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Kaspersky will Ächtung von Cyberwaffen

Von André Spangenbe, DAPD. Aktualisiert am 06.02.2012

Das Internet kann nach Einschätzung von Sicherheitsexperten zum Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts werden. Daher müsse es eine stärkere Regulierung im Netz und ein gemeinsames Vorgehen gegen Cyberterroristen geben.

«Das Internet ist anonym, aber es gibt keine Anonymität im Internet»: Jewgeni Kaspersky. (Bild: Keystone )

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Da das Internet zum Schlachtfeld des 21. Jahrhunderts werden könne, müsse es eine stärkere Regulierung im Netz und ein gemeinsames Vorgehen der Staaten gegen sogenannte Cyberterroristen geben, zeigte sich die Münchner Sicherheitskonferenz am Sonntag einig. Der russische Computervirenspezialist Jewgeni Kaspersky rief die Politiker auf, sich auf eine Ächtung der Cyberwaffen zu einigen.

Die in der EU für das Internet zuständige Kommissarin Neelie Kroes wies darauf hin, dass die Digitalisierung die Welt grundlegend verändere und heute Wirtschaft und Demokratie beeinflusse. Internetkriminalität verursache weltweit jährlich Schäden in Höhe von einer Billion US-Dollar und damit mehr als der Drogenhandel. Daher plane die EU eine «Schnelle Eingreiftruppe» für das Internet. Die Strategie der EU solle noch in diesem Jahr verabschiedet werden.

Regulierung mit Augenmass

Der italienische Verteidigungsminister Giampaolo di Paola forderte eine starke Regulierung des Webs. «Wir sind verpflichtet, das Internet zu regulieren, damit es allen frei zur Verfügung steht», sagte er. Allerdings solle dies mit Augenmass geschehen. Denn die Globalisierung hätte nicht stattgefunden ohne den Cyberspace. Auch habe das Internet Auswirkung auf demokratische Entwicklungen und Umbrüche wie in der arabischen Welt.

Für Kaspersky geht es darum, eine sichere Weiterentwicklung des Internets zu gewährleisten. Vor einer Generation habe es noch kein Internet gegeben, keine digitalen Technologien. Künftig werde die Welt aber ohne diese digitale Infrastruktur nicht mehr zu verstehen und zu beherrschen sein, sagte er. Genau deshalb sei es wichtig, auf Sicherheit im Netz zu achten. Denn eine virtuelle Kriegsführung - der sogenannte Cyberwar - könnte Schäden in unvorstellbarem Ausmass anrichten.

Niemand ist im Internet anonym unterwegs

Für neue Wege in der Cybersicherheit sprach sich der frühere CIA- und NSA-Chef Michael Hayden aus. Konventionelle Abschreckung wirke im Netz nicht, sagte er. Angesichts der Anonymität im Netz könne man im Web «nicht mehr auf Vergeltung zurückgreifen». Seine Überzeugung: «Abwehr ist möglich, aber nicht mehr Vergeltung.»

Dem widersprach Kaspersky teilweise. «Das Internet ist anonym, aber es gibt keine Anonymität im Internet», betonte er. Theoretisch wäre es möglich, jeden einzelnen Fall zu untersuchen und zu verfolgen. Nur müsse es eine Strafverfolgung über Grenzen hinweg geben, und das sei gegenwärtig eher ein Traum denn Realität.

Dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zufolge werden täglich weltweit rund 60'000 neue Schadprogramme erstellt. Damit werden allein in Deutschland pro Tag mehr als 20'000 Websites infiziert und rund 1000 Cyberattacken auf deutsche Regierungsnetze durchgeführt. Andere Experten schätzen die Schäden durch Internetkriminalität allein für Deutschland auf jährlich 50 Milliarden Euro. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.02.2012, 08:15 Uhr

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