurden verhaftet: Bram van der Kolk, Finn Batato, Mathias Ortmann und Kim Schmitz (von links).
Bild: Keystone

   

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Der in Neuseeland verhaftete und wegen Internet-Piraterie und Geldwäsche angeklagte Gründer der Internet- Tauschbörse Megaupload, Kim Schmitz, hat sich vor einem Gericht für unschuldig erklärt. Er beantragte am Montag in Auckland deshalb eine Freilassung auf Kaution.

«In diesem Fall wird es keinerlei Entgegenkommen von Mr Dotcom geben», sagte sein Anwalt Paul Davison und benutzte dabei einen Spitznamen des 37-jährigen Deutschen. Staatsanwältin Anne Toohey warnte dagegen, es bestehe eine sehr hohe Fluchtgefahr, da Schmitz Zugang zu viel Geld, Transportmöglichkeiten sowie mehreren Identitäten habe und ausserdem schon mehrfach vor der Justiz geflohen sei.

Bizarre Karriere

Sein Verteidiger dagegen argumentierte, dass sein Reisepass beschlagnahmt und seine Finanzen eingefroren seien und Schmitz dauerhaft in Neuseeland bleiben wolle. Megaupload war eine der weltgrössten Umschlagplätze für Raubkopien, der Film- und Musikstudios um eine halbe Milliarde Dollar Einnahmen gebracht haben soll.

Schmitz hat eine der bizarrsten Karrieren der New Economy hingelegt und wurde zusammen mit drei weiteren Managern von Megaupload am Freitag in Auckland verhaftet. Die Behörde wirft ihnen unter anderem Verstösse gegen Gesetze zum Schutz von Urheberrechten, Geldwäsche und organisiertes Verbrechen vor.

Ausschweifender Lebensstil

Die Strafen darauf sind hart: Allein auf Letzteres stehen 20 Jahre Haft. Die Polizei in Neuseeland beschlagnahmte Gegenstände im Wert von mehreren Millionen Dollar, Luxus-Autos wie etwa einen Rolls-Royce sowie umgerechnet acht Millionen Dollar von den Beschuldigten.

Laut Anklageschrift soll Megaupload mit dem Weiterverteilen von geschützten Filmen, Musiktiteln und Softwareangeboten über 175 Millionen Dollar eingenommen haben. Der gebürtige Deutsche Schmitz mischte seit Mitte der neunziger Jahre in der deutschen Internetszene mit und ist für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt.

(rek/sda/afp)

Erstellt: 23.01.2012, 08:19 Uhr

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